St. Peter Köln, Susteck Interview

Karsten, Samstag, 04. Juni 2011, 08:56 (vor 5633 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Nun, er äußerte sich mal in einem Interwiev nicht besonders nett über die Improvisationspraxis der gesamten Zunft und stellte seine Ansichten und seinen Stil zienmlich absolut dar. Ich fand es sehr unangenehm.


Ich kenne die Kritik nicht, kann sie mir aber denken. Und recht hat er. Ich würde dann mit 4/5 meines Tuns auch in der kritisierten Ecke stehen - das letzte Fünftel befasst sich dann mit wirklich neuer, aktueller musikalischer Aussage.

Allein die beiden Tonbeispiele für historische Musik, die er im Interview gibt, zeigen: Er könnte, wenn er wollte (und liegt damit erwartungsgemäß abseits derjenigen, die Avantgarde spielen, weil sie erst gar keine Kadenz im barocken oder romantischen Stil hinbekommen...). Er will aber nicht. Und das ist gut so.

Dass Susteck das kann - und das sehr gut - ist mir von einem seiner ehemaligen Kirchenmusik-Schüler bekannt. Das weitverbreitete Standardrepertoire von Scheidt bis Messiaen hat Susteck auch drauf, wie sonst wäre er durch ein Kichenmusikstudium gekommen und hätte damit an Orgelwettbewerben teilgenommen?
Entscheidend ist, wie Karl-Bernhardin sagte: er will nicht, bzw. sieht dort nicht den Schwerpunkt seines künstlerischen Wirkens.

Wie schon zuvor gesagt, nicht jede Kleinstadt verträgt einen Susteck, aber die großen Kulturmetropolen sollten jeweils einen von der Sorte haben.

Genau. Und wenn alles ganz gut läuft, wird Frankfurt am Main bald auch solch eine ähnliche, zeitgenössische Orgel haben:
http://www.kunstkulturkirche.de/zeitgenoessische-orgel/
Die geplante Disposition findet sich in dem unten auf der Seite verlinkten pdf-Flyer.
Susteck ist dort sozusagen als künstlerischer Berater mit im Boot und es gibt auf Interviews mit ihm.
http://www.kunstkulturkirche.de/zeitgenoessische-orgel/interview-mit-dominik-susteck/

"Voller Begeisterung erklärt mir der junge Organist sein Instrument" - Zitat aus dem Interview. Die Begeisterung reicht mir beinahe schon* - gut, dass auch noch Qualität dabei ist.
*) Ihr kennt das ja von meinen allen bisherigen Äußerungen zur Frage, welche Art OrganistInnen der Orgelkultur meiner Überzeugung nach längerfristig einen guten Dienst tun: Die begeisterten sind's, ob mitteltönig mit alten Fingersätzen oder mit ihrer digitalen Reise-Orgel oder mit BigBand und Lasershow auf der Bühne...

Diese Aussage kann man nicht oft genug vorbringen...

Gruß
Karsten


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