Weise-Mania - Orgelweihe Plößberg

Moritz @, Montag, 19. Mai 2025, 21:37 (vor 476 Tagen) @ Florgel
bearbeitet von Moritz, Montag, 19. Mai 2025, 21:45


Mein Dämpfer setzte schon früher ein, unter "respektvoll erweitert" stelle ich mir nicht vor, dass der originale Spieltisch und die pneumatische Traktur aufgegeben wird und der Orgel ein neues Klangkonzept übergestülpt wird.


Herzliche Einladung, sich das mal vor Ort anzusehen.
Da lässt sich natürlich besser diskutieren als vom Schreibtisch aus.


MCVL hat ja die Ursprungsdisposition gepostet.
Zum ursprünglichen "Klangkonzept": Weise selbst hatte im Spieltisch noch die Register Dolce 8´ im Hauptwerk, Quintade 16´ im Schwellwerk, Zartbass 16´ (Windabschwächung Subbass) und Kontrabass 16´ im Pedal vorgesehen.
Diese Erweiterungen waren technisch vorbereitet. Allerdings wäre das auch sehr stark auf Kosten der Zugänglichkeit gegangen.
Realisiert hat er dann aber 1968 nur ein Nachthorn 2´ im Schwellwerk.

Die Orgel war übrigens von 1989 bis 1995 stillgelegt.
Die Erbauerfirma hat dann von 1995 bis 1996 in mehreren Anläufen die Orgel saniert.
1998 befand ein Orgelsachverständiger dann, dass ein Neubau nötig wäre.

Meiner Meinung nach hat Weise hier 1927 für wenig Geld eine gute Arbeit geliefert.
Bei besserer Finanzlage hätte er hier vielleicht eine Orgel bauen können, die man 1:1 restauriert hätte.


Beste Grüße,
Florian

Hallo in die Runde,

ich bin der Einladung unseres Mitforisten Florian gerne gefolgt und war gleich gestern beim Orgelkonzert um 16:00 Uhr vor Ort. Neben einem sehr netten Austausch mit Florian und dem Organistenkollegen der Voit-Orgel aus Erbendorf konnte die erweiterte Weise-Mühleisen-Bäumler-Orgel ausgiebig ausprobiert und inspiziert werden. Man kann wirklich sagen, dass zum Thema Nachhaltigkeit möglichst viel vom Altbestand verwendet wurde bzw. werden konnte und durch Teile einer weiteren Weise-Orgel zu einer jetzt stattlich und opulent ausgestatteten Dorfkirchenorgel mit viel durch Digitaltechnik nutzbarem Potential ausgebaut wurde. Ich möchte Florian nicht vorgreifen in der Vorstellung "seiner" Orgel nach der gestrigen Bewährungsprobe, aber die Zweifler hier schon mal eines besseren belehren: Die Orgel hat trotz oder gerade wegen der Mehrfachnutzungen viel Kraft und auch das Pedal ist durch die Eigenständigkeit der 16'-Lagen nur für dieses Teilwerk (Violon, Subbass und Posaune) alles andere als zu schwach. Das Konzertpublikum mit vermutlich einem Großteil der Konzertbesucher aus Plößberg selbst, die die Orgel schon vor dem Umbau kannten, lies immer wieder positiv überraschte Kommentare verlauten.

Mein Tipp: Florian anschreiben, hinfahren, ausprobieren, Meinung bilden.
Und am besten die Voit-Orgel in Erbendorf noch mitnehmen!

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