Ein wenig OT: Fotografie...
Hallo,
da bin ich viele Jahrzehnte mit einer schweren Kameraausrüstung durch die Lande gezogen und habe Dias gemacht. Die wurden dann zu Hause umständlich per Projektor und Leinwand gezeigt.
Dann kam die digitale Fotografie. Man schaut die Bilder am PC, in kleinen Leuchtrahmen, auf Fernsehbildschirmen oder per Beamer auf einer Leinwand. Keine dieser Methoden erreicht das Dia. Und dennoch sind die meisten Hobbyfotografen zufrieden. Denn sie machen halt keine 50 x 70 Anzüge im eigenen Labor, wo erst klar würde, welche Qualität das didigale Bild hat - oder auch nicht. (50 x 70 Abzüge aus dem Drogeriemarkt zählen nicht: Die basieren auf einem kleinen Pixel-Auszug).
Wer also seine Wiedergabesituation selbstkritisch betrachtet und nicht - etwa im Auftrag für Archive - “für die Ewigkeit” schafft, kommt mit Qualitäten zurecht, die der Wiedergabequalität entsprechen. Und da gehen m.E. die Angebote der Fotohersteller mit ihren Spiegelreflexen am Markt vorbei. Weiter soll man diese Klötze durch die Landschaft schleppen, nur damit sie ihre Objektive und Zubehöre verkaufen können. Und das, obwohl nur ganz wenige die zusätzliche Qualität sichtbar machen (können/wollen).
Den Hauptvorteil der Spiegelreflexkamera bietet jede digitale Kamera, sei es mit Sucher oder Display: Das “What you see is what you get”. Ein Vorteil der Reflex ist bis heute das hellere Bild bei großer (Umgebungs-) Helligkeit - hier schwächeln alle nicht-Reflexe. Umgekehrt ist das künstliche Sucherbild bzw. das Displaybild bei schwachem Licht überlegen. Deshalb haben ja auch alle Reflexe zusätzlich ein Display (und zum Ansehen des Ergebnisses natürlich). Bleibt aus meiner Sicht noch als (indirekter) Vorteil einer Reflexkamera das von Hand zu bedienende Zoom. Das geht immer noch schneller und vor allem genauer als die motorisch angetrieben Zooms.
Was an technischen Hilfen heute auch schon in Hemdtaschenkameras vorhanden ist, sollte man nicht unterschätzen. Die ungemein gewachsene Lichtstärke ist - gerade auch für Orgelfotos ohne Stativ - frappierend. Und gegen Verwacklung helfen automatische Mehrfachaufnahmen, die die Kamera zu einem Bild zusammensetzt. Was mein Bruder, der wie ich lange mit Canon EOS 100 und dicken Zooms fotografiert hat, heute aus seiner TZ 22 von Panasonic mit Leica-Optik macht, ist erstaunlich. So etwas kostet um 250 Euro. Ehe ich also womöglich Tausende ausgebe und mich weiter abschleppe, wäre so eine Lösung zumindest als Zwischenlösung überlegenswert.
Ich selbst arbeite z. Z. noch mit einer gewiß veralteten Kodak P880. Die hat einen elektronischen Sucher, ein fest angebautes, aber handbedientes (heute ausgestorben!) Zoom 24-140 (aequiv.) und bringt mit ihrem Schneider-Kreuznach Objektiv eine mir völlig ausreichende Qualität. Nachteil: Das Gerät ist sehr langsam im Abspeichern (8 Mio Pixel), ein schneller Nachschuß unmöglich. Ein Manko, das man heute nicht mehr einkaufen muß.
Noch ein Wort zum “Fortschritt”, den die digitale Fotografie bietet: In meinen Augen vor allem mehr Arbeit! Früher kaufte man den Film seines Geschmacks, ließ ihn entwickeln und hatte die Bilder. Das dauerte, war teuer. Heute ist man für Weißabgleich, Farbtemperatur, RAW-Bearbeitung, Komprimierung etc. selbst verantwortlich. Sicher eine Erweiterung der Möglichkeiten. Aber immer auch zeitaufwändig.
Gruß Clemens Schäfer
P.S. Schöne Bilder! Digitalisiert, da ging schon viel verloren. Trotzdem sehr ansehlich!
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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)
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