Das alte Lied...
Heute geriet mir aus reinem Zufall die Festschrift einer mittlerweile auch schon wieder einige Jahre alten Orgel in XY in die Hände (wer Ort und Orgelbauer errät, bekommt ein Fleißsternchen ;-).
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Aber bitte ein besonder schön glänzendes!
... ehemals mechanische Kegelladen von Schlimbach aus dem Jahre 1869
Es sind nur zwei Orgeln von Schlimbach aus dem Jahr 1869 bekannt.
... Die Orgel von Anno 1952 verschwindet und mit ihr mutmaßlich auch Schlimbachsches Pfeifenwerk von 1869.
Dieser Hinweis wiederum ist - nachdem man die beiden Schlimbach-Orgeln von 1869 eruiert hat - ein Kinderspiel, denn nur eine davon wurde 1952 durch einen Neubau ersetzt. Hier fehlt allerdings bislang der Hinweis, dass dies durch Paul Sattel geschah.
An seine Stelle tritt ein piccobello Orgelwerk feinster Faktur von einer renommierten süddeutschen Firma, dem man seine Herkunft schon am Gesicht (lies: Prospekt) ansieht: „Ah, eine XY-Orgel!“
Setze "XY" = "Vleugels"
Dessen Disposition liest sich wie eine Mischung aus dernier crie und retrospektivem Raritätenzoo: 45 Register auf drei Manualen, davon zwei schwellbar. Inklusive Bombarde 32’ bei gerade einmal neun Pedalregistern. 2560facher Setzer mit Fernbedienung, mehrfach programmierbare Walze, Schwelltritte auch als Registerzüge, Notenpult mit Magnetleiste. Hinzu kommen Glockenspiel, Zimbelstern, Nachtigall und „Orage“. Und ach ja: die gedackten Pfeifen sind natürlich zugelötet!
Im Schwellwerk tummeln sich dann eine Trompette harmonique neben einer Harmonie aethera und eine Aeoline neben einer Flûte harmonique, im Positiv steht eine Blockflöte neben Cromorne und Salicional und die Labien der Prospektpfeifen sind aus mattiertem Edelstahl! Die sonst neuerdings achso beliebte leicht ungleichstufige Temperierung fehlt hier ausnahmsweise.*seufz* Ich wünschte, so etwas wäre ein Einzelfall...
Nun, klar, dass wir uns über die "blaue Queen" von Schifferstadt unterhalten, in der St. Jakobus-Kirche. Aber mal ehrlich: Sie wirkt auf der Empore ja sehr mächtig, ist der Raum denn "groß genug" für 45 Register? 1869 taten es ja 24 Register, das Sattel'sche Werk hatte immerhin schon 38.
Sattel hat ja wohl ein Jahr später in einer anderen Schifferstädter Kirche (St. Laurenti) ein ähnlich großes Werk (35 Register) gebaut. Wie sieht es dort aus: auch "Gefahr im Verzug"?
Was war das für eine Werkstatt, die Paul Sattel in Speyer führte? Bei Weisel tauchen erste Orgeln 1935 auf, Paul Sattel verstarb 1960 und damit wohl auch die Werkstatt. Im Netz konnte ich nur sehr wenig herausfinden: Außer den Lebensdaten eigentlich nix...
Und hier werden auch nur zwei Orgeln von ihm genannt.
LG
Jörg
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