Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Orgelfritze, Sonntag, 14. September 2025, 15:35 (vor 351 Tagen) @ Orlos

Ich bin auch erstaunt, wie früh manche Orgeln renoviert werden müssen, obwohl (oder gerade weil?) sie nach historischen Vorbildern gebaut worden sind. Letzthin hatten wir eine Woehl-Orgel aus den 1980er-Jahren, die "restauriert" werden musste.

Dass Instrumente aus dem Hause W. mehrheitlich toll klingen, technisch aber nicht selten mit der heißen Nadel gestrickt sind, ist jetzt aber auch schon ein (mindestens) 20 Jahre altes "Geheimnis".

Und auch diese Instrumente sind mit den üblichen blumig-warmen Worten von ganz sachverständigen Sachverständigen abgenommen worden - gern auch deshalb, weil ihre Erbauer ebenso zu blumig-warmer Verkaufsprosa und entsprechender Selbstinszenierung in der Lage sind, derer man erlegen ist.

In dem Zusammenhang fällt mir z.B. auch eine in Karlsruhe befindliche Chorogel ein, über die schöne Worte in reicher Menge gefunden wurden. Allein wenn man sich mal ins Innere des Instruments begibt und einen Blick auf manche technische Lösung und das massakrierte Pfeifenwerk wirft (wenn man alles auf Ton schneidet, ist eine zu lange Pfeife bei der Generalstimmung nicht weniger lästig als eine zu kurze ...), fragt man sich, wer das abgenommen hat. Und auch das ist nicht der einzige zukünftige Sanierungsfall unter diesem Label.


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