Das ewige Lied...

P.Kampf, Mittwoch, 16. März 2011, 17:58 (vor 5650 Tagen) @ Rochus Schmitz

Ich erinnere mich an die 70er Jahre, als es "in" war, dass eine Band den Gottesdienst gestaltete.

Manchmal bin ich ganz froh, das ich erst in den 80ern geboren wurde...

Besonders krasses Beispiel ist "Ich lobe meinen Gott der aus der Tiefe mich holt". Wenn ich Dienst schiebe, wird dieses Lied gar nicht mehr angesetzt, weil man dann längere grundsätzliche Ausführungen meinerseits dazu fürchtet (auch gern bei "Von guten Mächten"). Es nützt auch nichts, wenn der Verfasser des Vorworts zum münsteraner Anhang schreibt, dieses Lied müsse man dann halt mit kräftigen Solozungen begleiten; es funktioniert nicht! Man sollte die Gelegenheit eines neuen "Gotteslobs" nutzen, die bandspezifischen Lieder erstzlos zu streichen.

Also ich finde, dass viele dieser Sachen durchaus darstellbar sind, man muss sich nur mal von dem Gedanken des "Chorals" lösen. Ich durfte/musste diese Lieder bei meiner alten Stelle regelmäßig spielen und da habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn Raum und Leute einigermaßen mitspielen das durchaus möglich ist. Das oben angesprochene habe ich übrigens ohne starkes Soloregister begleitet, sondern nur mit einem großen Klangteppich und einer im Vorspiel klar dargestellten Tempovorstellung...das ging gut. Sollte es doch mal geschleppt haben, gabs etwas zeichnenderes Pedalspiel.

2. Was in der Orgel und im Organisten steckt? Ja, würde ich gern zeigen, hab ich bisher auch immer, mich aber jetzt entschlossen, künftig - nicht nur in der Fastenzeit - auf das Nachspiel zu verzichten. Beim letzten Postludium, das gar nicht mal so leise registriert war, herrschte in der Kirche ein derartiger Lärm, daß ich "mein eigenes Wort" nicht mehr verstanden habe. Es ist in letzter Zeit - jedenfalls bei uns - sehr Mode geworden, nach dem Gottesdienst die Kirche - auch beim schönstem Wetter - als Ort geselligen Plausches zu nutzen, und wenn man sich da verstehen will, muß man halt gegen die Orgel anschreien. Dafür ist mir die Musik zu schade. Ich hab das so unserem hauptamtlichen Kirchenmusiker vor etwa drei Wochen mitgeteilt, aber keine Reation darauf erhalten. Wie sieht´s da bei euch aus?

Also seit ich evangelisch spiele habe ich das Problem auch nicht mehr. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass wenn man von der Kanzel mal die Stücke ansagen lässt bzw. den Pfarrer die Gemeinde mal ermahnen lässt, dass es dann besser wird.
Dissonante Literatur oder Impro mit Mixtur hilft übrigens auch^^.

Mich würde übrigens interessieren, wer in Mauritz im Moment der hauptamtliche Kirchenmusiker ist, oder spielst du mittlerweile woanders?


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