Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Niederrheiner @, Dienstag, 16. September 2025, 16:01 (vor 351 Tagen) @ MAT

Nach meiner Einschätzung gibt es noch einen ganz anderen Aspekt:

Auch eine gute Orgel, wird von Zeit zu Zeit Investitionen in Reparaturen und Pflege benötigen. Mechanisch ist fast immer irgendwann eine Reinigung erforderlich und sobald elektrische oder gar elektronische Bauelemente dabei sind, wird man auch da von Zeit zu Zeit etwas reinvestieren müssen. Gleiches gilt für alternde Materialien oder auch die Beseitigung der Folgen schlechter Heiz- und Klimatechnik im Kirchenraum.

Ob man jetzt in diese Instandhaltung investiert hängt natürlich neben einer Kosten-/Nutzen Rechnung auch immer davon ab, wie die Entscheider das betreffende Instrument bewerten.

Bei einem nach dem jeweiligen Zeitgeist "beliebten" Instrument wird man eher in eine Überholung investieren als einen Neubau anzustreben. Ich denke, dass es einige Restaurierungen gibt, bei denen ein Neubau ggf. sogar günstiger gewesen wäre, die Orgel aber eine solche Bedeutung hat, dass man darüber gar nicht nachgedacht hat (zum Glück).

Umgekehrt können Defekte bei einem nicht besonders "beliebten" Instrument, ggf. aus einer Generation von Orgeln die aktuell nicht "modern" sind (z.B. in vor ca. 70 Jahren alles pneumatische, aktuell eher alles "neobarocke"), dann eher zu einem Neubau führen, als zu einer Restaurierung oder Reparatur. Ggf. sind dann die Defekte auch eher das Alibi für den ohnehin gewünschten Neubau.

So ganz klar trennen lässt sich das nach meiner Erfahrung nicht.

Gerade im Bereich der öffentlichen Hand aber auch der Kirche, beobachte ich allerdings auch den Trend bei manchen Entscheidern, sich mit Bauten (auch von Gebäuden, nicht nur Orgel) eine Art Denkmal zu setzen, was den Hang zu Neubauten eher befeuert.

Manche Orgeln sind aber auch technisch wirklich so schlecht, dass es sich nicht lohnt, da noch etwas zu investieren


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