Geschichte des Setzers, hier: Jehmlich-Orgel Leipzig-Lindenau, war: Ottilie in Oberhausen

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 03. September 2014, 00:33 (vor 4442 Tagen) @ Solcena

Martin Balz berichtet in seinem wunderbaren Bildband "Göttliche Musik - Orgeln in Deutschland" von einer dreißigfachen freien Kombination, die die Firma Jehmlich 1910 "nach einem 1909 erteilten Patent" in der Orgel der Philippuskirche in Leipzig-Lindenau gebaut habe. Die seit Jahren stillgelegte, interessante Kirche soll übrigens einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Später (1933) ist die Orgel laut der o.a. Quelle von der Erbauerfirma geringfügig umdisponiert worden, wobei auch die freie Kombination ausgebaut und im Orgelinnern gelagert wurde, so dass diese derzeit nicht benutzbar ist.

Weiß jemand, wie das technisch funktionierte? Sicher nicht mit den sonst bei freien Kombinationen sonst üblichen kleinen Zungenschaltern, bei denen ja meistens ein Schalter pro Kombination vorhanden ist... war das evtl. bedientechnisch ähnlich wie eine Setzeranlage gestaltet?

Schönen Abend!

....so eine dreißigfache freie Kombination ist im Grundsatz ja kein Problem - bis auf die im Spieltisch unterzubringenden Schalter.

Ich nehme mal an, daß das ähnlich gemacht war wie bei der stillgelegten "Riesenorgel" im Wiener Stephansdom: dort gibt es im Spieltischinneren Schaltleisten für freie Kombinationen. Deren Nachteil ist natürlich, daß man die nicht so einfach während des Spiels umstellen kann. Nimmt man das allerdings in Kauf, sind natürlich auch 30 freie Kombinationen möglich: zwei oder drei im Spieltisch, der Rest im Orgel- oder Spieltischinneren.

Ich nehme mal an, daß das bei der besagten Jehmlich-Orgel auch so war. Es könnte sein, daß es bei der VOD/BDO-Tagung 2012 in Karlsruhe einen Vortrag dazu gab, ich entsinne mich da dunkel. Aber ich muß erst nachsehen.

Gruß,
Wolfgang


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