Und nochmal Loccum: Bach-Probleme...
Jubalflöte und Hohlflöte zusammen sind auch hervorragend zusammen! Die Schwellwerkszungen gefallen mir ebenfalls, sowie die Schwebung und die Äoline im Schwellwerk. Das Pedal zeichnet gut und kräftig und das Wechselschleifenkonzept funktioniert auch wenn sich die Organisten mal ein bisschen mit dem Instrument beschäftigen, ihm eine Chance geben und versuchen zu verstehen was hier gemeint ist.
Genau das scheint doch hier passiert zu sein. Deswegen habe ich den Bericht auch mit Interesse gelesen. Natürlich könnte man noch mehr ins Einzelne gehen -- was wurde genau in welchem Fall gesucht, was bot dagegen die Orgel an? Deswegen empfinde ich die Schilderung auch keineswegs als "Frechheit", sondern als Meinung, die der Autor zumindest ansatzweise glaubhaft belegt hat. Es wäre natürlich interessant, weitere Erfahrungen zur Orgel und zum Konzept zu lesen.
Viele Organisten sind einfach gar nicht mehr in der Lage mit einer Orgel umzugehen bei der mal ein bisschen Arbeit und Köpfchen gefragt ist, so finde ich. Loccum ist eben anders, angenehm anders. Aber hier hat sich bisher noch niemand positiv geäußert, was ich sehr schade finde da ich einen GUTEN EIndruck von der Orgel habe.
Offenbar haben sich doch gleich eine Menge Organisten spielend mit der Orgel befasst und sind dabei an Grenzen gestoßen. Das können natürlich sowohl Grenzen des Instruments als auch der Spieler und ihrer Erwartungen sein. Aber den Generalverdacht, dass da keiner bereit war, sich auf die Orgel einzulassen, würde ich doch nicht leichtfertig erheben.
Ich finde es zumindest glaubhaft, dass es gar nicht einfach ist, mit einer Orgel umzugehen, in der fast jedes Register des Hauptmanuals mehrere Aufgaben übernehmen muss. Wenn man Literatur interpretieren will, die mit einem konzertierenden zweiten Plenum rechnet, dann wird es bei einem Wechselschleifen-"Positiv" eben schwierig. Ein echtes Gegenwerk ist offenbar nicht leicht zu ersetzen, und ein großes Schwellwerk leistet eben niemals das, was ein freistehendes Positiv bringt. Wie faszinierend dann Einzelregister und bestimmte Mischungen klingen mögen, trägt wenig zur Lösung solcher Probleme bei.
Kein Zweifel, dass sich die Planer etwas bei dieser Konzeption gedacht haben. Aber das gleiche gilt auch für die Orgelbauer und -planer vor fünfzig Jahren. Und damals wie heute kann das mit dem "sich was denken" gut- oder schiefgehen.
Gruß,
Friedrich
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