Wie verstimmt sich eine mitteltönige Stimmung?

FranzS. @, Freitag, 27. Januar 2012, 12:11 (vor 5341 Tagen)
bearbeitet von FranzS., Freitag, 27. Januar 2012, 12:18

Hallo zusammen,

bekanntlich gibt es ja Werke von Buxtehude, Muffat und anderen, die in Tonarten geschrieben sind, die auf der damaligen mitteltönigen Stimmung nicht möglich waren. Heute ist es ja üblich, solche Werke dann zu transponieren.
Bekannt ist ja auch, dass die Orgeln früher nicht so gewartet wurden wie heute. In historischen Berichten kann man öfters nachlesen, dass der Orgelbauer erst gerufen wurde, wenn überhaupt nichts mehr funktionierte.
Angenommen eine mitteltönig gestimmte Orgel wird zwanzig Jahre nicht gestimmt (was damals sicher vorkam), wie verändert sich die "Wolfsquinte"?, Kann es nicht sein, dass dann mehr Tonarten möglich sind?

Ich komme darauf, weil mein Spinett vor einiger Zeit mitteltönig gestimmt war. Mittlerweile ist es aber schon wieder verstimmt, aber beispielsweise klingt der Fis-dur-Akkord jetzt "richtiger".

Ist es sehr weit hergeholt, wenn ich vermute, Buxtehude hat sein fis-moll Präludium improvisiert/notiert in einer Zeit als seine Orgel verstimmt, und dadurch der Fis-dur-Akkord möglich war?

Grüße

Franz

edit: bevor jetzt jemande behauptet, die Orgeln wurden damals mehr gewartet als heute, möchte ich auf folgende Tatsache hinweisen. 1788 wurde in Adertshausen bei Regensburg eine neue Orgel angeschafft, 1850 wurde sie das erste mal repariert, weil "(...)an der Orgel noch nie eine gründliche Reparatur vorgenommen(...)und nun so ruinös ist, daß das Spielen derselben zum Anstoß der Andächtigen im pfarrlichen Gottesdienst wird(...)", nur ein Beispiel.


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