Orgeln in Marburg (2)
"Markig“ kann man wohl den Klang der Orgel der Universitätskirche nennen, der im gesamten Kirchenraum (der akustisch nicht unproblematisch sein dürfte) sehr präsent ist. Dazu trägt sicher der ungewöhnliche Standort auf dem Chor hinter dem Altarraum bei (der aber kein Mönchschor, wie vermutet, sondern nur eine Decke auf den Gemeinderäumen hinter dem Altar ist). Das neobarocke Werk mit seinem aufstrebenden Prospekt
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im expressionistischen „Zackenstil“ aus dem Jahr 1927, das mit sehr respektvollen Eingriffen bei der letzten Renovierung ein akustisch breiteres Fundament bekam, hat eine dazu passende markige Traktur aus dem Jahr 1986, die einen kräftigen und exakten Anschlag fordert. Die terrassierte Anordnung der Registerzüge im Halbrund auf der Höhe der jeweiligen Klaviaturen führt zwar zu etwas weiteren Wegen, ist aber für die schnelle Eingewöhnung sehr effizient.
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Die 2009 durchgeführte Überarbeitung des 1965 von Hammer neu gebauten Werks unter Beibehaltung aller typischen Klangeigenarten wie Septen und Nonen ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit erhaltener (guter) Substanz der orgelbewegten Zeit umgehen sollte. Sie zeichnet außerordentlich gut polyphone Strukturen bis in die tiefen Lagen und verschafft diesen mit zwei akustischen 32‘-Registern und kräftig posaunenden Pedalzungen ein beeindruckendes Fundament.
Auch wenn der Küster derart Interessantes und Spannendes aus der Kirchen- und Religionshistorie zu erzählen wusste, dass wir erst mit einiger Verspätung die Orgel traktieren konnten, war hier schon mehr zeitlicher Spielraum, bevor dann die junge Organistin ihren Platz für die Vorbereitung des nächsten Gottesdienstes einforderte, so dass wir uns auf den Weg zur katholischen Kirche St. Johannes Evangelist, besser bekannt als Kugelkirche, machten.
In der auf dem Weg liegenden lutherischen(!) Marien(!)-Kirche bekamen wir noch einige Takte eines schön fundierten Crescendos von der Schuke-Orgel hinter dem historischen Prospekt
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mit, die trotz ähnlicher Entstehungszeit ein weitaus weicheres und verschmelzungsfähiges Klangbild zeigte. Die aushängenden Plakate verrieten ein fleißiges Konzertprogramm, dem viele Zuhörer zu wünschen sind.
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- Orgeln in Marburg? - Dorforganist, 02.05.2013, 21:31
- Orgeln in Marburg? - jrbecker, 02.05.2013, 21:54
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