Hermann Schroeder - 40. Todestag - Präambeln und Interludien

Solcena ⌂ @, Montag, 07. Oktober 2024, 17:49 (vor 705 Tagen) @ Stephan Kreutz

Auf der informativen Homepage der Hermann-Schroeder-Gesellschaft findet man unter anderem eine Rede Schroeders von 1970, aus der das folgende Zitat stammt:

„Es kommt bald die Zeit, da meine Generation – ich gehöre nicht nur zu den Alten, sondern sogar schon zu den Ältesten – nichts mehr schreibt. Es kommen dann andere, die schreiben. Und wenn Sie dann von dem, was wir hinterlassen haben, nur sagen: "Es war etwas, auf dem man weiter bauen kann", dann sind wir zufrieden. Dann können Sie ruhig das, was von uns geschrieben wurde, auf die Seite legen, wenn Sie etwas Besseres und etwas Zeitgemäßeres kriegen. Aber nicht auf die Seite legen soll man das, worüber die Menschheit sich im klaren ist, daß es gewisse Ewigkeitswerte hat, die man nie mehr erreichen wird und die man eben deswegen auch für alle Generationen, für die man verantwortlich ist, noch weiter tradieren muß. Das ist einmal die Gregorianik, das ist Palestrina, und das wäre auch - für alle anderen im einzelnen genannt – eine Mozart-Messe. Das darf man nie beiseite legen. Alles andere, was nur dazu diente, die Entwicklung auf ein günstiges Gleis und in eine gute Fahrt zu bringen - und mehr nehmen wir von unserer Zeit nicht in Anspruch – das soll man als das bewerten."

Das ist doch eigentlich eine sympathische und erfrischend uneitle Grundhaltung.


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