Prospektgestaltung - Neues ohne Provokation

Friedrich @, Mittwoch, 15. Dezember 2010, 16:08 (vor 5786 Tagen) @ BourdonCéleste

Ohne die Räume zu kennen:

Nr. 1: Ganz knallig, steht aber etwas unverbunden vor der strengen Wandgliederung; könnte insofern auch überall und nirgends stehen, und würde in der hier angepeilten Dimension wohl etwas klein wirken. Wäre es nicht besser, die Wandgliederung aufzugreifen, etwa mit einem geschlossenen Kranzgesims, und so den Gehäusekasten zum Schweben zu bringen? Wie das bei Nr. 2 so schön funktioniert?

Nr. 2: Greift gut den Rhythmus der Fensterchen (?) auf und hat schöne Proportionen, aber die Farbgestaltung Silberweiß-Blau finde ich etwas küchig-kalt und beinahe modisch. It's so Eighties.

Nr. 3: Schön, die schiefen Pfeifen bräuchte so ein klassischer Entwurf gar nicht.

Nr. 4: Wenn ich das Foto richtig verstehe, haben wir's mit einer runden, aber nicht symmetrischen Kirche zu tun. Da finde ich einen betont symmetrischen Orgelkörper nicht passend, zumal wenn er sich eine Brosche in den Schopf steckt. Ich kenne einige Kirchen ähnlicher Art, in denen sich oft eine schwingende Spannung ergibt. Eine symmetrische und auch noch zentral dekorierte Orgel blockiert sie doch ziemlich, die will Mitte sein. Lieber eine stabile, aber offene Form, lieber Asymmetrie -- und lieber keinen Gehäuseschmuck, wenn die Wirkung der Architektur ringsumher ganz auf Raumspannung setzt! So eine Brosche wird dann immer wirken, als würde sie gleich runterfallen.

Bitte, Du hast gefragt!

Gruß,
Friedrich


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