nochmal: Weniger ist mehr

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Donnerstag, 30. Dezember 2010, 08:46 (vor 5772 Tagen)

Um den Ur-Thread weiter unten nicht allzu sehr "ausfransen" zu lassen, hier ein neuer.

Ich hätte mein locker-flockiges "weniger ist mehr" vielleicht doch besser ausformulieren sollen. Worauf ich hinaus wollte ist folgendes: Mir ganz persönlich gefallen Orgeln viel besser, die in ihrer Intonation und ganzen Konzeption "entspannt" sind, also alles forcierte und nachdrückliche vermeiden. Das ist nicht unbedingt eine Frage der Registerzahl, sondern des Volumens.

Was ich außerdem sagen wollte: Es ist eben die Frage, ob man unbedingt jeden Raum auf Biegen und Brechen akustisch "fluten" muss. Es wird heute ständig erwartet, dass eine Orgel uns in einen dicken, plüschigen Klagteppich einhüllt. Ich habe aber so meine Zwiefel, ob das immer wünschenswert ist. Leicht provokantes Beispiel: Weingarten. Ganz gleich, ob das Klangergebnis jetzt von Gabler tatsächlich so gewollt war oder ob er einfach (wie Friedrich Jakob vermutet) nicht mit Mensuren umgehen konnte: Das Ergebnis ist doch, dass die Orgel den Raum eben nicht mit orgiastischen Dröhnen füllt, sondern eher ein gigantisches Kammerinstrument ist, das aber traumhafte Klangfarben zu bieten hat, die bei einer größeren Klangkraft vermutlich so zauberhaft nie entstanden wären.

Das meinte ich mit "weniger ist mehr"!


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