Klais-Orgel Duisburg-Marxloh 1938

robot, Dienstag, 09. September 2014, 10:28 (vor 4370 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von robot, Dienstag, 17. August 2021, 19:06

(...) Der fantastische Klang dieser alten Orgel, sowohl was Schönheit als auch Volumen angeht, hat mich sofort gefangen genommen. Man ahnt nicht, dass diese Orgel "nur" III/40 Register (+5 Transmissionen bzw. Extensionen) hat.

Beim Durchlesen der Disposition im Booklet bin ich auf eine kleine Ungereimtheit gestoßen, die die Koppelanlage betrifft.

Die aktuelle Manualverteilung wird angegeben mit:

III. Rückpositiv (ist seit den 1960er Jahren auf den Schwellwerk-Kasten umgestellt)
II. Schwellwerk
I. Hauptwerk

Die Orgel hat elektropneumatische Trakturen.

Neben den üblichen Normalkoppeln (II an I, III an I, III an II) stutzte ich bei der angegeben Koppel III an II-Sub. Diese ist die einzige Oktavkoppel.

Mich wunderte einmal, dass gerade auf das RP mit einer Suboktavkoppel ausgestattet ist (anstatt z.B. das SW und/oder HW). Dies ließe sich damit erklären, dass das eher dünn besetzte RP (8.8.4.2.1-1/3.1.Schf.8.4.) dadurch etwas mehr "Gewicht" bekommen könnte. Allerdings frage ich mich dann, warum diese Okrtavkoppel dann nicht als Intra-Manualkoppel (III-Sub) ausgeführt wurde, sondern als Koppel auf das II. Manual (Schwellwerk) (und nicht z.B. auf das HW, sozusgane als "Nachbrenner" für besondere Schlussteigerungen.

Mir ist dann noch ein anderer Gedanke gekommen:

Die Orgel wurde im Krieg beschädigt, mehrmals Umgebaut und schließlich von der Westempore ins Querschiff transloziert. Könnte sich im Laufe diser verschiedenen Umbaumaßnahmen schlicht die Zuordnung der Werka an die Manuale geändert haben?
Üblicher (aber bei elektrischer Traktur natürlich nicht zwingend notwendig) ist die Manualverteilung:

III - Schwellwerk
II - Hauptwerk
I - Rückpositiv

So würde eine Koppel III an II-Sub eher Sinn machen: als zusätzliche Steigerungsmöglichkeit. Die abgedruckte Geschichte der Orgel gibt leider keine genaueren Informationen über Umbauten am Spieltisch. Aber es klingt plausibel, dass im Rahmen der Umbauten (z.B. bei der Umsetzung des Rückpositivsa auf das Schwellwerk, nun sozusagen als "Oberwerk") den neuen räumlichen Gegebenheiten auch in der Manualanordnung Rechnung getragen wurde. Das I. Manual "rutschte" nach ganz oben (bzw. wurde entsprechend verkabelt). Die Registerzüge wurden nur grade so modifiziert, die "exotische" Subokatvekoppel blieb einfach.

Hallo, gerade habe ich noch ein Dokument gefunden, das recht detaillierte Ausführungen zum Spieltisch macht, so dass man ihm Glauben schenken können sollte. Dort sind als Subkoppeln III-I und II-I angegeben, was Sinn ergibt. Also könnte es sich im Booklet um einen simplen Druckfehler handeln...

Hach, irgendwann, wenn ich nochmal in den Pott komme, muss ich mir die Kiste mal unbedingt angucken :-))


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