Disposition - Meinungen

jrbecker @, Dienstag, 14. Februar 2012, 13:35 (vor 5326 Tagen) @ Klingelzug
bearbeitet von jrbecker, Dienstag, 14. Februar 2012, 13:38

...
Im Hauptwerk fehlt mir noch ein gedeckter 8 oder 16',

Wenn dann würde mir da allenfalls ein 16' fehlen, denn:

die Rohrflöte kann diese Aufgabe oft nicht wirklich leisten.

... was von der Intonation abhängig sein sollte. Meine Rohrflöte schafft das ganz gut.

Ansonsten finde ich es erstmal für sich allein nicht schlecht.

Unklar ist mir die Funktion von Quinte und Terz. Quinte scheint mir hier prinzipalisch gedacht zu sein, die Terz auch? (Weit macht sie eigentlich keinen Sinn, weil ihr ja der Unterbau fehlte, aber man weiß ja nie...) Wenn aber schon Quinte und Terz als Einzelregister vorhanden sind, genieße ich es immer, wenn dieses Manual dann auch einen Tremulanten erhält.

Im Schwellwerk fällt auf, daß alles recht kraftlos wirkt. Wenn man aus der Holzflöte vllt. eine Holhflöte mit breiter Labierung macht, könnte dort etwas Kraft entstehen, das war es leider auch schon. Die Vox coel. ist sicher als Schwebung gedacht, da würde ich noch über eine Verlegung ins HW nachdenken.

Warum denn das? Die Vox coelestis ist doch bestimmt als Schwebung auf das Salicional gedacht. Im HW gibt es keinen Streicher und selbst mit dem von dir gewünschten Gedackten 8' ist da immer noch kein Bezugsregister für die Vcoel. - Oder?

Die Fugara 4' als einziger 4' im SW scheint mir etwas dürftig, wobei die restlichen SW-Register wieder ok sind.
Die Trompete aus III würde ich zu einer 16'-Zunge machen und in das Pedal versetzen, auf den Bordun und damit das ganze III gänzlich verzichten.
So wie hier geschrieben, scheint es sich um ein Instrument für eine nicht übermäßig große Kirche zu handeln, was aber ein Instrument eines Domes imitieren will, zumindest deuten für mich da auch die vielen Koppeln (insbesondere die 3 Oktavkoppeln) und die drei Manuale hin. Das Ganze geht aber nur elektrisch.


Nein, denn
1. genügt es, wenn die Koppeln elektrisch sind und
2. hat z. B. Woehl schon sehr ausgiebige mechanische "Querkoppeln" gebaut. Die FRage ist nur, wie gut das dann noch spielbar ist (ich habe eine solche groß angelegte Anlage noch nicht selbst gespielt). Wir hatten das aber schonmal als Diskussion im Forum.

Würde man den Ganzen Spaß nur mit zwei Manualen und Pedal bauen, wäre eine mechanische Traktur und Registratur sinnvoll möglich und gegenüber der elektrischen Traktur wesentlich zukunftssicherer. Gleichzeitig würde man damit einiges an heute nunmal recht knappem Geld sparen und könnte das bspw. in einen zweiten etwas kräftigeren 4' im SW investieren.

Man muss sich halt entscheiden, was einem lieber ist. Ich würde es mir - könnte ich es bezahlen - ganz anders wünschen: Ich würde das 3. Manual als Koppelmanual auslegen. Wenn dann dort noch zwei, drei Register draufsitzen, erweitert das natürlich die Möglichkeiten enorm.

Ich würde dazu bei dieser Manualverteilung und Disposition wahrscheinlich das SW an III legen, das HW an II und das Koppelmanual mit den beiden zusätzlichen Registern auf I. Ich würde wahrscheinlich - gesetz den Fall Quinte und Terz im HW seien eng - zu Bourdon und Trompete noch ein Cornet IV 4' ab g° wünschen. Und ich würde auf die Koppel I/Ped verzichten und die beiden 8'-Register als Transmissionen ins Pedal verfügbar machen. Ich schrieb ja: Wenn ich Geld hätte...

Und mal ehrlich, für 19 Register braucht man auch keinen Setzer, wer die nicht überblickt, sollte sich auch nicht mehr auf eine Orgelbank zum Spielen setzen...

Dies Argumentation kannst du gerade in der Pfeife rauchen. Die Anlage eines Setzers hat nichts damit zu tun, ob jemand seinen Spieltisch überblickt. Da könnte ich genauso argumentieren: Konfirmanden kommen jeden Sonntag, da können wir doch auf den Ventus ganz verzichten. Zudem sparen dadurch noch Stromkosten.

Gruß
Jörg


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