Orgel in Wiener Staatsoper

Friedrich @, Samstag, 10. Dezember 2011, 00:06 (vor 5390 Tagen) @ orgelsolo

Wie ist eine Opernhausorgel disponiert, in welchen Opern kann man eine Orgel verwenden?

Siehe hier, mit PDF der ganzen Arbeit.

Eine Opernorgel muss alles können, was das Klischee verlangt, also: Pedalbässe, Plenum und Tutti, Grundstimmen und Voix céleste. Kammermusikalische Wirkungen werden nicht gefordert, mehrere Klangebenen mit Werkcharakter sind deswegen nicht unbedingt nötig; elektrische Traktur ist ein Muss. Platz ist sowieso nie.

Eigentlich reicht also ein gut besetzter Schwellkasten, eventuell mit der Möglichkeit, das Pfeifenwerk auf zwei Manuale verteilt zu nutzen, und ein offener 16'. Will man musikalisch mehr davon haben als das Klischee von Kirchlichkeit, kommt man um ein freistehendes Werk mit mindestens Prinzipalen 8' und 4' und vielleicht eine Pedalposaune nicht herum. Für so etwas wie die Schostakowitsch-Passacaglia braucht man dann schon ordentlich Saft.

Wagner hatte vor der Eröffnung des Festspielhauses offenbar bei einem Bayreuther Orgelbauer einen Kostenvoranschlag über eine Orgel eingeholt, die nur zwölf Subbass-16'-Töne enthalten sollte und, wenn ich mich recht erinnere, von den Schlagzeugern gespielt werden sollte. Eigentlich brauchte der Meister nur das Es für das Rheingold-Vorspiel. Er hat die Sache dann gelassen.

Aber stell dir vor, Du sollst das Rheingold dirigieren und weißt, da liegt irgendwo eine 16'- oder 32' Pfeifenreihe im Bühnenhaus … könntest Du widerstehen?

Gruß,
Friedrich


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