Lübeck St. Marien - kleine Aufgabe....

Friedrich @, Samstag, 10. Mai 2014, 09:02 (vor 4557 Tagen) @ daggies
bearbeitet von Friedrich, Samstag, 10. Mai 2014, 17:32

Es ging mir bei dieser kleinen Aufgabe darum, mal wieder zu "spinnen" und zu schauen, was so dabei rauskommt. Man ist ja immer irgendwie dabei, sich Wunschdispositionen auszudenken (zumindest geht es mir so;-)). Dabei geht es ja meistens um "bigger and better".... Hier geht es aber in die andere Richtung: um Verkleinerung! Hmmm.... Wie macht man das? Was fällt weg? Was muss unbedingt bleiben? Mir fällt das recht schwer!

Klar, nicht nur Dir. Schließlich werden ja auch die vielen scheinbaren Doppelungen klanglich so gegeneinander abgewogen worden sein, dass jede ihren Platz im Gesamtkonzept hat. Jede Änderung dürfte das Gänze entsprechend beeinflussen.

Nur so in der Theorie ließe sich vielleicht folgendes sagen:

RP – die 2'-Oktave gibt's in HW und BW. Hier könnte sie wegfallen, Gemshorn (OW) und Waldflöte könnten den Platz tauschen. Um die einzige Quintade wäre es schade, aber je nach Gehäuseraum wäre drüber nachzudenken.

HW – das Nachthorn und die Zimbel.

SW – so schön der werkmäßige Prinzipalaufbau ist (HW 16', RP 8', OW 4', BW 2'): Hier könnte das 4'-Prinzipal wegfallen. Oder, je nach stilistischem Akzent, die Querflöte – vielleicht wird der 4' sonst beim Zungenstimmen vermisst? Der Bordun ist allerdings der größere Platzfresser; vielleicht ließe der sich räumlich reorganisieren (Bass auslagern? Ein paar tiefe Pfeifen oder das Register ganz einsparen, dafür eine Suboktavkoppel anlegen, wenn die Lade das windmäßig bewältigt?). Bei den Zungen kommt man ins Grübeln, aber die Kirche ist nun mal riesig.

BW – alles drinlassen.

Pedal – superheikel und sehr von den Mensuren abhängig. Kann die 8'-Oktave ohne das Gedackt 8' bestehen? Dann letzteres raus, Oktave eventuell rücken oder neu bauen. Ist das 16'-Prinzipal selbstständig, Oktavauszug oder Transmission? Ist der Subbass Manns genug, das Pedal allein zu tragen? Dann weg mit den großen Dingern. Die Mixtur muss drinbleiben in dieser Kirche, aber der Dulzian darf gehen.

Natürlich müssten sich für solche Entscheidungen bestenfalls Orgelbauer, Intonateur und Organist zusammensetzen – alle drei musikalisch, unsentimental und entscheidungsfreudig.

Viele Grüße
Friedrich


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