Markus Hinz, Auferstehungskirche, D-Oberkassel

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Samstag, 31. Mai 2014, 14:17 (vor 4538 Tagen) @ Karsten

Danke, Karsten!

Echos kommen in der Musik ja öfters vor. Normalerweise hat man keine Zeit, sich mit der naturwissenschaftlichen Kompatibilität zu beschäftigen, denn der Effekt wird fast immer nur sparsam eingesetzt; er nutzt sich halt schnell ab. Hier aber macht Sweelinck das Echo zum Grundprinzip des Stückes. Und so hat man mehrere Minuten Zeit, auch einmal über die Natur des Echos nachzudenken. Ich mußte innerlich grinsen, als mir klar wurde, daß hier Natur und Kunst sich nicht gefunden hatten, Das wollte ich dem Forum nicht vorenthalten. Ich probierte die Wirkung dieser Information denn auch gleich beim Interpreten Markus Hinz selbst aus: Der war verdutzt, räumte meine “Bedenken” ein und meinte, es würde aber schwierig, wenn der Rücklauf früher einsetzen würde.

Natürlich ist überlegenswert, ob echte Echos mit unterschiedlich langen Passage komponiert werden können. Denn dann platzt das Echo womöglich bereits in die Passage selbst hinein. Die Antwort ist einfach: Ja, klar. Das passiert in jedem Kanon, in jeder engeführten Fuge. Sweelinck hätte also gekonnt, wenn er gewollt hätte.

Bleibt noch die Frage, ob der Titel des Stücks wirklich von Sweelinck selbst stammt. Stücke sind oft nicht vom Komponisten sondern z.B. von Verlegern mit dem Ziel der Verkaufsförderung mit schückendem Namen oder Textzusatz versehen worden. Vielleicht schwebte Sweelinck ja auch ein Lehrer vor, der mit sonorer Stimme mehr oder weniger kurze Sätze spricht, welche ein Kind mit höherer, schwächerer Stimme korrekt zu wiederholen hat? Im übrigen verweise ich auf § 118 BGB.

Gruß Clemens Schäfer

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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)


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