VOD/BDO-Tagung in Köln 2014 (V)

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 01:21 (vor 4514 Tagen)
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Samstag, 21. Juni 2014, 13:24

Letzter Tag: auf dem Programm standen am Vormittag konzertante Vorstellungen der Orgeln in der Antoniterkirche und in St. Ursula, am Nachmittag die durch Weimbs neugestaltete Orgel in Zülpich/St. Peter - diese leider ohne uns, da unser Zug schon um 17.00 Uhr ab Köln Hauptbahnhof fuhr.

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Die Antoniterkirche ist zwar relativ klein, verfügt aber über eine erstaunlich "große" Akustik. Die Orgel ist ursprünglich von Willi Peter 1964 mit elektrischen Trakturen erbaut worden; nach mehreren Umbauten verfügt sie heute über beachtliche 45 Register auf drei Manualen und Pedal.

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Johannes Quack führte sie nach einer umfangreichen Einführung...

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...mit diesem Programm...

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...vor. Obwohl unübersehbar orgelbewegt, überzeugt die Orgel mit einer großen Bandbreite an darstellbarem Repertoire, eine "Universalorgel" von überschaubarer Größe ohne unangenehme Kopflastigkeit, bei der Buxtehude ebenso überzeugte wie Reger.

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(...ob der Prospekt wohl von Walter S. ist?)

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Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das Konzept von Andreas J. Schiegnitz in der Basilika St. Ursula, der nächsten - und für mich letzten - Station der diesjährigen Tagung....

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(...ja, wo ist sie denn?)

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(...aha.....)

Nach einer Einführung durch Andreas Schiegnitz....

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...stellte Michael Gerhard Kaufmann die sowohl vom Aufstellungsort als auch von der Konzeption her sehr ungewöhnliche Orgel (zwei Spieltische, zwei Prospekte) u.a. mit Mendelssohn (2. Sonate) und Graf vor, wobei er den Anfang mit einer Salve Regina-Vertonung auf dem mitteltönigen Prinzipal (ein beeindruckendes Register) machte.

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(Andreas Saage und Matthias Wirth am Ursulaspieltisch - Nordseite)

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Beim näheren Betrachten wird die liebevolle Detailarbeit von Schiegnitz deutlich: so läßt sich eine Tür mit Pfeifen öffnen, die aber keineswegs stumm sind, sondern über Öffnungen im Rahmen unten alimentiert werden. Diese Mühe hätte sich nicht jeder Orgelbauer gemacht....

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der südliche Prospekt mit dem....

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...Marienspieltisch...

Blick vom Marien-.....
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...zum Ursulaspieltisch...

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Ein wenig problematisch erscheint mir die Enge auf der Empore....

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...: die Prospektpfeifen sind gegen versehentliches Berühren kaum geschützt. Dieser Nachteil ist wohl dem Konzept geschuldet und war wohl unvermeidlich. Den sehr positiven Gesamteindruck stört das nicht - es ist ein eigenwillig-unkonventionelles Orgelprojekt, das nicht den Ziel eines raumfüllenden Klangs verfolgt, dabei in der Anlage konservativ. Ganz sicher eine Bereicherung der Kölner Orgellandschaft; es wären hier sehr viel langweiligere Lösungen denkbar gewesen.

Mittagspause in der "Schreckenskammer" neben St. Ursula....

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....und ein abschließender Dom-Rundgang bei Tageslicht, bevor es ins Hotel und von da aus mit Gepäck zum Bahnhof ging....

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(das Richter-Fenster....)

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(hier ist das Richter-Fenster am Ende des Querhauses zu sehen, leider völlig überstrahlt - bei Einstellung der Belichtung auf das Fenster wäre aber alles andere nur Finsternis gewesen; im Dom war es viel dunkler, als die Bilder vermuten lassen.)

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"...kuck' mal, hier war das also mit der Josephine Witt....."

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Was bleibt noch von Köln? - Die Erkenntnis, daß die Kuckucksuhr offenbar eine kölsche Erfindung ist,.....

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....ebenso das Weizenbierglas (obwohl Weizenbier in Köln ja - siehe unten - angeblich tabu ist),....

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....der Bierkrug, hier in unübertroffen scheußlichen Varianten, passend zu jeder Eiche-rustikal-Schrankwand,....

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...und die...

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...Weihnachtspyramide. Kölle alaaf.

Anscheinend ebenfalls eine kölsche Erfindung: der Typus des rotzigen Kellners. Liebe Kölner: es mag ja sein, daß ein gewisses Maß an Derbheit von Kegelvereinsmitgliedern mit zweistelligem Promillewert auf Köln-Tour als Lokalkolorit geschätzt wird. Von mir allerdings nicht. Permanent geduzt zu werden, auf die Frage nach Weizenbier die pampige Antwort "da kannst du nach München fahren, so 'nen Scheiß gibt's hier nicht" zu erhalten (derweil auf zahllosen Kneipen-Tischen in der Innenstadt Weizenbier zu sehen war) oder den Salat mit den Worten "da ist dein Kaninchenfutter" hingestellt zu bekommen, ist nicht wirklich lustig, sondern plump. "Unkompliziert" ist nicht dasselbe wie "unverschämt". Insofern ist mein Bedürfnis, Köln wiederzusehen, eher begrenzt - ich hoffe, die hier anwesenden Kölner sehen mir das nach...

Gruß,
Wolfgang


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