Neresheim und Giengen

MCVL @, Mittwoch, 28. Mai 2025, 11:06 (vor 469 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von MCVL, Mittwoch, 28. Mai 2025, 11:48

Nur interessehalber für mich als etwas "Entfernteren": Rot an der Rot kenne ich noch nicht, aber ich habe vor etwa 10 Jahren sehr ausgiebig in Weißenau spielen dürfen. Wie ist das da mit dem Holzhey-Feeling?

Ich würde vom Klang her folgendes "Ranking" aufstellen:

1) Rot an der Rot
2) Obermarchtal und Ursberg
3) Weißenau
4) Neresheim

Man darf auch nicht vergessen, daß die Restaurierungspraxis in diesen Jahren zwischen dem Neubau unter Verwendung historischer Substanz in Neresheim bis zu Obermarchtal gewaltige Fortschritte gemacht hat und auch über Holzhey und sein Werk viele neue Erkenntnisse gewonnen werden konnten.

In Weißenau finde ich auch die gemischten Stimmen ausgeprägt "sandtnerisch", dadurch wirkt auch das Plenum schon etwas in Richtung "neobarock/orgelbewegt" (oder wie man es auch immer bezeichnen will, ich denke, jeder weiß, was damit gemeint ist) gehend.

In Rot an der Rot geschahen weitaus die wenigsten Eingriffe, wobei dort auch manches noch gar nicht genau geklärt ist, vor allem die Geschichte der Chororgel. Akten konnten dazu bislang nicht viele aufgefunden werden. Schon lange wollte ich mal in das dortige Pfarrarchiv, da ich vermute, daß der Schriftverkehr zu den einzelnen Orgelbauarbeiten in den Beilagen der Kirchenrechnungen zu finden ist. Aber irgendwie ist bisher immer wieder etwas dazwischen gekommen.
Jedenfalls wird die Chororgel in Rot an der Rot in einer Annonce von Johann Baptist Schefold um 1880 als "Neubau" aus seiner Hand bezeichnet. Teilweise mag das sogar zutreffen; wie gesagt, ist die Orgelgeschichte von Rot an der Rot das 19. und frühe 20. Jahrhundert betreffend noch unvollständig bekannt. Und wie gesagt lässt sich an der Hauptorgel auch ablesen, daß diese von umfassenden Modernisierungen und Verbesserungen weitgehend verschont geblieben ist. Auch wurde sie noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als sehr gutes Instrument bezeichnet, nicht ganz selbstverständlich.


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