Prof. Hans-Dieter Möller in St. Maximilian, D-Altstadt

Reinhard Kluth ⌂ @, Tübingen, Sonntag, 18. Dezember 2011, 22:19 (vor 5378 Tagen) @ Clemens Schäfer

Stimmt alles ganz genau. Ich möchte noch folgendes dazugeben: ich habe die Fantasie Es-Dur von Pachelbel noch nie so wunderschön gehört. Das Register Onda Maris und die Interpretation von Möller verwandelten dieses Stück so, daß man fast den Eindruck einer Elevationstoccata von Frescobaldi hatte. Das Register ist berückend schön.
Daß Möller beim Dialogue von Corette das Pedal benutzte erstaunte mich doch sehr. Es ist so nicht vorgesehen; und die Nummer von Joh.Gottfried Müthel ist ja wohl so ne Sache für sich. Ich kenne mich da sehr genau aus, da ich vor einiger Zeit das gesamte Orgelwerk von Müthel in Altenburg aufführen konnte. Möller hat vor allem in den Pedalsoli in der Tat eine viel zu dicke Zungenregistrierung gewählt, die dann das Ganze nahezu undurchhörbar machte. Ich glaube, hier hätte weniger viel mehr gemacht.Dafür entschädigte allerdings die virtuose Pedaltechnik Möllers. Saint-Saens hätte ich mir auch lieber auf einer anderen Orgel gewünscht. Bei der Schlußimprovisation störte mich allerdings das fehlende Schwellwerk überhaupt nicht. Hier, das kenne ich aus meiner Studienzeit bei Möller, weiß dieser sehr gut, grandiose Crescendi zu zaubern; hier war er klar in seinem Element; und dafür bewundere ich ihn. Dem Mann fällt immer war Tolles ein.
Ich finde die Orgel einfach Klasse. Man muß nur wissen (und vorher überlegen) was man drauf spielt. Es ist keine Barockorgel, es ist auch keine König-Kopie und es ist auch nicht die "typische" Klaisorgel (wie ein naseweiser Orgelfreund meinte). Klais hat ein klassisches Instrument geschaffen, auf welchem bestimmt nicht alle Kompositionen gut gehen; aber die typisch klassische Orgelmusik (sicher nicht die symphonische)bis zur Romantik von Mendelssohn oder Rheinberger etc. ist hier sehr sehr gut aufgehoben.


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