St. Elisabeth in Graz braucht eine neue Orgel.....

Florian-L @, Freitag, 21. Februar 2014, 08:49 (vor 4627 Tagen) @ florianf

Vielleicht lässt man ihn ja dann auch anderswo ein paar pneumatische Kisten reparieren, wenn die Sache gut läuft. Ein Spezialist für derlei Instrumente hätte hierzulande gut zu tun. ;)

Das ist die Frage, denn viele Pfarrgemeinden wollen sich das nicht mehr leisten.
Ein Bekannter von mir, der Orgelbauer ist, hat mir erzählt, dass er in letzter Zeit zwar recht viele Anfragen bezüglich Restaurierungen erhält, aber nach Absenden des Kostenvoranschlags meistens nie mehr eine Reaktion erhält.
So viele Orgeln aus der Spätromantik wurden schon unsachgemäß umgebaut (in Graz etwa die Orgeln in St. Andrä, St. Josef und die bereits erwähnten Instrumente in St. Leonhard und in der Marienkirche), was die Kosten für eine Restaurierung gehörig in die Höhe treibt.
Häufig entscheidet man sich für eine unzulängliche "kleine Lösung", die die Orgel nur für ein paar Jahre einigermaßen spielbar hält, oder man legt die Orgel kurzerhand still und stellt gleich ein elektronisches Instrument auf.

Dass man sich entschlossen hat, die hochbedeutsame Walcker-Orgel in der Barmherzigenkirche einem so ausgewiesenen Spezialisten anzuvertrauen, stellt schon eine Ausnahme dar, und das ist den Verantwortlichen hoch anzurechnen, wenn man bedenkt, dass solche Orgeln über Jahrzehnte massiv abgelehnt worden sind ("Sachverständiger" zum Orgelbauer: "Machen S' aus der Schwebung eine Rauschquint!").
Noch in den späten 1990er Jahren hat man sich z. B. entschlossen, die vollständig erhaltene pneumatische Mauracher-Orgel (II/29) von 1909 in der Weizbergkirche durch einen Neubau ersetzen zu lassen.

Der dritte Kommentar zur geplanten Orgel in St. Leonhard beinhaltet einen sehr aufschlussreichen Satz:

"Wenn unser Organist nicht da ist, kann die Liederbegleitung vorher aufgenommen und dann beim Gottesdienst abgespielt werden."

Nicht allein, dass man zum Verzicht auf ein akustisches Instrument tendiert, auch der Organist scheint bereits ein zu hoher Kostenfaktor zu sein.

Gruß, Florian


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