Detailtreue historischer Abbildungen

Karsten @, Samstag, 15. März 2014, 11:25 (vor 4609 Tagen) @ Hilbrands
bearbeitet von Karsten, Samstag, 15. März 2014, 11:30

Hallo!

Was mich bei diesen Rekonstruktionsversuchen irritiert, ist die "Wörtlichkeit" mit der die Bildquellen interpretiert wurden. Sicher, sie sind neben schriftlichen Quellen die einzigen Zeugen, wie diese alten Instrumente damals ausgesehen haben könnten und wurden je nachdem sogar unter "Aufsicht" eines Fachmannes angefertigt. Aber dennoch scheint mir in allen Darstellungen ein großes Maß an Stilisierung und Vereinfachung vorhanden zu sein, dass man kaum definitive musikalische oder orgelbautechnische Rückschlüsse aus diesen Darstelungen ziehen kann. Den Malern waren maltechnische Aspekte wie Raumaufteilung, Proportionen, Perspektive, Farbkombinationen und und und wohl meist wichtiger als eine detaillierte Bauplan-genaue Abbildung, auch wenn manche Details sicher gut wiedergegebene wurden. Oder würde man ernsthaft aus diesem historische Gemälde auf eine tatsächliche übliche Position des Notenständers links außen schließen? (Ganz zu schweigen davon, dass der Deckel wohl nach außen umkippen würde, sofern er nicht durch ein Seil oder Gurt gesichert wäre, der durchaus vorhanden sein könnte, aber im Gemälde leider nicht erkennbar ist.)

Gruß
Karsten


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