So etwas sollte man auch mal mit Orgeln machen...

chp, Dienstag, 03. Januar 2012, 10:17 (vor 5364 Tagen) @ Fabian Brackhane
bearbeitet von chp, Dienstag, 03. Januar 2012, 10:22

Hallo,

"Blindtest entzaubert die Stradivari"

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,806748,00.html

Ob da wohl ähnliche Ergebnisse herauskämen? *duckundweg*

sicherlich spielt bei der klanglichen Beurteilung das Wissen um das Instrument eine Rolle. Das ist nicht so überraschend und ist bei Bier, Kaffee oder Autos nicht viel anders, sonst gäbe es ja keine Werbung, die auf Verknüfung von Emotionen und Produkt setzt. Apropos Autos: ein weitläufiger Bekannter, Psychologe mit Spezialisierung auf akustischer Wahrnehmung, arbeitet bei Mercedes am akustischen Design des "Plopps" beim Türschließen, das den Kunden eine möglichst hohe Wertigkeit des Gesamtprodukts suggerieren soll.

Zum Thema Orgel passender als Geigen: In einer Untersuchung im Rahmen einer Doktorarbeit wurden Faktoren gesucht, die den Erfolg im Probespiel von Flötisten für Orchesterstellen vorhersagen könnten. Dabei stellte sich u.a. heraus, dass Material (Silber, Gold, Platin), Herstellungsart (z.B. handfertigt und speziell an Lippen/Mundpartie des Flötisten angepasst) und Preis der Flöte (es geht da durchaus um Instrumente in der Klasse 20000 Euro) keinen Einfluss auf den Erfolg im Probespiel hatten.

Leider war die Stichprobe und der Zugang zu den Daten zu klein um so spezielle Dinge wie den Einfluss von Körpergröße und Geschlecht von Bewerberin auf die 2. Stelle und männlichem 1. Flötist auf den Erfolg im Probespiel zu untersuchen...

Leider wird bei er in der Presse zitierten Untersucung nichts über die Herkunft der alten Geigen gesagt: Ob die als Spitzeninstrumente im Gebrauch sind oder seit Jahrzehnten in Museen oder eben einer Sammlung vor sich hingammeln, wäre schon eine wichtige Information. Im Palacio Real in Madrid gibt es eine Sammlung von sehr schön anzusehenden Stradivari-Instrumenten (komplettes Streichquartett: http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Stradivari), das einmal im Jahr herausgeholt und bespielt wird. Wie das dann wohl klingt?

Und noch etwas: Wenn ich als regelmäßiger ehrenamtlicher Beorgler eines kleinen, modernen Vorstadtkirche mit entsprechendem Örgelchen mal die Gelegenheit habe, in einer Kirche zu spielen, wo jeder Stein Geschichte atmet und die Orgel vielleicht auch, dann wird mein Spiel vielleicht nicht besser, aber mein Gefühl schon...

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


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