(leicht OT): Romanik aus dem Jahr 1960......

Große Pfeife @, Samstag, 26. Juli 2014, 09:49 (vor 4480 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Ja, Herr Wolfgang,
irgendwie ist die Romanik ziemlich brandneu. Mir scheint, "man" wiederholt das, was schon einmal
vor gut 50 Jahren geschah: Die zeitgenössische, um nicht zu sagen gerade aktuelle, Vorstellung von Romanik wird in Stein gegossen. Mit Beton geht das ja ganz gut. Entlarvend finde ich die vielen Baumaßnahmen: Bei vorhandener Originalsubstanz wäre das alles sicher aus denkmalpflegerischen Gründen nicht zulässig gewesen.
Die Galle kommt mir hoch, wenn ich die Laubsägearbeit aus Anröchter Dolomit sehe: Die "Anmoderation" in den Bistumsveröffentlichungen, Kreidezeit trifft Mittelalter, ist doch ein schlechter Scherz, so viel jünger wird der obernkirchener Sandstein auch nicht sein. Immerhin älter als Beton, Kalksandstein und Hohlziegel. Was ich aber nicht verknusen kann ist das Gefeiere von Rückriems großem Wurf: Ich halte das für Wiederverwertung einer älteren Idee und Gewinnmaximierung. Ich begründe diese meine persönliche, unmaßgebliche Auffassung
mit diesem Bild: Altar der Kapelle des Priesterseminars St. Georgen/FFM
Zwei Anmerkungen: Den Krieg überstanden hat von den Außenmauern die südliche Längsschiffinnenwand und die südwestlichste Seitenkapelle, der Rest des Bauwerkes wurde bis auf Turm und erstes Turmgeschoß zerstört.
Die andere: Immer, wenn ich das Bild der alten Domorgel in der Totale sehe, frage ich mich, wieso man sie nicht hat stehengelassen. Sie stand ja komplett im Turmbogen, man hätte nur das RP von der abzureissenden Empore nehmen und am Turm verankern
müssen. Die alte Domorgel besaß eh nur eine angebauten Spieltisch an der Stelle, wo vorher der Breilsche Spielschrank war.


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