Dariia Lytvishko CD

VoxCoelestis, Donnerstag, 06. November 2025, 10:43 (vor 300 Tagen) @ MAT
bearbeitet von VoxCoelestis, Donnerstag, 06. November 2025, 10:50

Man könnte auch sagen: falsches Repertoire für diese Orgel. Wobei vielleicht auch mit einem anderen Repertoire nicht mehr viel herauszuholen gewesen wäre mit dieser Aufnahmetechnik und diesem Instrument? Dafür kenne ich die Verhältnisse zu schlecht.

Trotzdem würde ich nach einem ersten Querhören noch differenzieren:
Manche leisen und zurückgenommenen Passagen sind noch in Ordnung. Sobald es dann ins Crescendo geht, wird es zu direkt (siehe z.B. Méditation von Vierne). Das "Standard-Repertoire" (Boellmann, Widor) funktioniert in den Toccaten prinzipiell sogar noch einigermaßen auf diesem Instrument, aber klanglich ist es keine Wohltat und gerade hier gäbe es ausreichend Alternativen, die eher zu empfehlen sind.
Ganz unglücklich finde ich die Duruflé-Toccata, die sicherlich bei den bereits im Stück liegenden hohen Anforderungen *irgendwie* gemeistert wird, aber vermutlich schon bei der Aufnahme schwer in den Kasten bekommen zu war. Dementsprechend klingt es leider auch und damit kann eigentlich weder die Interpretin noch ein Zuhörer glücklich sein. Die schon in anderen Beiträgen angesprochenen Defizite kommen hier voll zum Tragen.

Nicht zuletzt bestärkt mich das ganze in der Meinung, dass nicht immer alle alles veröffentlichen müssen. Nicht jeder Interpret, der live ein sehr passables Konzert abliefert, bringt automatisch eine ordentliche Aufnahme zustande (noch von der Aufnahmetechnik ganz abgesehen). Jeder, der schon etwas mehr als nur zur eigenen Hörkontrolle festhalten wollte, wird festgestellt haben, wie schwer manchmal ein eigentlich gut beherrschtes Stück werden kann, wenn es den eigenen Ansprüchen soll und wirklich mal gar nichts schieflaufen soll.


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