Orgelprojekt St. Johann Osnabrück

Contrebasson 32' @, Wien, Sonntag, 04. August 2024, 22:36 (vor 771 Tagen)
bearbeitet von Contrebasson 32', Sonntag, 04. August 2024, 23:45

Das hier erwähnte Projekt in St. Johann Osnabrück ist wohl auf der Zielgeraden.

Zur Erinnerung: In St. Johann stand bisher eine dreimanualige Kreienbrink-Orgel (Organindex), in der sich Pfeifen aus vier Vorgängerorgeln (u.a. Slegel, Eberhard Berner und Carl Haupt) fanden, die ältesten wohl aus dem Jahre 1592. Vieleicht kann sich so mancher noch an den Artikel in Ars Organi von 1999 erinnern.

Vor ein paar Jahren wurde jedoch Bleifraß attestiert und die Gelegenheit beim Schopf gepackt: Die Berner-Orgel von 1787 wird aktuell von Flentrop rekonstruiert(?), das historische Pfeifenwerk (ca. 800 Pfeifen) konserviert und wiederverwendet. Die Fertigstellung war/ist (?) für 2024 geplant. Die Projektsumme beträgt knapp 1,5 Mio Euro. Geschaffen werden soll hierfür ein dreimanualiges Werk mit folgender Disposition:

Hauptwerk
Principael 8'
Quintadena 16'
Hohlflöte 8'
Gedaeckt 8'
Quinte 3'
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Super Oktave 2'
Nasal Quinta 1 1/3
Sexquialter 3 fach 3 fus
Mixtur 5 fach 2 fus
Schärffe 3 fach 1 fus
Fagott 16'
Trompete 8'

Oberwerk
Principael 4'
Rohrflöete 8'
Salicional 8'
Floete trawers 8'
Gemshorn 4'
Dux flöete 4
Oktave 2'
Waldflöt 2'
Rauschpfeiffe 2fach'
Vox humana 8'

Hinterwerk
Principael 8'
Gedackt 8'
Viola da Gamba 8'
Voce umana 8'
Flauto 4' (überblasen)
Nasard 3'
Flauto 2' (überblasen)
Terz 1 3/5'
Oboe 8'
Echotrompete 8‘

Pedal
Prinzipael 16'
Sub Bas 16'
Quinte 12'
Octave 8'
Octava 4'
Quinta 6'
Schärffe 3fach
Posaun 16'
Trompette 8'
Cornett 2'

Beim Hinterwerk bin ich u.a. angesichts der doppelten 8'-Zunge geneigt zu vermuten, dass dieses eine Erweiterung der ursprünglichen Disposition darstellt. Womöglich um Register von Carl Haupt weiterverwenden zu können. Dies ist aber nur eine Vermutung. Weitere Informationen findet man unter https://savethepipes.de/ sowie der jüngst neu gestalteten Webseite von Orgelbau Flentrop: https://www.flentrop.nl/

Die Kreienbrink-Orgel wurde übrigens bereits abgebaut und findet leicht verändert im größten Priesterseminar Brasiliens, in Caieiras, São Paulo, eine neue Heimat. Für die historischen Pfeifen wird wohl Ersatz gefertigt.

PS: Schon erstaunlich, was da in Osnabrück alles möglich ist. Das Orgelprojekt in Katharinen läuft ja auch noch und harrt der Vollendung der fehlenden Bauabschnitte (Schwellwerk und dynamisches Werk). Vielleicht gilt auch hier: Konkurrenz belebt das Geschäft!


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