Torsten Laux in der Neanderkirche, war: Lobeshymne

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Donnerstag, 04. August 2011, 12:42 (vor 5513 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von Clemens Schäfer, Donnerstag, 04. August 2011, 21:22

Hallo Forum,

ja, Prof. Torsten Laux ist ein Spieler der Extra-Klasse. Und so kann ich der Begeisterung nur beitreten.

Ritter wird seine Sonate wohl angesichts des Magdeburger Doms geschrieben haben. Da gibt es nun “ein wenig” mehr Nachhall als in der kleinen, voll besetzten Neanderkirche. So klang denn die III. Sonate tatsächlich etwas mager, war aber wohldurchdacht. Herrlich etwa das Rezitativ der erzählenden Oboe mit den kommentierenden Akkorden, die klanglich changierten (teils mit, teils ohne Tremulant) - wirklich beredte Musik!

Auch bei Liszts Wagner-Pilgerchorparaphrase für Orgel fehlte es ein wenig an gnädigem Hall. Wenn am Ende der tapfere Subbass 16’ solistisch auftreten muß und keine Hilfe im Raum findet, erregt er ein wenig Mitleid.

Eine Entdeckung war op. 71 von Guilmant. Vielleicht sollten sich die Organisten neben den Sonaten auch den anderen Orgelwerken zuwenden - so sind auch unter den Noels Perlen. Hier gab es eine wunderbar sangbare Legende mit belebtem Final symphonique.

Wirklich für dieses Instrument geschaffen schienen in der Tat die Kompositionen des 20. Jahrhunderts: Langlais mit eingängigen Variationen “Hommage à Frescobaldi” mit keckem Schluß, Litaize brausende Toccata sur le Veni Creator und Alains Litanies. Letzteres geradezu mustergültig gespielt. Nicht zu schnell im Tempo, hart und präzise akzentuiert.

Heftiger, begeisterter Beifall der vollen Kirche, Zugabe ein c-moll Satz von Guilmant - weich und sanft.

Laux hatte den Ritter auswendig gespielt. Danach klebte er mitunter die Noten in zwei Reihen übereinander aufs Notenpult. Wäre da nicht eine Lösung, die Notenpulte aus magnetischem Material zu fertigen, damit man kleine Magnete zum Festhalten der Blätter nutzen kann?

Gruß Clemens Schäfer

P.S. nächsten Mittwoch 18:30h spielt Ulrich Leykam Louis James Alfred Léfébure-Wély (op. 35.2) , Jürg Baur (Kaleidoskop 1990), Robert HP Platz (Stundenbuch II 2010) und Maurice Duruflé (op. 5)

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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