Consort-Stil, war: P. van Dijk in Stralsund St. Marien
Über den Begriff "Consort-Stil" bin ich in der letzten Zeit öfter gestolpert. In meiner Ausbildung kam er mir eigentlich nicht unter. Ich kann mir zwar vorstellen, was damit gemeint ist, aber gibt es eine für den Orgelbereich allgemein anerkannte Definition?
Bei einer kurzen Recherche vor einiger Zeit konnte ich keine finden...
Hallo!
In aller Kürze und Oberflächlichkeit, die Spezialisten mögen ergänzen bzw. korrigieren:
"Consort" wurde insb. in der Renaissance eine "Familie" von Instrumenten gleicher Bauart, aber unterschiedlichen Tonumfangs (Sopran bis Bass) genannt, für die es entsprechende Literatur bzw. Bearbeitungen gab. Man denke z.B. an die heute noch gebräuchlichen Blockflöten-Ensembles vom Sopranino bis zur Bassblockflöte. Entsprechende Familien gab es auch für Schalmeien, Zinke, Gamben usw.
In der Renaissance-Orgel wurde versucht, diese Instrumentenfamilien ebenfalls zu realiseren. Dazu gibt es ja die Ausführungen von Praetorius und auch Registriervorschläge.
Harald Vogel und seine Schule hat nun bei seiner Beschäftigung mit dem norddeutschen Barock neben dem "Plenum" und "Soloregistrierungen" den Begriff der "Consort-Registrierung" - man kann durchaus sagen - etabliert. Dabei werden eben Musikpassagen, die stilistisch dem "Consort" nahe sind, mit solchen "Consort-Registrierungen", also einem farbigen Ensemble von Zungen, Flöten... in verschiedenen Lagen registriert.
In den Booklets zu Vogels Buxtehude-Einspielung steht hier und da was.
Gruß
Karsten
Nachtrag:
Hier ein Auszug aus Harald Vogels Text zu seiner Lübeck-Gesamteinspielung (organa):
"3. Der instrumentale Charakter der "Consort"-Register.
Zu dieser Gruppe gehören vor allem die Zungen- und Flötenstimmen, die dem Klang von bestehenden Instrumenten nahekommen. Sie tragen auch den Namen ihrer Vorbilder, wie Dulcian, Krummhorn, Blockflöte, Posaune usw. Es ist möglich, in der Registrierung einen einheitlichen Consortklang dieser zumeist als Instrumentenfamilien (mit Instrumenten aller Größen) gebauten Vorbilder zu erreichen. Man kann aber auch durch mehrmanualige unterschiedliche Registrierungen einen gemischten Consort-Klang verwirklichen. Diese rein instrumentale Seite des Orgelklangs ist ein Erbe des späten 16. und des frühen 17. Jahrhunderts, als die Orgelbauer eine besondere Lust am Experimentieren mit neuen Klängen an den Tag legten. Ein Instrument, das in extremer Weise als Consort-Orgel in diesem Sinne konzipiert wurde, ist die 1610 erbaute Compenius-Orgel auf Schloß Frederiksborg in Dänemark (vlg. ORGANA 3002).
Schnitger hat diese instrumentalen Klänge der Spätrenaissance und des Frühbarocks in seinen Orgeln erhalten, - im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen, die im Sinne des Hochbarocks nicht mehr eine möglichst große klangliche Vielfalt, sondern eine klangliche Vereinheitlichung mit den Tendenzen einer dynamisch orientierten Differenzierung anstrebten."
-- Harald Vogel: Begleitheft zu "Vincent Lübeck, Das Gesamtwerk für Orgel. Harald Vogel spielt an der Cosmae-Orgel (1675) in Stade". ORA 3004, Seite 7f.
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- P. van Dijk in Stralsund St. Marien -
daggies,
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Karl-Bernhardin Kropf,
14.08.2024, 19:24
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VoxCoelestis,
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Karl-Bernhardin Kropf,
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