Erlöserkirche Rodenkirchen
hintersatz, Mittwoch, 06. August 2014, 18:38 (vor 4477 Tagen)
bearbeitet von hintersatz, Mittwoch, 06. August 2014, 19:52
Neben den beiden von Wolfgang vorgestellten Peter-Orgeln in der Kölner Antoniterkirche und in der Kunst-Station St.Peter ist ganz sicher auch dieses Instrument in der Erlöserkirche Rodenkirchen erwähnenswert.
Das Instrument füllt den ziemlich großen Raum gut aus und ist dabei verhältnismäßig leicht spielbar. Die elektrische Registertraktur arbeitet etwas arg laut und verfügt über nicht weniger als 3 Setzerplätze.
Ich hatte den Eindruck, dass sie Spiel-Traktur etwas zurückprellt und den Verdacht, dass da Drahtabstrakten am Werk sind, die konnte ich aber leider nicht sehen.
Irritierend ist bei diesem Werkaufbau, dass das offene Schwellwerk vom Spieltisch aus lauter klingt als das Hauptwerk, weil man davor sitzt.
Hinter dem ansprechenden Prospekt scheint eine seltene Form von Gewürm seine Heimstatt gefunden zu haben ?
Die Orgel ist sicher kein Schmuckstück, aber ein brauchbares Dienstinstrument in ansprechendem Design.
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Erlöserkirche Rodenkirchen
ThomasMP
, Donnerstag, 07. August 2014, 00:13 (vor 4476 Tagen) @ hintersatz
Tatsächlich doch DREI Setzer...? Wie sind eigentlich unsere Vorfahren mit einer REIN mechanischer Registersteuerung (so ganz ohne Elektrik, dafür aber mit 2-3 menschlichen Registranten, die sich mehr oder weniger im Weg standen, klargekommen...?). Unsere heutigen 764.000-fachen Setzer müssen denen doch als Utopia vorkommen... Ich will nicht falsch verstanden werden, ich freue mich über die 10.000 Setzer meiner Orgel und doch frage ich mich manchmal tatsächlich, wie ich Regers op. 57 mit einer freien Kombination hinbekommen habe... Nun gut..., es ist ein Albtraum und morgen kann ich wieder Knöpfe drücken... 8*8*8*8*8*8*1000 und wieder von vorne-Sequenzer auf und ab und ab und auf. Oh, jetzt wach ich auf..., schnell noch einen Whiskey
Äh, entschuldigung... Sommerloch...!!!!
Erlöserkirche Rodenkirchen
MAT
, Donnerstag, 07. August 2014, 08:06 (vor 4476 Tagen) @ ThomasMP
Wenn ich diese schrecklichen Registerdruckknöpfe sehe wird mir schon ganz anders.
--
Gruß
MAT
Erlöserkirche Rodenkirchen
stein
, Donnerstag, 07. August 2014, 11:33 (vor 4476 Tagen) @ ThomasMP
Tatsächlich doch DREI Setzer...? Wie sind eigentlich unsere Vorfahren mit einer REIN mechanischer Registersteuerung (so ganz ohne Elektrik, dafür aber mit 2-3 menschlichen Registranten, die sich mehr oder weniger im Weg standen, klargekommen...?).
Sie sind alle früher oder später gestorben!
Erlöserkirche Rodenkirchen
Solcena
, Donnerstag, 07. August 2014, 09:32 (vor 4476 Tagen) @ hintersatz
Neben den beiden von Wolfgang vorgestellten Peter-Orgeln in der Kölner Antoniterkirche und in der Kunst-Station St.Peter ist ganz sicher auch dieses Instrument in der Erlöserkirche Rodenkirchen erwähnenswert.
(...)
Die Orgel ist sicher kein Schmuckstück, aber ein brauchbares Dienstinstrument in ansprechendem Design.
Ah, die kommt mir irgendwoher bekannt vor.
Die Orgel ist im "Ommer" ("Neuzeitliche Orgeln am Niederrhein") mit SW-Foto und Dispo auf Seite 150/151 drin, nebst dem folgenden Text:
Für die Kölner ist Rodenkirchen ein beliebter Ausflugsort unter der großen südlichen Autobahnbrücke über den Rhein. Die aufgelöste Form der Kirchenorgel ergibt durch die verwendeten Segmente ein gutes Ensemble, in dem der quadratische Schwellkasten einen ruhigen Punkt bildet. Selbst eine solche Bauweise steht einer mechanischen Tontraktur nicht im Wege.
In der Disposition ist eine Glockenmixtur, die ihren Klangcharakter mehr von der richtigen Intonation als von den Pfeifenformen erhält. Solche glockenähnlichen Klänge aus labialen Pfeifen verblüffen Laien immer wieder. Die Gamba hat den etwas bedeckten Klang der Kniegeige und ist sehr gut als Soloregister einsetzbar.
Ommer, war: Erlöserkirche Rodenkirchen
Rochus Schmitz
, Münster, Donnerstag, 07. August 2014, 10:10 (vor 4476 Tagen) @ Solcena
Ah, die kommt mir irgendwoher bekannt vor.
Die Orgel ist im "Ommer" ("Neuzeitliche Orgeln am Niederrhein") mit SW-Foto und Dispo auf Seite 150/151 drin, nebst dem folgenden Text:
Für die Kölner ist Rodenkirchen ein beliebter Ausflugsort unter der großen südlichen Autobahnbrücke über den Rhein. Die aufgelöste Form der Kirchenorgel ergibt durch die verwendeten Segmente ein gutes Ensemble, in dem der quadratische Schwellkasten einen ruhigen Punkt bildet. Selbst eine solche Bauweise steht einer mechanischen Tontraktur nicht im Wege.
In der Disposition ist eine Glockenmixtur, die ihren Klangcharakter mehr von der richtigen Intonation als von den Pfeifenformen erhält. Solche glockenähnlichen Klänge aus labialen Pfeifen verblüffen Laien immer wieder. Die Gamba hat den etwas bedeckten Klang der Kniegeige und ist sehr gut als Soloregister einsetzbar.
Ja, das Buch hab ich auch, antiquarisch erstanden. Die Formulierungen sind ab und an - wie soll man sagen - unbeholfen, oder?
Ommer, war: Erlöserkirche Rodenkirchen
abstrakte
, Donnerstag, 07. August 2014, 14:39 (vor 4476 Tagen) @ Rochus Schmitz
Ja, das Buch hab ich auch, antiquarisch erstanden. Die Formulierungen sind ab und an - wie soll man sagen - unbeholfen, oder?
Naja, auch der Orgelliebhaber braucht doch gelegentlich etwas zum schmunzeln, oder? Und dafür ist Herr Ommer eine sehr zuverlässige Quelle.
Erlöserkirche Rodenkirchen
Wolfgang Gourgé
, Donnerstag, 07. August 2014, 18:13 (vor 4476 Tagen) @ hintersatz
Neben den beiden von Wolfgang vorgestellten Peter-Orgeln in der Kölner Antoniterkirche und in der Kunst-Station St.Peter ist ganz sicher auch dieses Instrument in der Erlöserkirche Rodenkirchen erwähnenswert.
Das Instrument füllt den ziemlich großen Raum gut aus und ist dabei verhältnismäßig leicht spielbar. Die elektrische Registertraktur arbeitet etwas arg laut und verfügt über nicht weniger als 3 Setzerplätze.
....wahrscheinlich Verschleiß, weil die Filze der Stoppscheiben hart sind. Wenn die Orgel mit einem Stahlgerüst gebaut ist, kann das auch geräuschverstärkend wirken.
Ich hatte den Eindruck, dass sie Spiel-Traktur etwas zurückprellt und den Verdacht, dass da Drahtabstrakten am Werk sind, die konnte ich aber leider nicht sehen.
...auf einem Deiner Fotos sieht man sie aber sehr prominent - "Draht" wohl nicht, es sieht eher nach Aluminiumabstrakten aus. Auch da sind vermutlich die Befilzungen hart, das würde das "Prellen" erklären.
Irritierend ist bei diesem Werkaufbau, dass das offene Schwellwerk vom Spieltisch aus lauter klingt als das Hauptwerk, weil man davor sitzt.
Hinter dem ansprechenden Prospekt scheint eine seltene Form von Gewürm seine Heimstatt gefunden zu haben ?
....nein, gar nicht selten...;--)....wie halt immer bei Flexrohren/kondukten: funtionsmäßig tadellos, einfach zu verlegen und deshalb auch billiger, aber eben nie schön anzusehen. Es gibt Orgelkonzepte - wie z.B. St. Ursula in Köln (siehe oben den ersten Link) -, wo sie die Ästhetik ruinieren würden und deshalb besser nicht verwendet werden sollten.
Die Orgel ist sicher kein Schmuckstück, aber ein brauchbares Dienstinstrument in ansprechendem Design.
...optisch macht sie sich in der typischen 1970er-Jahre-Kirche im "Bunkerstil" gar nicht so schlecht. Groß genug ist sie allemal. Der dreifache Setzer genügt, wenn dort kein Konzertbetrieb stattfindet, locker. Die beleuchteten Taster sind natürlich schauderhaft - wenn ein Lämpchen kaputtgeht, sieht man nicht mehr, ob das Register gezogen ist. Das sollte man bei einer Revision ändern. Die dunklen Holzpfeifen lassen Tropenholz als Material vermuten.
Gruß,
Wolfgang
Erlöserkirche Rodenkirchen
hintersatz, Donnerstag, 07. August 2014, 20:57 (vor 4476 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Danke Dir für die Befundung, ich werde sie an die Kreiskantorin weiterleiten.
Ich dachte mir schon, dass das, was man auf dem besagten Bild sieht, die Spieltraktur ist.
Die vom Spieltisch zur Orgel abgehende Traktur liegt unter einer Holzklappe begraben, da stand mir gestern zu viel Kram drauf, ich liefere gerne noch ein Foto davon nach. Eine "Draht"-Traktur habe ich auch erst einmal gesehen, nämlich hier (sorry, es gibt im Netz kein Foto der Orgel, sie hat aber sogar eine spanische Trompete) , und die spielte sich auch erheblich schwerer und träger.
Erlöserkirche Rodenkirchen
3rd_astronaut, Freitag, 08. August 2014, 00:57 (vor 4475 Tagen) @ hintersatz
Was ist denn der Nachteil an Drahtabstrakten? Ich weiß, dass viele Holz vorziehen, aber warum? Ich käme niemals auf die Idee, einen Seilzug aus Holz zu machen...
Erlöserkirche Rodenkirchen
MAT
, Freitag, 08. August 2014, 10:03 (vor 4475 Tagen) @ 3rd_astronaut
Ich glaube eher, dass es eine ästhetische Frage ist. Die Alu-Trakturen sind in klimatisch schwierigen Räumen ganz praktisch, besonders bei großer Luftfeuchte.
Andrerseits: In meiner Kirche schwankt das Klima von Tag zu Tag und die Holzabstrakten machen auch keine Probleme.
--
Gruß
MAT
Erlöserkirche Rodenkirchen
abstrakte
, Freitag, 08. August 2014, 11:09 (vor 4475 Tagen) @ MAT
Ich glaube eher, dass es eine ästhetische Frage ist. Die Alu-Trakturen sind in klimatisch schwierigen Räumen ganz praktisch, besonders bei großer Luftfeuchte.
Die Frage, ob Holz oder Metallabstrakten, ist nicht nur eine ästhetische. Abhängig davon, woraus das Tragwerk der Orgel besteht, können beide Materialien ihre Vor- und Nachteile haben. Besteht beispielsweise das Tragwerk der Orgel aus Holz, die Abstrakten aber aus Metall, so verziehen sich Orgel und Abstrakten unterschiedlich, und es können Heuler und andere Störungen auftreten. Der umgekehrte Fall ist natürlich auch möglich.
Erlöserkirche Rodenkirchen
Oktavkoppler
, Freitag, 08. August 2014, 11:21 (vor 4475 Tagen) @ abstrakte
Besteht beispielsweise das Tragwerk der Orgel aus Holz, die Abstrakten aber aus Metall, so verziehen sich Orgel und Abstrakten unterschiedlich, und es können Heuler und andere Störungen auftreten. Der umgekehrte Fall ist natürlich auch möglich.
Was glaubt Ihr, warum man automatische (ob mit oder ohne Begleitabstrakten) Trakturspanner einbaut?
Ok
Erlöserkirche Rodenkirchen
abstrakte
, Freitag, 08. August 2014, 11:23 (vor 4475 Tagen) @ Oktavkoppler
Was glaubt Ihr, warum man automatische (ob mit oder ohne Begleitabstrakten) Trakturspanner einbaut?
Ok
Naja, ich habe auch schon Fälle erlebt, bei denen Heuler trotz automatischen Trakturspannern aufgetreten sind: Tragwerk Metall, Abstrakten aus Holz.
Erlöserkirche Rodenkirchen
Wolfgang Gourgé
, Freitag, 08. August 2014, 15:44 (vor 4475 Tagen) @ 3rd_astronaut
Was ist denn der Nachteil an Drahtabstrakten? Ich weiß, dass viele Holz vorziehen, aber warum? Ich käme niemals auf die Idee, einen Seilzug aus Holz zu machen...
.....nimm' eine fünf Meter lange Drahtabstrakte in die Hand (und zwar möglichst in mehr als fünf Meter Höhe), und dann eine fünf Meter lange Abstrakte aus Fichte oder Zeder - dann wirst Du den Unterschied merken, denke ich mal......;-)....
Starker Draht wird bei mechanischen Orgeln ja immer noch verwendet, um die Holzabstrakten an die Ventile bzw. Wellenbretter und Winkel anzuschließen. Indes: Draht dürfte bei identischer Länge schwerer sein als Holz - und damit wird die Traktur zäher und träger. Bei den Alutrakturen bis in die 1970er Jahre kommt noch hinzu, daß sie sehr oft - und das auch bei Orgelbauern mit sehr gutem Namen - viel umständlicher gebaut sind als heute: zweiarmige Tastenhebel, dementsprechend mehrere Umlenkungen und "Umwege", auch in der Traktur vergleichsweise schwere, unnötig groß dimensionierte Metallteile usw.; das schläge alles zu Buche.
Gruß,
Wolfgang
Erlöserkirche Rodenkirchen
3rd_astronaut, Samstag, 09. August 2014, 02:31 (vor 4474 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Holz schlägt sich tatsächlich (für mich) überraschend gut: Mit einem leichtes Holz kriegt man tasächlich eine weniger träge Abstrakte hin. http://de.wikipedia.org/wiki/Rei%C3%9Fl%C3%A4nge#Beispiele
Meine nächste Rakete bau ich aus Balsaholz ;-)
Erlöserkirche Rodenkirchen
hardy
, Sonntag, 10. August 2014, 21:49 (vor 4473 Tagen) @ 3rd_astronaut
In unserer (Karl) Schuke-Orgel von 1970 gibt es eine Alu-Traktur mit allerdings sehr kurzen Wegen mit autom. Trakturspannern. Sie funktioniert immer noch einwandrei und ist sehr angenehm zu spielen. Das Tragwerk ist aus übrigens aus Holz.
Gruß H.