64'-Oberton

BourdonCéleste, Donnerstag, 07. Juli 2011, 10:27 (vor 5539 Tagen) @ Martin78

Die tiefste Oktave beim 64'-Klang müsste doch eigentlich als Infraschall (< 16 Hz) mehr oder weniger nur noch "körperlich" erfahren werden können...


Das ist ja gerade der neurophysiologische Effekt der Obertonrekombination, dass es eben nicht auf tatsächlich von Hörsinneszellen aufgenommene reale Schwingungen ankommt, sondern auf das Trugbild, welches das Gehirn aufgrund der nach unten unvollständigen Obertonreihe und dem aus Erfahrungsmechanismen (synaptische Disposition aufgrund regelmäßig prägender Reize) als fehlend empfundenen und dann imaginär ersetzten Grundton fingiert. Daher kommt es beim rekombinierten, fiktiven Grundton nicht auf die physische Hörbarkeit und die 16hz-Schwelle an. Die Imagination scheitert nicht an den Wahrnehmungsgrenzen der Hörsinneszellen.

Die körperliche Erfahrung ist nur das Resonanzempfinden (im Bauch) der Luftschwingungsimpulse (wie etwa bei entfernten Explosionen), die insoweit aber keine hörbare Schallqualität mehr hat. Alles andere ist "akustische Täuschung" im Gehirn.

Sind Frequenzen zwischen 16 und etwa 28 Herz eigentlich deshalb räumlich so schwer oder nicht zu orten, weil die Wellen um ein gewisses Vielfaches die Entfernung der Ohren zueinander überschreitet und mithin die Ortungsdifferenz nicht mehr vom Gehirn berechnet werden kann? (Gilt nur bei Sinustönen bzw. obertonarmen und nebengeräuschfreien Grundstimmen, ansonsten sind ja die Obertöne bzw. Neben- und Windgeräusche als über diesem Frequenzband liegend wieder zu orten.)


gesamter Thread:

 

powered by my little forum