Orgelweihe Mönchengladbach-Holt

Friedrich @, Samstag, 08. Oktober 2011, 20:51 (vor 5451 Tagen) @ fluteceleste
bearbeitet von Friedrich, Samstag, 08. Oktober 2011, 21:21

Manual I Hauptwerk
1. Bordun 16'
2. Principal 8'
3. Holzflöte 8'
4. Salicional 8'
5. Bordun 8'
6. Octave 4'
7. Rohrflöte 4'
8. Quinte 2 2/3'
9. Mixtur 2'
9.a Superoctav 2' - Auszug aus Mixtur
10. Cornet ab c1
11. Trompete 8'

Manual II Schwellwerk
12. Rohrflöte 8'
13. Gambe 8'
14. Vox Coelestis 8'
15. Traversflöte 4'
16. Basson 16'
17. Harmonietrompete 8'
18. Oboe 8'

Pedal Auszüge + 12 Töne
19. Violon 16'
20. Subbass 16'
20.a Gedecktbass 8'
21. Posaune 16'
21.a Trompete 8'

Der Disposition nach kommt mir die Orgel vor wie ein im Prinzip einmanualiges Instrument mit Bassklavier und einem weiteren Manual, das eine Art Jokerfunktion übernimmt. Der neue-alte Prospekt bringt das ja auch ganz schön zum Ausdruck: Aus zwei Teilgehäusen mach eines, das hoch, schlank und stolz in der Mitte thront.

Das zweite Manual ist einmal ein klares Begleit- und Präludiermanual mit Flöten 8' und 4' und Streicher samt Schwebung; die passenden Soli im HW sind wahrscheinlich Prinzipal, Holzflöte und vielleicht Bordun in den verschiedenen Kombinationen, mit und ohne Rohrflöte.

Dann erweitert das zweite Manual mit den Zungen Basson und Trompete die Dynamik des Hauptwerks in die Tiefe, und zwar beträchtlich – der 16'-Zungenklang sollte einiges ausmachen in einer Akustik, wie die Bilder sie vermuten lassen. Die Oboe bringt, wenn sie französisch angelegt ist, eine Flexibilisierung im Sinne Francks.

Ich vermute mal, dass das Salizional, vielleicht auch der Bordun als Begleitregister für die Soli im zweiten Manual (Gambe, Traversflöte, Oboe) gemeint sind – so könnte man es zumindest machen, und dann wäre es eben eine Orgel, die weit über das hinausgeht, was zweimanualige Dorforgeln um 1900 zu bieten hatten. Die Zungenbatterie auf II ist in jedem Fall bemerkenswert. Ebenso der Cornet auf klassisch-französische Manier ab c' – hat der einen Duopartner im SW, vielleicht den Basson oder den Bass der Oboe? Versteckt sich da irgendwo ein Basse de Cromorne? Oder ist es einfach eine dicke Melodiestimme, die sich noch über das Demi Grand-Chœur erheben kann, ohne dass ein weiteres Manual nötig wäre – was auch den Umfang erklären würde?

Man möchte eigentlich sofort Francks Cantabile oder Prélude, Fugue et Variation drauf spielen (wenn man's denn kann). Die Begleitung von Gemeinde, Zelebrant und Chor dürfte jedenfalls überhaupt keine Probleme bereiten.

Gruß,
Friedrich


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