GD der Synode der EKiR. Nun danket alle Gott mit Band?

ArnezN, Sonntag, 18. Januar 2026, 23:13 (vor 223 Tagen) @ Poupoulcorouse

und die qualitativen Ansprüche werden so niedrig angesetzt, daß sich auch der größte Mumpitz eines Fleißsternchens sicher sein darf, während anderswo sehr unbarmherzige Qualitäts- und Privilegiendebatten geführt werden.

Genau das meine ich doch mit "sich nicht gegeneinander ausspielen und ausspielen lassen". Die Generation 60+, die teilweise unbeirrt am Glauben festhält, mit Sacropop allein ließen sich die Besucherzahlen der Gottesdienste stabilisieren, darf man natürlich gelegentlich daran erinnern, dass eine einspurige Strategie immer Menschen auf der Strecke lässt, seien es Pop- oder Klassikanhänger. Da würde ich mir von den Praktikern beider Seiten zuerst die Toleranz gegenüber der anderen Seite und daran anschließen ein gemeinsames Nein gegenüber denen wünschen, die sie gegeneinander ausspielen wollen, aus welchen Gründen auch immer. Natürlich braucht die vermeintlich neue Kirchenmusik nicht mehr oder weniger Werbung, als die "alte".

Das eigentliche Problem ist doch nicht nur, dass von der Kirchenleitung Sparmaßnahmen auferlegt werden, sondern auch, dass es zu wenig gutes Personal in Form von Kirchenmusikern gibt. Bei uns war es keine Entweder-Oder-Frage, ein klassischer Kirchenmusiker war nicht zu finden.

In der nächsten größeren Stadt (ca. 40.000 Einwohnr) gibt es einen Bezirks- und einen Popkantor. Letzter füllt im Gemeindeblatt mehrere Seiten mit Berichten und Ankündigungen, der Bezirkskantor erscheint nur auf der Kontaktseite und verbreitet bei jeder Gelegenheit seine Theorie, dass vor allem das Chorwesen auf dem Land ein Auslaufmodell sei. Sowas kann natürlich den Eindruck vermitteln, dass der Popkantor das zukunftsfähigere Modell sei, ist aber sicherlich ein Einzelfall.

Aber gleichermaßen wird auch jedes unberechtigte Fleißsternchen und jede unbarmherzige Qualitätsdebatte ein Einzelfall sein, vielleicht auch mit einem deutlich weiteren Kontext drumherum. Ich denke einfach nicht, dass man diese Fälle auf "das Modell Popkantor" generell beziehen und aus ihnen den Niedergang der klassischen Kirchenmusik folgern sollte.


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