Neues von Herrn Bach

Friedrich @, Sonntag, 09. März 2014, 09:24 (vor 4611 Tagen) @ kjz1

Das jetzige Porträt ist (wenn es echt ist) ja noch älter als das Haußmann-Porträt, was natürlich dann auch die Theorie zuläßt, dass Haußmann kopiert haben könnte und dies dann eher schlecht als recht.

Das erinnert mich an unsere Diskussion darüber, dass man die ersten 8 Takte der Passacaglia weglassen könnte, die gebe es ja parallel bei Buxtehude auch nicht … Bitte keine Gespenster erschaffen!

Elias Gottlob Haussmann wurde von der Stadt Leipzig dafür bezahlt, wichtige Leipziger Persönlichkeiten zu malen. Bach und Reiche sind nur zwei Beispiele für diese Tätigkeit. Haußmann war als Künstler in Diensten des Rates ranggleich mit Bach. Er hätte es sich nicht leisten können, ein älteres Bild eines anderen Malers zu kopieren. Wer von ihm gemalt wurde, saß ihm Modell.

Wenn, wie das obige Gedankenspiel nahelegt (ohne es zu behaupten), Haußmann von dem wiedergefundenen Bach-Porträt kopiert haben sollte, dann hätte er ungefähr auf diesem Niveau gewirkt – das wäre niemandem einen Meisterbrief wert gewesen … Ich bin ziemlich sicher, dass das zwei verschiedene Männer sind, und nur von einem kennen wir den Namen.

Hildesheimers Urteil »stümperhaft« finde ich allerdings ungerecht. Haußmann hat die Raffinesse nicht gerade erfunden, aber er arbeitete auf akzeptablem handwerklichem Niveau.

Viele Grüße,
Friedrich


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