Änderung der Stimmung

Unda Maris ⌂, nahe Hamburg, Freitag, 21. Oktober 2011, 08:46 (vor 5437 Tagen) @ jrbecker

Eine gleichstufig eingestimmte Orgel im Nachhinein mit einer modifiziert mitteltönogen Stimmung zu versehen, ist tatsächlich mehr als problematisch. So müssen offene 8 Fuß Pfeifen bis zu 5/6 cm angelängt werden, andere müssen entsprechend abgeschnitten werden. Selbst die große Schnitger in Zwolle, welche modifiziert mitteltönig eingestimmt war, hat Flentrop deswegen nicht rückgeführt (bisher?!)

Wer die Orgelsoftware Hauptwerk nutzt, kann sich ja selbst ein prima Bild machen von der praktischen Verwendbarkiet der einzelnen Stimmungen mit all ihren Vor- und Nachteilen. Ich habe selbstl lange auf einer Orgel gewirkt, die nach Werkmeister III eingestimmt war: Bin froh, dass ich barocke Werke in B-Dur und Es-Dur nun wieder spielen kann, ohne dass sich die "Gehörgänge kräuseln." (das Bachsche Es-Dur ging dort GAR NICHT). Eine sehr schöne und praktikable historische Stimmung, die unter Fachleuten allerdings ja auch nicht unumstritten ist, ist die Lehman/Bach. Hier haben tatsächlich alle Tonart einen ausgeprägteren Charakter, ohne dass man Härten hinnehmen muss. Sie ist der Silbermann-Stimmung recht ähnlich. I. Ü. Finde ich die Aentstehungsgeschichte dieser Temperatur, einzig auf dem asymmetrischen "Schnörkel" der Titelseite des Wohltemperierten Clavier zurückgeführt, mehr als interessant. J.S.B. wäre/ war das ja durchaus zuzutrauen. Frage an die Fachleute dieses Metiers: Sind die Theorien des Dr. Lehman inzwischen anerkannt und akzeptiert?
Gruß in die Runde

P.S. Sorry für die Tippfehler-iPad-Touch-Tastatur...


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