Neue Peter Orgel in Köln

Laufenmüller, Montag, 12. Dezember 2011, 11:16 (vor 5386 Tagen) @ Tabernakelwanze

Die Rolle der Orgel in einem neuapostolischen Gottesdienst ist derzeit nach meinem Empfinden unklar. Die Neuapostolische Kirche (NAK) bezeichnet sich zwar gerne als "musizierende Kirche". Musik ist fester Bestandteil eines Gottesdienstes - in erster Linie Chorgesang, gelegentlich auch Instrumentales. Grundsätzlich kann auch die Orgel solistisch auftreten. Dennoch wird man kaum "Größeres" (etwa ein längeres Pleno-Stück) zu hören bekommen. Einesteils fehlt es dazu an ausgebildeten Organisten (es gibt "Orgelspieler", die eigentlich keinerlei Interesse an der Orgel oder deren Musik haben), andererseits fehlt auch das Verständnis der Zuhörer. Ein längerer oder gar virtuoser Vortrag der Orgel passt einfach nicht in einen ausgeprägten Wortgottesdienst mit zwanzigminütiger Haupt- und einer oder mehrerer "Neben-" Predigten in einer Kirche, deren Basis die Laienarbeit ist.
Eine eigentümliche Besonderheit ist das Orgelspiel vor Beginn des Gottesdienst. Hier wird aber vor allem leises Spiel erwartet. Nachdem sich neuerdings die Erkenntnis durchsetzt, daß auch der Gemeindegesang nicht unbedingt im Tutti begleitet werden muß, kann man also durchaus etliche Gottesdienste in einer NAK besuchen, ohne jemals eine Mixtur oder gar eine Zunge gehört zu haben. Selbst mit Aliquoten wissen nicht alle Organisten etwas anzufangen.
"Schöne Sachen basteln" oder "Improvisationen und Romantik ab Mendelssohn", wie Vorredner sagten, wird dieses Instrument also - leider! - aller Wahrscheinlichkeit nach wohl eher selten erleben.
Auf diesem Hintergrund werden meine Gedanken zur Disposition - die ich nicht unbedingt als Kritik verstanden wissen wollte - vielleicht verständlicher.


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