Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
BourdonCéleste, Freitag, 20. Januar 2012, 12:59 (vor 5350 Tagen)
Welche heutigen Orgelbaufirmen sind Eure Favoriten und warum dies und für welche Art Orgeln?
Es sind ja oft immer wieder die selben großen "Player", die derzeit große Orgeln bauen oder umbauen dürfen (siehe z.B. Paris), bzw. zu Ausschreibungen eingeladen werden.
Wie jedoch die hier aktuell diskutierten Projekte zeigen, hat sich ja durchaus einiges verschoben, sei es an stilistischer Ausrichtung oder an musikalischer / intonatorischer aber auch handwerklicher Qualität.
Mich würden mal die Erfahrungen der Forianer interessieren, welche Orgelbauer Euch mit ihren derzeitigen Instrumenten am meisten faszinieren, wen Ihr bei Ausschreibungen berücksichtigen würdet und wo die jeweiligen Qualitäten und Stärken gesehen werden.
Was also ist los derzeit im Orgelbau, wer sind die verkannten Genies und wer hat derzeit eigentlich das Zeug zu richtig guten neuen Instrumenten?
Vielleicht mögt Ihr bei Euren Antworten differenzieren nach "historisch/historisierend" bzw. "Stilkopie" oder "moderne / Universalorgel" und bitte nennt die Instrumente, die man sich mal ansehen sollte.
Bin auf Antworten gespannt!
Schönes Wochenende wünscht
BC
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
Martin78
, Freitag, 20. Januar 2012, 13:53 (vor 5350 Tagen) @ BourdonCéleste
Hallo BC,
interessante Frage, aber ist das überhaupt so pauschal zu beantworten, ohne die Größe der Orgel / die Stilistik der Orgel / den Aufstellungsort / die Werkstattgröße im konkreten Fall zu kennen?
Wenn ein Organist einen bestimmten Orgelbauer favorisiert, muss das doch nicht heißen, dass er diesen für jedes Projekt einsetzen würde.
Will heißen: Jemand, der eine perfekte Stilkopie des 18. Jahrhunderts mit freiem Wind und historischer Stimmung in einer pfurztrockenen Saalkirchenakustik hinbekommt, muss nicht unbedingt auch eine Domkirche mit Klang füllen, eine der unvermeidlichen romantischen Klone bauen, Pneumatik restaurieren oder Kegelladen-Instrumente aus den 50er-Jahren um Auxiliaire und die neuesten technischen Spielhilfen erweitern können. Für alles gibt es doch Spezialisten...
Also wie so oft: Es kommt darauf an...
Viele Grüße
Martin
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
BourdonCéleste, Freitag, 20. Januar 2012, 14:06 (vor 5350 Tagen) @ Martin78
interessante Frage, aber ist das überhaupt so pauschal zu beantworten, ohne die Größe der Orgel / die Stilistik der Orgel / den Aufstellungsort / die Werkstattgröße im konkreten Fall zu kennen?
Wenn ein Organist einen bestimmten Orgelbauer favorisiert, muss das doch nicht heißen, dass er diesen für jedes Projekt einsetzen würde.
Absolut richtig, eben deshalb differenziert bitte gerne. Vielleicht lassen sich hier ja auch sub-threads bilden...
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
stein
, Freitag, 20. Januar 2012, 17:53 (vor 5350 Tagen) @ BourdonCéleste
Rieger oder Kuhn, kenne leider keine neuere Instrumente der letzten 10 Jahren.
Düsseldorf Kleve Zürich Luzern
Aubertin für historische Stilrichtung. Vermischt sehr schön Norddeutschen Barock mit franz. Klassik.
Oxford Dänemark Paris Bitch Vichy ...
Es gibt sicher noch viele andere, die kenne ich aber zu wenig.
Es gibt auch viele bekannte und auch grosse Orgelbauer die ich niemals nehmen würde.
gruss stein
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen? Sinnvoll?
Clemens Schäfer
, Düsseldorf, Freitag, 20. Januar 2012, 22:44 (vor 5349 Tagen) @ BourdonCéleste
bearbeitet von Clemens Schäfer, Freitag, 20. Januar 2012, 22:49
Hallo,
ich weiß nicht recht, ob das eine gute Idee ist. Vermutlich werden doch jetzt alle Orgelbauer ihre Mitarbeiter und zufriedenen Kunden bitten, sich hier registrieren zu lassen und ein gutes Wort für sie einzulegen.
Von Fall zu Fall ist eine Bewertung sicher okay und auch notwendig. Ich bin nicht gegen klare Stellungnahmen. Aber im Voraus und so generell?
Im übrigenm hat jeder so seine Vorlieben. Und die sind nicht unbedingt an Orgelbauern festzumachen: Eine Klais von 1906 würde ich mir gerne ins Haus holen, eine von 1960 nicht.
zweifelnd grüßt Clemens Schäfer
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen? Sinnvoll?
Martin78
, Montag, 23. Januar 2012, 20:38 (vor 5346 Tagen) @ Clemens Schäfer
Im übrigenm hat jeder so seine Vorlieben. Und die sind nicht unbedingt an Orgelbauern festzumachen: Eine Klais von 1906 würde ich mir gerne ins Haus holen, eine von 1960 nicht.
Hallo Herr Schäfer,
ich stimme Ihnen zu - jeder hat seine Vorlieben! Ich würde mir z.B. liebend gerne meine persönliche Lieblingsorgel (Klais 1962) ins Haus holen :-)
Übrigens auch ein gutes Beispiel für eine stimmige Gehäusegestaltung.
Einen schönen Abend,
Martin
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untersatz32
, Amriswil, Montag, 23. Januar 2012, 21:51 (vor 5346 Tagen) @ Martin78
Auch eine gute Wahl ;-)
Grüsse
Thomas
--
Thomas Haubrich
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stein
, Montag, 23. Januar 2012, 21:52 (vor 5346 Tagen) @ Martin78
die könnte bald zu haben sein.
stein
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otto krämer, Dienstag, 24. Januar 2012, 11:13 (vor 5346 Tagen) @ stein
oha!
was ist da los?
schöne grüße!
otto
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Friedrich
, Dienstag, 24. Januar 2012, 11:22 (vor 5346 Tagen) @ otto krämer
oha!
was ist da los?
Ich glaube, der Konvent ist alle.
Gruß,
Friedrich
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Martin78
, Dienstag, 24. Januar 2012, 11:31 (vor 5346 Tagen) @ otto krämer
Hallo Otto,
stein spielt sicher auf die Diskussionen über eine mögliche Schließung des Klosters an, die erst letztes Jahr wieder abgewendet worden ist.
Wenn die Orgel aus der Kirche raus müsste, wäre das ein herber Schlag für die regionale Orgelmusikszene - ich glaube aber nicht, dass es soweit kommen würde. Auch anderswo gibt es bedeutende Orgeln ohne zugehörige Klöster (z.B. Rouen, Altenberger Dom). Allerdings liegt Himmerod im ländlichen Rheinland-Pfalz ja wirklich mehr oder weniger in der Pampa und hat nicht z.B. den Großraum Köln vor der Haustüre, trotzdem eine gut besuchte Orgelkonzertserie...
Viele Grüße,
Martin
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen? Sinnvoll?
otto krämer, Dienstag, 24. Januar 2012, 11:39 (vor 5346 Tagen) @ Martin78
Hallo Martin,
um die grundsätzlichen Schwierigkeiten wusste ich....ich hatte nur den Eindruck, dass sich da ganz aktuell etwas negatives Neues auftat.
Hoffen wir das Beste für die Zukunft der Orgel und des Klosters.
Viele Grüße!
Otto
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen? Sinnvoll?
stein
, Dienstag, 24. Januar 2012, 14:31 (vor 5346 Tagen) @ otto krämer
hätte man mir vor 10 Jahren gesagt, dass Himmerod, Siegburg, Weingarten oder andere Traditionsklöster einmal schliessen werden, hätte ich ihn für verrückt erklärt.
Heute ist alles möglich. In 10 Jahren werden wir mehr wissen.
stein
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
FranzS.
, Samstag, 21. Januar 2012, 08:40 (vor 5349 Tagen) @ BourdonCéleste
bearbeitet von FranzS., Samstag, 21. Januar 2012, 09:42
Mich würden mal die Erfahrungen der Forianer interessieren, welche Orgelbauer Euch mit ihren derzeitigen Instrumenten am meisten faszinieren,
Hallo,
ich habe letztes Jahr einige Neubauten (2000+) besichtigt. Das meiste war ehrlich gesagt Mittelmaß, nichts Besonderes (was nicht heißen soll, dass das schlecht ist). Eine sehr teuere Orgel (nicht in meinem Bistum) war klanglich katastrophal, der Principal 8 war leiser als das Gedeckt 8, die Mixtruen einfach nur falsch, die Zungen richtige Tröten, da kanns handwerklich noch so gut sein, wenns scheußlich klingt. Eine wirklich schöne Orgel ist diese hier von Jann. Hier stimmt einfach alles, aber die kennst du ja wahrscheinlich selber. Sehr gute und spannende Orgeln (wenn auch nicht ganz mein Fall) hat Armin Ziegltrum gebaut, komischerweise ist keine einzige auf der vorher verlinkten Seite verzeichnet, obwohl mindestens zwei im Zeitraum ab 2002 eingeweiht wurden.
wen Ihr bei Ausschreibungen berücksichtigen würdet und wo die jeweiligen Qualitäten und Stärken gesehen werden.
Auf jeden Fall regionale Firmen. Es kann doch nicht sein, dass in einem niederbayerischen Saukaff (ich darf das sagen, ich wohn' selbst in einem) eine übrteuerte Orgel aus der Schweiz oder aus Österreich steht, während die heimischen Firmen, seien es große oder kleine, mit dem Ofenrohr in die Landschaft schauen, in der der ausländische Mitbewerber seine Werkstatt hat. Ich sage ja nicht, dass Pestigebauten nicht europaweit ausgeschrieben werden sollen (obwohl wenigstens auch mal ein solcher Auftrag an eine heimische Firma gehen könnte, wir haben ja zwei Große), aber eine Orgel unter 20 Registern? Regionalökonomisch gesehen ist das der reinste Schwachsinn.
Es gibt auch Orgelbauer, denen ich niemals einen Auftrag erteilen würde, aber die teile ich dir mal anderweitig mit
Was also ist los derzeit im Orgelbau, wer sind die verkannten Genies und wer hat derzeit eigentlich das Zeug zu richtig guten neuen Instrumenten?
Das Zeug zu richtig guten Instrumenten haben (bzw. hatten leider) wohl viele, aber die Frage stellt sich ja nicht allerorts.
Grüße Franz
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Orlos, Samstag, 21. Januar 2012, 20:46 (vor 5348 Tagen) @ FranzS.
Einerseits stimme ich gerne zu, dass AUCH einheimische Firmen eine Chance bekommen sollten. Andererseits gibt es auch Regionen mit einer gewissen Mono-"Kultur", die eher reizarm ist. Als es in meinem Fall um den Neubau einer Orgel mit 19 Registern in Wiesbaden ging, empfahl mir der damals zuständige Orgelsachverständige die Firma Mayer aus Heusweiler. Ich will jetzt gar nichts gegen diese Firma sagen, aber es wäre die achte (!) Mayer-Orgel in Wiesbaden gewesen. Ich setzte damals eine elsässische Firma durch, um 'mal einen ganz anderen Akzent zu setzen. Die Orgel ist wirklich sehr eigenständig geworden und setzt sich stark von den hier sonst üblichen Instrumenten ab. Die Orgel ist bald 20 Jahre alt und hat bisher erfreulich wenig Wartungsarbeiten benötigt, so dass die (relativ) weite Entfernung zum Orgelbauer gar nicht ins Gewicht gefallen ist.
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FranzS.
, Samstag, 21. Januar 2012, 22:18 (vor 5348 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von FranzS., Samstag, 21. Januar 2012, 22:25
Einerseits stimme ich gerne zu, dass AUCH einheimische Firmen eine Chance bekommen sollten. Andererseits gibt es auch Regionen mit einer gewissen Mono-"Kultur", die eher reizarm ist. Als es in meinem Fall um den Neubau einer Orgel mit 19 Registern in Wiesbaden ging, empfahl mir der damals zuständige Orgelsachverständige die Firma Mayer aus Heusweiler. Ich will jetzt gar nichts gegen diese Firma sagen, aber es wäre die achte (!) Mayer-Orgel in Wiesbaden gewesen. Ich setzte damals eine elsässische Firma durch, um 'mal einen ganz anderen Akzent zu setzen. Die Orgel ist wirklich sehr eigenständig geworden und setzt sich stark von den hier sonst üblichen Instrumenten ab. Die Orgel ist bald 20 Jahre alt und hat bisher erfreulich wenig Wartungsarbeiten benötigt, so dass die (relativ) weite Entfernung zum Orgelbauer gar nicht ins Gewicht gefallen ist.
was Anderes ist es aber, wenn junge, dynamische und motivierte heimische Orgelbauer überhaupt nicht berücksichtigt werden und wenn in nicht mal 10 Jahren gleich sieben alpenländische Orgeln gebaut wurden, davon drei von der selben Firma, so schauts aus.
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kjz1, Sonntag, 22. Januar 2012, 09:31 (vor 5348 Tagen) @ Orlos
Als es in meinem Fall um den Neubau einer Orgel mit 19 Registern in Wiesbaden ging, empfahl mir der damals zuständige Orgelsachverständige die Firma Mayer aus Heusweiler. Ich will jetzt gar nichts gegen diese Firma sagen, aber es wäre die achte (!) Mayer-Orgel in Wiesbaden gewesen.
Nun, hier ist es kaum anders. Der (geplante) Neubau in unserer Pfarrkirche wird dann die siebte Mayer-Orgel hier in der Stadt (+ nähere Umgebung) sein.
Viele Grüße,
- Karl-Josef
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Karl-Bernhardin Kropf, Sonntag, 22. Januar 2012, 11:52 (vor 5348 Tagen) @ kjz1
Zunächst fand ich diesen Thread äußerst problematisch, aber er scheint sich zunehmend zu entspannen. Denn dadurch, dass ziemlich viele Orgelbauer erwähnt werden, dürften irgendwann alle vorkommen, die jeweils etwas Brauchbares abgeliefert haben. Und dann bleibt an wirklich Sinnvollem eigentlich nur das bereits erfolgte Ansprechen der diversen Probleme (Wartungen/Subunternehmer, Monokultur etc...)
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orgamat, Sonntag, 22. Januar 2012, 14:00 (vor 5348 Tagen) @ Orlos
Ein sehr schönes (optisch wie klanglich) neues Instrument ist mir in Zeil am Main untergekommen- einzig die sog. Schwabflöte kam etwas geigenprincipalisch um die Ecke- für sich schön, aber eben keien Flöte. Erbauer dieser lohnenden Orgel ist die Firma Eichfelder aus Bamberg gewesen. Also nicht immer nur "die Großen":-) Hier ein Link: http://www.orgelbau-eichfelder.de/Neubauten/Zeil_am_Main/zeil_am_main.html
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fluteceleste
, München, Montag, 23. Januar 2012, 06:22 (vor 5347 Tagen) @ orgamat
Dann ist die "Vox humana" eine Schwebung? (ist in der Dispo unter den Labialen gelistet und ab c0)... Ich kann mir die überraschten Gesichter der Gastorganisten schon vorstellen
was hat es dennn namentlich mit der Schwabflöte auf sich? ansonsten fände ich doch lokal bedingt einen 'Geichenbrinzibaal' eher angebracht..aber das ist natürlich schwieriger zu schreiben
Zwinkernder Gruß nach Franken und sonstwo,
Stefan
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Bauernflöte 2'
, Montag, 23. Januar 2012, 08:18 (vor 5347 Tagen) @ fluteceleste
Dann ist die "Vox humana" eine Schwebung? (ist in der Dispo unter den Labialen gelistet und ab c0)... Ich kann mir die überraschten Gesichter der Gastorganisten schon vorstellen
was hat es dennn namentlich mit der Schwabflöte auf sich? ansonsten fände ich doch lokal bedingt einen 'Geichenbrinzibaal' eher angebracht..aber das ist natürlich schwieriger zu schreiben
Zwinkernder Gruß nach Franken und sonstwo,
Stefan
So ist es, die "Vox humana" ist eine Schwebung. Vllt. wollte man "voce umana" schreiben, jedoch handelt es sich ja eben nicht um eine Principalschwebung, sondern um eine Vox coelestis.
Zum Thema Schwabflöte: Der Pfarrer, unter dessen Regie die Orgel die gebaut wurde, hieß Schwab.
Ansonsten muss ich zustimmen: Sehr schönes Instrument!
Es gibt in Zeil auch eine kleine, aber feine Orgelreihe:
http://www.kath-kirchenmusik.de/orgelmusik/orgelreihe-zeil-am-main/
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Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Januar 2012, 10:20 (vor 5347 Tagen) @ Bauernflöte 2'
Zum Thema Schwabflöte: Der Pfarrer, unter dessen Regie die Orgel die gebaut wurde, hieß Schwab.
Und ich dachte schon, das sei ein besonders sparsames Register.
Eventuell mit mehrfach verwendbaren Pfeifen, wie hier zu sehen: http://www.orgelbau-vier.com/doppeltonpfeifen.html
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samuelscheidt, Montag, 23. Januar 2012, 13:04 (vor 5347 Tagen) @ fluteceleste
Dann ist die "Vox humana" eine Schwebung? (ist in der Dispo unter den Labialen gelistet und ab c0)... Ich kann mir die überraschten Gesichter der Gastorganisten schon vorstellen
definitiv Schwebung.
abgesehen davon geht auch aus der Registeranordnung am Spieltisch einigermaßen hervor, daß es sich um eine Labialstimme handelt und nicht um eine Zunge.
Und schließlich würde mich eine linguale Vox h. in dieser Disposition nicht minder überraschen ;-)
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orgelquaeler, Südwestdeutschland, Montag, 23. Januar 2012, 11:37 (vor 5347 Tagen) @ orgamat
Hallo!
Ist das Bild im Prospekt von Herrn Lenssen?
Grüße
OQ
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Bauernflöte 2'
, Montag, 23. Januar 2012, 15:15 (vor 5347 Tagen) @ orgelquaeler
Nein, von Jacques Gassmann. Es handelt sich um eine Gemäldesäule, die den Erzengel Michael zeigt. Die Säule ist drehbar und zeigt in der Osterzeit die Auferstehung.
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Axel
, Mechernich, Samstag, 21. Januar 2012, 09:13 (vor 5349 Tagen) @ BourdonCéleste
Schwierige Frage. Kaum jemand hat wohl wirklich den ganz großen Überblick. Vor allem nicht mit jeweils ganz aktuellen Projekten.
Für historisierende Neubauten habe ich den Eindruck, dass Ahrend immer noch klanglich und handwerklich überzeugende Lösungen anbietet. Anders als bei manchem anderen Anbieter dieser Stilistik bleibt es klanglich immer nobel.
Bei Restaurierungen aller Art habe ich von Fasen nur beste Qualität gesehen. Hier wird sensibel mit vorhandenem Material umgegangen, egal aus welcher Epoche.
Bei Seifert ist derzeit die Qualität des Materials und der handwerklichen Ausführung kaum zu schlagen, bei sehr akzeptablen Preisen. Die Intonation finde ich gut, vielleicht für meinen ganz persönlichen Geschmack etwas kühl.
Ansonsten tendiere ich gerne auch zu regionalen Anbietern und stimme Franz gerne zu. Von Kubak z.B. habe ich im letzten Jahr einige schöne kleinere Lösungen gesehen.
Eule erlebt ja den ganz großen Hype. Da muss ich in den nächsten Wochen mal 2 neue Orgeln anschauen.
Nur als völlig subjektive Eindrücke. Dabei fallen natürlich ganz viele Orgelbauer heraus, von denen ich schlichtweg nichts kenne.
Gruß
Axel
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
daggies
, Samstag, 21. Januar 2012, 14:23 (vor 5349 Tagen) @ BourdonCéleste
Für große Instrumente Kuhn(die neue Kuhn-Orgel in der Jesuitenkirche in Heidelberg ist ein Traum!) oder Seifert (siehe u.a. Dom zu Speyer).
Für historisierende Neubauten entweder Wegscheider oder Schiegnitz (seine Orgel in der Annenkirche in Limburg ist fabelhaft!).
Aubertin oder Grenzing sind auch toll, aber die Preise recht stolz. (Bin sehr gespannt auf die Grenzing-Orgel in Maulbronn!)
Ist aber alles sehr, sehr subjektiv!
Maulbronn, war: Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
fluteceleste
, München, Sonntag, 22. Januar 2012, 10:37 (vor 5348 Tagen) @ daggies
bearbeitet von fluteceleste, Sonntag, 22. Januar 2012, 12:25
Habe eben beim Orgelförderverein Maulbronn nachgesehen. Dort heißt es:
"Im Jahr 2002 kommen zwei Gutachten zu dem Schluss, dass eine weitere Restaurierung keine Lösung wäre, da das Instrument in einem nicht mehr reparablen Verfallsprozess begriffen ist. Seitdem wird ein Neubau angestrebt."
Bei aller Vorfreude auf ein neues Instrument (dessen Dispo sich dem Geschmack der Zeit entsprechend "schön romantisch" liest), halte ich dieses Statement für nicht ehrlich. Wenn nicht grade starker Holzwurm- oder Schimmelbefall, oder einsinkende Pfeifenfüße vorkommen (was wohl nicht der Fall ist, man möge mich aber korrigieren wenns der Fall sein sollte), erschließt sich mir nicht, warum bei solchen instrumenten ein "nicht mehr reparabler Verfallsprozeß" einsetzen soll. Ich bin mir sicher, dass Walcker solide genug gebaut hat, vielleicht mit Industriematerial, und v.a. eben nicht dem derzeitigen Geschmack entsprechend, aber warum schreibt man dann nicht lieber gleich, dass das instrument nicht mehr zeitgemäß, und aufwendig zu reparieren ist? Oder, wie es in Erkelenz heißt, "ein Groschengrab"?
meint (auch an gwm denkend, der das Instrument von 1972 vermissen wird)
Stefan
PS: 1 1/3',und 1' sowieso, sind bei mittelgroßen Instrumenten voll aus der Mode gekommen. (Sogar bei den ganz großen neuen wie in Speyer hat man einen Larigot ganz rausgelassen, dafür gibt es im Solo eine Septime harmonique..na dann)
Edit: Sehe grade, dass in der Winter-halterorgel der Winter-kirche des Klosters es sogar zwei 1 1/3' gibt. Na dann nehm ich (fast) alles zurück...
Maulbronn, war: Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
Friedrich
, Sonntag, 22. Januar 2012, 12:48 (vor 5348 Tagen) @ fluteceleste
… Wenn nicht grade starker Holzwurm- oder Schimmelbefall, oder einsinkende Pfeifenfüße vorkommen (was wohl nicht der Fall ist, man möge mich aber korrigieren wenns der Fall sein sollte), erschließt sich mir nicht, warum bei solchen instrumenten ein "nicht mehr reparabler Verfallsprozeß" einsetzen soll. Ich bin mir sicher, dass Walcker solide genug gebaut hat, vielleicht mit Industriematerial, und v.a. eben nicht dem derzeitigen Geschmack entsprechend, aber warum schreibt man dann nicht lieber gleich, dass das instrument nicht mehr zeitgemäß, und aufwendig zu reparieren ist?
Ich erinnere an einen kurzen Thread zur Orgel der Berliner Luisenkirche. Schöner Klang, aber offenbar so kurzlebige Materialien auch im Pfeifenwerk, dass sie nicht mehr zu retten ist.
Gruß,
Friedrich
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Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Samstag, 21. Januar 2012, 15:07 (vor 5349 Tagen) @ BourdonCéleste
Man muß nicht immer nur die Big Player anhimmeln und man muß auch nicht immer nur auf komplette Neubauten schauen. Genauso wichtig ist die Frage wie Orgelbauer mit bestehenden (kleineren) Orgeln bei Reinigungen, Nachintonationen, Umbauten oder Erweiterungen umgehen. Das meiste geschieht auf dem flachen Land - und da stehen erheblich mehr Orgeln als in allen Domen zusammen.
Ein hübsches Fernwerk hat Rainer Kilbert der neuen Orgel in Barbing bei Regensburg angefügt. Es steht hinter dem barocken Hochaltar und passt wunderbar zu der akustisch ungewöhnlichen Situation in dieser Kirche.
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Matthias Mück
, Magdeburg, Sonntag, 22. Januar 2012, 14:58 (vor 5348 Tagen) @ BourdonCéleste
![[image]](images/uploaded/201201221456004f1c2380f23d1.jpg)
Nicht nur weil ich sehr glücklich bin, auf diesem Instrument als Organist spielen zu dürfen. Auch Fachwelt urteilt sehr positiv über diese Orgel und auch andere Instrumente aus dem Hause Eule.
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Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 22. Januar 2012, 15:03 (vor 5348 Tagen) @ Matthias Mück
...aber den Prospekt finde ich schrecklich nervös.
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Matthias Mück
, Magdeburg, Sonntag, 22. Januar 2012, 15:14 (vor 5348 Tagen) @ Hausorgler
Mag sein- manche werden nervös, wenn sie nicht spielen dürfen. Den Prospekt sollte man besser live im Raum erleben.![[image]](images/uploaded/201201221514024f1c27ba6975b.jpg)
Kleines Detail vom Spieltisch ins Gewölbe fotografiert.
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untersatz32
, Amriswil, Sonntag, 22. Januar 2012, 15:51 (vor 5348 Tagen) @ Matthias Mück
... und ich bin schon ganz nervös, die neue Eule 2014 in der Konstantinbasilika Trier zu sehen und unter die Finger kriegen zu dürfen.... hach watt schön... :-)
Das ist wirklich ein Jahrhundertprojekt... Dieser Raum endlich wieder mit einer adaequaten grossen Orgel ausgestattet... (Die "Kleine" hat ja auch ihre schönen Qualitäten, aber den RIESENraum natürlich nie komplett beschallen können).
Alte Heimat Mosella lässt grüssen...
Gruss Thomas
--
Thomas Haubrich
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Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 22. Januar 2012, 15:54 (vor 5348 Tagen) @ Matthias Mück
Mir sind das zuviele einzelne Pfeifenfelder, zuviele Spitzen, die da nach oben spritzen, zu viel Wellengang im Verlauf der Labien. Und was ich ganz besonders nicht mag, sind Mittelpfeifen, die den Gehäuserahmen sprengen. Das sieht man ja derzeit häufiger. Ich mag es dennoch nicht. Wozu ein Gehäuse, wenn man es dann fallweise doch nicht braucht? Da brechen in der Architektur Funktion und Form auseinander, was ich immer für sehr problematisch halte, denn dann entsteht Sinnverlust.
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Matthias Mück
, Magdeburg, Sonntag, 22. Januar 2012, 16:19 (vor 5348 Tagen) @ Hausorgler
Sinnenlust entsteht m.E. dann, wenn zu theoretisch argumentiert wird. Ein Orgelgehäuse ist sehr wichtig. und wer den Raum kennt, kann sich dann eher ein Bild machen.
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Clemens Schäfer
, Düsseldorf, Sonntag, 22. Januar 2012, 16:58 (vor 5348 Tagen) @ Matthias Mück
Sinnenlust? WC = Wohl Caum! ;-))
Soll der Prospekt vielleicht das lodernde Feuer des hl. Geistes darstellen,
frägt Clemens Schäfer
--
Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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Antilope, Montag, 23. Januar 2012, 12:29 (vor 5347 Tagen) @ Matthias Mück
Mag sein- manche werden nervös, wenn sie nicht spielen dürfen.
So ein unfug... .
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Tabernakelwanze
, Niederrhein, Montag, 23. Januar 2012, 12:56 (vor 5347 Tagen) @ Matthias Mück
Dürfen viele nicht spielen?
--
Gruß vom Niederrhein
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Antilope, Montag, 23. Januar 2012, 11:13 (vor 5347 Tagen) @ Hausorgler
Ich finde den Prospekt gar nicht nervös.
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flautado, Sonntag, 22. Januar 2012, 17:37 (vor 5348 Tagen) @ BourdonCéleste
Für mich persönlich haben sich in den letzten Jahren die Firmen Winterhalter und Mühleisen heraus kristallisiert, denen für mich eine überzeugende Synthese aus modern und ansprechenden Gehäuseentwürfen, ästhetischer und ergonomischer Spieltischgestaltung, technisch äusserst gelungenen Lösungen sowie natürlich eine absolut ausgewogene und harmonische Klanggestaltung gelungen ist.
Diese Firmen sind in den letzten Jahren konsequent ihren Weg gegangen und haben so ihr eigenes Profil und ihren eigenen Werkstattcharakter entwickelt, eben die Summe aus den gerade angeführten einzelnen Punkten. Diese Summe ist für mich unterm Strich eben entscheidend. Es gibt viele kleine und grosse Firmen, die irgend einen Teil des Orgelbaus perfekt beherrschen, allerdings dann in manchen Teilbereichen leider nur akzeptable Leistungen zeigen, die mich nicht überzeugen.
Das ist jetzt natürlich meinerseits rein subjektiv zu sehen. Für mich ist es einfach wichtig das das Gesamtbild stimmt und der Orgelbauer seinen eingeschlagenen Weg beharrlich verfolgt.
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Unda Maris
, nahe Hamburg, Sonntag, 22. Januar 2012, 22:37 (vor 5347 Tagen) @ BourdonCéleste
Manche der hier genannten Firmen haben zudem für so manches Projekt auch schon mal ein Joint Venture begangen: Klais/Wegscheider, Mühleisen/Jann. Nutzung von Syergieefffekten nennt man das wohl neudeutsch?! Gibt es noch weitere Beispiele aus jüngster Zeit von solchen Kooperationen?
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fluteceleste
, München, Montag, 23. Januar 2012, 06:39 (vor 5347 Tagen) @ Unda Maris
bearbeitet von fluteceleste, Montag, 23. Januar 2012, 06:44
ich denke da an Klais/Späth im Hamburger Michel; zumindest beim Fernwerk:
![[image]](images/uploaded/201201230628194f1cfe03aeedb.jpg)
Hübsche Festschrift mit interessanten Bildern übrigens, hier zu lesen.
In diesem Zusammenhang sei auch der wunderbar historisierend nachgebaute Spieltisch der Marcussen-Konzertorgel erwähnt. Hier hat man wirklich Geschmack bewiesen:
![[image]](images/uploaded/201201230636364f1cfff459b8a.jpg)
![[image]](images/uploaded/201201230638354f1d006b2ea15.jpg)
wohingegen der Klais-Zentralspieltisch ja eher streng nüchtern wirkt..
aetherische und ästhetische Grüße
Stefan
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Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Januar 2012, 10:09 (vor 5347 Tagen) @ fluteceleste
Die Orgelanlage im Hamburger Michel ist faszinierend. Im Grunde ist die Kirche mit ihren nunmehr 4 Orgeln geradezu ein Palast für die Königin der Instrumente. Vor einem Jahr war ich dort und konnte sowohl die Marcussenorgel, wie auch die gegenüberliegende Späth-Orgel hören. Dazu kam noch eine freundliche Einladung des Organisten, Herrn Gera, auf die Emporen. Ein herrlicher Tag! Sehr schön finde ich auch, daß man die große neobarocke Steinmayerin nicht antastet und auch diesen Stil im Konzert der Geschmäcker gelten läßt.
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Antilope, Montag, 23. Januar 2012, 10:27 (vor 5347 Tagen) @ Unda Maris
Es gibt doch unzählige solcher Kooperationen:
Orgelbauer x + Laukhuff + Pfeifenmacher Y
Oder glaubt Ihr ernsthaft, dass die Mehrheit der Orgelbauer alles selber macht?
Mindestens einen Vorteil hat es: Den Preis!
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untersatz32
, Amriswil, Montag, 23. Januar 2012, 16:03 (vor 5347 Tagen) @ BourdonCéleste
Also, hier mal meine 10Cent/Rappen/Pfennig/Rupien...
Barockisierend/Historisierend:
Aubertin (sowohl von Intonation als auch von den interessanten Prospekten her)
Ahrend
Rohlf
Universalorgel:
Rieger (Regensburg)
Kuhn (Essen, Heidelberg)
Symphonisch:
Seifert (Pfronten, Speyer)
Van den Heuvel (Kopenhagen, Stockholm)
Eule (Magdeburg)
... und was
Restaurierung / symphonische Erweiterung&Neu-Intonation von 1910er bis 1970er Jahre-Instrumente betrifft:
Thomas Gaida (hat hier ganz klar die Nase vorn)
Grüsse
Thomas
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Thomas Haubrich
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
JFK, Montag, 23. Januar 2012, 17:41 (vor 5347 Tagen) @ BourdonCéleste
Also mich persönlich hat die Winterhalter-Orgel in St. Andreas in Rgbg sehr beeindruckt. Diese Orgel hat ihm auch den Auftrag für die Wieskirche eingebracht. Würde ich auf jeden Fall einladen!
Die Firmen Jann und Sandtner haben in unserer Umgebung auch viele schöne Instrumente gebaut, mit nur wenigen Ausreißern nach unten.
Sehr schön ist auch die Mathis-Orgel in der Alten Kapelle, wobei ich auch der Meinung bin, dass für Dorforgeln (wie in Oberndorf II/14) nicht unbedingt ein Schweizer anreisen muss.
Letztendlich verstehen die meißten ihr Handwerk sehr gut, der Rest ist einfach Geschmackssache. Wichtiger wäre eigentlich ein Thread "Welche Orgelbauer sollte ich auf keinen Fall einladen" aber dann müsste das OF wieder um seine Existenz bangen.
Nicht zu vergessen ist auch die Rolle des OSV. Es kommt schon manchmal vor, dass die Herren so beschäftigt sind, dass grundsätzliche Wünsche in der Intonation erst geäußert werden, wenn die Arbeit schon getan ist hat mir ein Orgelbauer mal geklagt.
Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen
Roger Sohler, Montag, 23. Januar 2012, 21:56 (vor 5346 Tagen) @ JFK
Was mich bei Orgelbauern immer interessiert ist was sie von sich aus bringen. Wäre es vergleichbar würde ich jedem empfehlen, der Orgelbauer solle bitte seine eigenen Gedanken zu Konzept, Disposition und klanglicher Gestaltung mitnehmen - leider macht das Projekte sehr schwer vergleichbar.
Generell glaube ich dass es schwer ist wirklich "den" Orgelbauer zu finden. Jeder hat einmal einen ganz großen Wurf und jede Firma mal was ganz schlechtes (subjektiv natürlich). Wenn mir eine Firma sehr gut gefällt und dann eine Orgel unterkommt die genau in die andere Richtung geht frage ich meistens nach. Warum wurde diese Orgel so? Meistens heißt es dann weil der OSV das so wollte, oder die Pfarre sich das eingebildet hat. Wenn ich wie erst kürzlich von einem Orgelbauer (zu Recht - denn er wollte meine Sicht als Organist wissen) gefragt werde, wie ich eine Orgel auf II/14/P mit einem Schwellwerk ausstatten würde bleibt mir leider nur eine Antwort: I/14/P angehängt oder aber ich rede nicht von einem Schwellwerk.
Regional schaut es in Österreich natürlich anders aus wie in D - was hier ja meistens gebracht wird. In Vorarlberg gibt es tolle Behmann Orgeln, natürlich massig Rieger und auch Pflüger kommt öfters vor. Die beiden kleinen Enzenhofer und die Gebrüder Mayr bauen auch sehr schöne Instrumente, nur in kleinerer Dimension. In Tirol zeigt sich ein Monopol durch die Firma Pirchner, welche lt. manchen Angaben rund 60% aller Orgeln des Bundeslandes gebaut haben soll. Dennoch sehr viel interessantes und oft auch in Richtung Aigner gehen (Orgelbauer 19. Jht.). In Salzburg gibt es derzeit nur Roland Hitsch, eine super Firma aber auch eher auf kleinere Orgeln ausgelegt (wenngleich man meinen könnte gerade Salzburg sollte in diese Richtung mehr bieten). In OÖ haben wir nennenswert die Firma Kögler, sehr historisierend in der Technik, aber solide. Windtner im Bereich der pneumatischen Orgeln und vor allem Restaurierungen. So könnte man hier weiter aufzählen. Letztlich gibt es viel schönes, manches wirklich misslungenes...
Eine der schönsten Orgeln die ich jemals gespielt habe war die Hey Orgel in Oberthulba Oberfranken. Das war Inspiration pur - allerdings hätte man die Pedaltrompete als Chamade deklarieren sollen, denn anders als im Raum nimmt das am Spieltisch nicht war.
Insgesamt finde ich es schade, dass den Orgelbauern zu viele Vorschriften gemacht werden und nur selten wirklich was gutes dabei raus kommt.
Wers nun auch noch wissen will, "meine" eigene Orgel ist aus dem Hause Riedl (gibts nimmer - OBM in Pension) BJ 1994:
I. HW C - g'''
Principal 8'
Viola 8'
Rohrgedackt 8'
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Superoctave 2'
Mixtur IV 1 1/3'
II. RP C - g'''
Gedackt 8'
Rohrflöte 4'
Nazard 2 2/3'
Principal 2'
Tierce 1 3/5'
Quinte 1 1/3'
Octave 1'
-Tremulant
Pedal C - f'
Subbaß 16'
Octavbaß 8'
Fagott 16'
Koppeln:
II/I, I/P, II/P
Jetzt könnte man die Dispo auseinander nehmen und ankreiden was an der Orgel alles fehlt.
Mir geht ab Octave 4' im Pedal, Trompete 8' und Bourdon 16' im HW und eine schön Zunge im RP - am Papie, denn kaum an der Orgel ist sie einfach gut wie sie ist.
Lg
Roger
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Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Montag, 23. Januar 2012, 22:10 (vor 5346 Tagen) @ Roger Sohler
Wenn mir eine Firma sehr gut gefällt und dann eine Orgel unterkommt die genau in die andere Richtung geht frage ich meistens nach. Warum wurde diese Orgel so? Meistens heißt es dann weil der OSV das so wollte, oder die Pfarre sich das eingebildet hat.
Auf der Homepage einer Orgelbaufirma fand ich bei einer Disposition den Hinweis "Auftragsdisposition". Ein offenbar diskreter Hinweis, daß man mit der kundenseitig angeforderten Dispo nicht so wahnsinnig glücklich war und eine gute Möglichkeit, zu zeigen, welches nun wirklich eigene Dispositionsentwürfe sind.