Bericht: Orgel mit geteilten Obertasten (Bremen-Walle)

jrbecker @, Freitag, 29. August 2014, 10:04 (vor 4448 Tagen) @ daggies

Soeben bei Wikipedia gefunden:

"Sperrventile in Orgeln sind nur indirekt als Kombination zu betrachten. Sie dienen dazu, einzelne Teilwerke komplett an- und abzuschalten, indem die Windzufuhr zu ihnen unterbrochen wird. In größeren historischen Orgeln insbesondere des Barock finden sich oft Sperrventile, mithilfe derer der Windfluss immer nur zu den Teilwerken gelenkt wird, die auch akut benötigt werden. Dadurch konnte der (seinerzeit noch mit Menschenkraft erzeugte und grundsätzlich eher knappe) Wind ökonomischer ausgenutzt und ggf. Undichtigkeiten umgangen werden. Große Orgeln verfügen auch bisweilen über zwei getrennte Pedalwerke, von denen eines die kräftigeren Register und das andere die schwächeren Register enthält. Über zwei Sperrventile können beide Pedalwerke an das Pedal angeschaltet werden. Damit ist ein schneller Lautstärke- und Klangfarbenwechsel ohne umständliches Umregistrieren möglich. Zudem sind vor allem in den Barockorgeln auf der iberischen Halbinsel oft mehr Teilwerke als Manuale vorhanden. Hier werden die Teilwerke über Sperrventile nach Bedarf auf die vorhandenen Manuale zugeschaltet. In Verbindung mit der bei diesen Instrumenten üblichen Schleifenteilung bei c1/cis1 bieten selbst einmanualige Orgeln einen zum Teil ungewöhnlich großen Klangfarbenreichtum und erlauben somit ein entsprechend klangvariables Spiel. In der heutigen Zeit verlieren die Sperrventile mit dem Aufkommen elektronischer Setzer an Bedeutung."

Stimmt das so?

Ich würde sagen, überwiegend ja. Ein sehr bekanntes Beispiel ist die Schnitger-Orgel in Norden, wo heute wieder wie im Originalen Zustand vier Manualwerke von drei Manualen angespielt werden. Oberpositiv und Brustpositiv liegen beide auf dem III. Manual und können dann eben von Sperrventilen wechselweise (oder gleichzeitig, was aber aufgrund der Entfernung der beiden Werke voneinander nicht unbedingt Sinn macht) angesteuert werden. Was das angeht ist das also nicht unbedingt - wie in Wikipedia beschrieben - eine rein iberische Angelegenheit...

LG
Jörg


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