Wiederinbetriebnahme Kemper-Orgel, Rhein-Mosel-Halle, Koblenz

kjz1, Samstag, 26. Juli 2014, 14:08 (vor 4480 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von kjz1, Samstag, 26. Juli 2014, 14:12

Hallo Wolfgang!

Sorry, Karl-Josef, ich hoffe, Du bist kein Koblenzer Lokalpatriot.....

Auf diesen Kommentar von Wolfgang habe ich gewartet, da Wolfgang ja insbesondere ein 'glühender und bekennender Fan' von Kemper-Orgeln ist... ;-)

Ich bin zwar Lokalpatriot, aber über das Design der Halle kann man durchaus geteilter Meinung sein. Zur Zeit der Erbauung, als teilweise noch das 'Gelsenkirchener Barock' vorherrschte, hat man das Design der Halle als modern und wegweisend für die Zukunft empfunden. Es sollte halt auch ein Zweckbau mit vielfältiger Funktion sein. Mit fällt dazu direkt der Begriff 'neue Sachlichkeit' ein. Und auch tatsächlich:

Der Architekt Wilhelm Neveling realisierte einen viergeschossigen „Stahlbetonkubus mit einer zum Rhein hin wirksamen Vorhängefassade“ in der formalen Architektur der 1950er Jahre, basierend auf den Ideen des Bauhauses. (Quelle)

Die Denkmalschützer waren auch sehr interessiert daran, dass die Halle im Innern möglichst nicht geändert wird. Insbesondere nicht die Rhombendecke und die langen Lüster. Die größte Änderung sind die Paneele an den Wänden, die den Schall dispersieren sollen. Früher waren dort lange Gardinen, jetzt können hinter diese Paneele reflektierende Platten eingefahren werden, die den Schall besser reflektieren. Die Vorgängerhalle war in Neo-Renaissance gehalten und besass ebenfalls eine Orgel (Voit, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht). Diese fiel allerdings den Bomben des 2. Weltkrieges zum Opfer. Die Halle ist halt ein Kind ihrer Zeit und insofern kann ich die Argumentation der Bauhistoriker schon etwas verstehen.

Die Orgel befindet sich in den 2 Kammern, die man hier oben links und rechts der Bühne sehen kann. Ein kurzer Artikel ist jetzt auch online, ebenso ein Blick in eine der Kammern. Vielleicht bringt die Verbesserung der Windversorgung (ich vermute: neues Gebläse, größere Windkanäle, leicht erhöhter Winddruck) auch etwas.

Was wäre denn realistischerweise die Alternative gewesen? Die Orgel musste man so oder so für die Hallenrenovierung ausbauen. Für denselben Preis hätte man dann ein großes Digital-Instrument der gehobenen Preisklasse kaufen können und die Lautsprecher in die dann leeren Orgelkammern gestellt. Aber ob dies die bessere Variante gewesen wäre, wo hier halt quasi der 'Original-Zustand' wiederhergestellt wurde.

Fragt sich,

- Karl-Josef


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