Zukunft und Urheberrechte?

Friedrich @, Freitag, 04. November 2011, 20:48 (vor 5422 Tagen) @ Bauernflöte 2'

DIe Bamberger Symphoniker hatten bereits solche "Pulte" im Einsatz. Nach einer Probephase wollten alle Orchestermitglieder wieder zurück zu Noten in Papierform! :-)

Als Orchestermusiker würde ich in diesem Fall auch eine hochentwickelte und ausgereifte Software verlangen, die meinen Anforderungen entspricht. Touchscreen muss sowieso sein; ich muss Eintragungen machen können, die in Echtzeit aufs digitale Notenblatt übertragen werden (Handschrift-Erkennung), und diese auch problemlos wieder entfernen können, und all das, ohne zwischendurch Speicherbefehle geben zu müssen; ich muss in Echtzeit blättern können, und alle Eintragungen und Änderungen müssen mir auch zuhause verfügbar sein, müssen also zentral gespeichert und abrufbar sein; alles muss angenehm lesbar sein – kurz: Alle Handhabungsvorteile eines Notenheftes muss die Software auch liefern. Drunter geht es nicht.

Ist die Frage, worin die Vorteile eines Bildschirmpultes dann liegen können. Blättern per Fußtaste; Papierlosigkeit, ok, da schnurrt das Notenarchiv auf Festplattengröße; weniger Arbeit für die Orchesterwarte, und das Bestellen von Aufführungsmaterial läuft über Breitband. In den Proben könnte der Dirigent die gleich zu probende Stelle in seiner Partitur markieren, und auf allen Pulten springt die Datei auf den entsprechenden Takt (kein "Wo sind wir?" mehr vom letzten Pult); aber diese Funktion muss auch selektiv vorhanden sein, und zwar vom Dirigenten aus ("Ab Buchstabe E nur das Blech bitte") ebenso wie von den Pulten aus ("Moment, ich muss das Rallentando noch eintragen").

Wenn all diese Zugriffsmöglichkeiten bereitgestellt werden sollen, wird das eine lustige Sache, schon wegen der Verwaltung der Zugriffsrechte. Schließlich ist es z. B. oft erlaubt, dass dieselbe Stelle an verschiedenen Pulten mit verschiedenen Fingersätzen gespielt wird.

Also: Viele komplexe Funktionen, das heißt hohe Fehleranfälligkeit – zusätzlich zu den üblichen Netzwerkteufelchen, Wartungsfehlern, Viren …

Ich kenne keine Software-Schmiede, der ich zutrauen würde, eine so komplexe Funktionsfülle jemals auf Anhieb hinzubekommen. Da herrscht allgemein nach wie vor das Bananenprinzip "Ware reift beim Kunden". Insofern war das schon eine optimistische Sache da in Bamberg. Wenn man bedenkt, dass z. B. "Finale" zwanzig Jahre alt ist, und sie kriegen es immer wieder hin, tolle Bugs reinzufingern … Und das ist noch eines der guten Programme.

Gruß,
Friedrich


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