Organistenarbeitsplätze...

zehnzweidrittel @, Donnerstag, 01. September 2011, 03:24 (vor 5485 Tagen) @ fluteceleste

zweifellos ein sehr spannendes instrument!

Auf jeden Fall. Man kommt schnell mit der Orgel zurecht, muss sich aber auf jeden Fall eine gewisse Zeit befassen, wenn man wirklich überzeugend registrieren will. Nach vier intensiven Jahren mit diesem Instrument bin ich noch lange nicht bei geschätzten 50 % (wenn überhaupt) der Möglichkeiten angekommen.

ist denn die Traktur insgesamt elektrisch?

Nur das Auxiliaire ist elektrisch. HW, SW, RP und Pedal (von der Weise-Orgel übernommene Laden) sind weiterhin mechanisch.

Was mich noch interessieren würde, hat sich die Integration der vielen Weise-Register bewährt?

Überraschend gut. Organisten, die die Orgel vor und nach dem "Neu"-Bau kannten, haben sich mehrfach gefragt, wie man in einem Instrument soviel Altsubstanz verstecken kann. Weise hat uns in mancher Hinsicht geholfen, indem er damals an vielen Registern nicht groß rumintoniert hat. Allerdings dort, wo z.B. gefeilte Kerne zu bändigen waren, mussten die Intonateure von Jann (Frank Schüngel und Siegfried Jehmlich) ganz schön kreativ arbeiten.

Nach meinen Quellen hat Jann noch 1998 beim vorigen Umbau eine neue Rohrschalmei(!) ins RP gebaut. Eine Reminiszenz an Neobarockes?

Durchaus. Ich hätte lieber eine Klarinette gehabt, aber Thomas Jann hat mich überzeugt, dass das in das sehr neobarocke Gesamtbild des RP wirklich nicht passt. Und die Rohrschalmei war auch als Gebraucht-Register verfügbar und hat uns damals einiges an Geld gespart. Ein wirklich schönes Register.

Grüße von Fluteceleste

Gruß
zehnzweidrittel


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