Noise Cancelling

hintersatz ⌂ @, Freitag, 02. Mai 2025, 21:27 (vor 495 Tagen) @ hintersatz
bearbeitet von hintersatz, Freitag, 02. Mai 2025, 21:45

Heute war es dann mal soweit, mit dem Sony WH-1000XM5 Noice Cancelling Kopfhörer nach Merdingen gefahren und das Ding an der großen lauten Orgel mit ihren berüchtigten Zungen ausprobiert.
Zum Funktionskonzept des Kopfhöreres hat dieser zunächt einmal 3 Betriebsarten:
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1.Rauschunterdrückung (ist natürlich Quatsch, die Bezeichnung)
2.Umgebungsgeräusche
3.Aus
Modus 1: Rauschunterdrücken, besser Unterdrückung der Umgebungsgeräusche.
Man hört die Orgel auch im Plein Jeu ziemlich leise, es fehlt viel an Bass, das Klangbild erinnert an den etwas dünnlichen Klang einer schlechten Digitalorgel
Modus 3: Aus
Der Kopfhörer wirkt nur akustisch dämpfend als Mickey-Mouse, macht eine eigentlich recht gute Dämpfung der Lautstärke, allerdings schlagen die massiven Merdinger Bässe ziemlich ungehindert durch und verderben damit diese Einsatzmöglichkeit.
Modus 2: Umgebungsgeräusche
Beim ersten ausprobieren war der Klang unter dem Kopfhörer gefühlt sogar noch lauter als die Orgel ohne Kopfhörer, geht gar nicht, dachte ich, bis ich dann herausgefunden habe, dass die Lautstärke der Umgebungsgeräusche in der mit dem Kopfhörer verbundenen App einstellbar ist, voreingestellt war 20/20, daher auch überlaut.
[image]
Mit einer Einstellung von 10/20 sieht die Sache dann schon ganz anders aus, man hat eine wirkungsvolle Dämpfung der Lautstärke bei eigentlich weitgehend erhaltenem Klangbild. Dass da ein Signalprozessor werkelt, der auf Sprache konditioniert ist, merkt man daran, dass die wunderschönen aber eben auch lauten Merdinger Zungen eigentlich perfekt abgebildet, also in der Lautstärke bedämpft werden. Probleme gab es, ich bin heute bei Barockmusik geblieben, mit der Hauptwerksmixtur, deren am Spielplatz schon ziemlich lauter, silbrig heller Klang hat das Soundprocessing massiv überfordert, heraus kam wieder so ein an Digitalorgel erinnerndes Irgendwielaut. Durchaus erträglich, nur halt nicht schön. Probleme gab es noch bei irgendeinem Pedallauf in der Mittellage von oben nach unten, ich habe nur nicht herausbekommen, ob die Zunge jetzt ein Problem hatte oder das Noise Cancelling.
Singen kann man unter dem Ding auch, mein Registrierungen für das Oster-Orgelbüchlein wusste der Setzer noch, im Vergleich zu Todtmoss auffallend waren die Spargel-Registrierungen, um der Lautstärke-Anbrandung zu entgehen, passend zur Jahreszeit, draußen auf den Feldern hier müssen die bösen Ausländer auf den Feldern schufften, während ich hier im teuersten Wohnzimmer Merdingens meine Luxusspielzeuge ausprobiere, egal, das darf jetzt aber auch mal sein.
Beim Singen hört man fast nur seine innere Stimme, was im Raum klingt wir meistenteils gecancelt, gut für die Tonkontrolle, aber wie man im Raum klingt, keine Ahnung. Vermutlich schlecht wie immer.
Was Spaß gemacht hat, ist das was in Merdingen halt am Meisten Spaß macht, die Zungen. Endlich kann man die mal an-, aus- und durchdiskutieren, die können sich warmlaufen und man kann an der Artikulation arbeiten, ohne das man sich ständig fragen muss, wie lange man das noch aushält.
In Todtmoos brauche ich kein Noise Cancelling, aber die fast 60 Jahre alte Holztraktur hat natürlich nicht mehr den Biss die die junge in Merdingen. Jäger&Brommer haben grade die Orgel in Bernau saniert, vielleicht finden sich ja Mittel und Wege, dass sich die Mädels auch in Todtmoos meiner seelischen Probleme und intrapsychischen Konflikte annehmen. Da wäre zum Beispiel der Pedaltritt der II/P-Koppel, und vieles mehr.

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Organiste titulaire de l'Opus diaboli


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