Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Mittwoch, 28. November 2012, 17:33 (vor 5086 Tagen)

Hallo Forum,

Freitags um Sieben oder Lunchtime-Orgel: Beide Male hatte Wolfgang Abendroth “Wachet auf” von Reger auf dem Programm. Die Aufführungen standen sich in nichts nach. Gespannte Friedhofsruhe, zuckende Blitze, vorsichtige Geburt des Themas, herrliche, berückende Abendmalszene, engelisch tanzende Fuge und grandioser Abgesang. Da ging man von der ersten bis zur letzten Note aufmerksam mit. Abendroth versteht seinen Reger und er versteht es auch, diesen auf seiner doch sehr barocken Orgel der Johanneskirche wirken zu lassen. Der Kontrapunktik kommt das Instrument eh’ entgegen. Und groß genug, um Kraft zu zeigen, ist es auch. Mal wieder ein schönes Beispiel dafür, daß erst Musik und Spieler, dann die Orgel bei der Darstellung von
Literatur kommen.

Zuvor hatte Abendroth am Freitag Clerembault (erste Suite) und Schübler gespielt; heute nur zwei Choräle aus Schübler. Die eignen sich, wie der Reger, wegen ihrer textlichen Nähe zum Wechsel des Kirchenjahres gerade für Konzerte in dieser Zeit. Bestechend die Gleichmäßigkeit im Fluß der cf-Begleitstimmen bei gleichzeitig dezenter Agogik.

In beiden Konzerten 40-50 Hörer, sofort einsetzender Beifall.

Gruß Clemens Schäfer

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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