....neues von CC....

Karsten @, Samstag, 25. Oktober 2014, 09:08 (vor 4398 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von Karsten, Samstag, 25. Oktober 2014, 11:08

....oder: vergessen wir Ligeti, Kagel, Cage & Co....

;-),
Wolfgang

Ich musste ja schon seeehr schmunzeln ;)

Aber was anderes, neues: Anfang Oktober spielte Carpenter ein Konzert in der Berliner Philharmonie. Wohlgemerkt an der Schuke-Orgel, vom elektrischen Spieltisch auf dem Podium aus. Offensichtlich ist das transkontinentale Herumreisen als Einzelperson doch etwas günstiger als mit einer elektronischen Orgel im Handgepäck.
Wie auch immer, es kam was (nach Carpenter) kommen musste: es gab einen Hänger, zudem ziemlich penetrant (Horizontalzunge?). Auf youtube sind einige vergebliche Bemühungen der Bühnentechnik (Orgel aus und wieder an) unter Beifall bzw. Gelächter des Publikums dokumentiert:
http://www.youtube.com/watch?v=2ojx3hIVo5g

Interessant, dass kein Orgelbauer in der Nähe war. Ein Klavierabend ohne Klavierstimmer/-Techniker ist doch ansonsten eher selten in solchen Häusern...

Wie auch immer, ich war neugierig, wie es denn weiter ging. Und eine Internetrecherche ergab als Info diesen Blogeintrag über den (weiteren) Verlauf dieses Konzerts, der - wenn ich es richtig verstanden habe - wohl nicht unbedingt von einem Orgelfan, sondern "normalen", unvoreingenommenen Klassikliebhaber stammt. Gerade deswegene sollte man sich diese Perspektive zu Gemüte führen, um einen eventuellen Tunnelblick zu entgehen.

Ich erlaube mir zu zitieren, wie es nach dem Videoauszug weiterging:

Schließlich kommt ein Verantwortlicher auf die Bühne, erklärt, dass das ein Defekt der Orgel sei (so etwas nennen die Orgelbauer "Heuler") und kündigt einige Reparaturversuche an.

Tatsächlich wird die Orgel noch 2 Mal aus und wieder eingeschaltet. Und jedesmal wieder mit dem Dauerton.

Dann eine starke Wendung:
Cameron Carpenter lässt ankündigen, dass er das Konzert an einem Steinway-Flügel fortsetzen will. Und in der Tat: der Orgelspieltisch wird zur Seite geschoben, aus dem Keller fährt ein großer Steinway nach oben.

Und der Mann mit den Glitzerabsätzen spielt (wieder auswendig) eine Buson-Adaption von Bachs Chaconne, ein Impromptu von Chopin und was von einem Ami-Komponisten. Dann noch was von Bach und 2 Zugaben. Ziemlich eindrucksvoll, wie virtuos und souverän er da musiziert, gelegentlich mit einem entschuldigenden "I will try to play ..."

Insgesamt ein rundum gelungener Abend:
- Ein interessanter Organist
- eine frisch restaurierte Schuke-Orgel
- ein großer Steinway
- und 2000 Zuhörer, die dem Spiel fasziniert folgen.

Quelle: http://koriander.blogger.de/stories/2440181/

Gruß
Karsten


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