Orgelstadt Heidelberg, war: Herzlichen Glückwunsch zur Berufung als Professor!

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 25. März 2025, 19:51 (vor 533 Tagen) @ MichaelS

Auch von mir herzlichen Glückwunsch an Christoph Bornheimer. Möge ihm ein besseres Händchen beschert sein als seinem Vorgänger.

Das macht mich neugierig, habe ich doch keinen Überblick wer da überhaupt Vorgänger war...

Aber: wo ist jetzt in Heidelberg "manch schöne Orgel"? HD als Orgelstadt, da ist noch sehr viel Luft nach oben.

Die Orgel der Heiliggeistkirche soll schon seit 20 Jahren (umgestaltet) auf die Westempore wandern. Zuletzt war der Vertrag mit Eule unterschriftsreif, die Prospektentwürfe im Gemeindebrief. Von der Kirchenleitung gestoppt. Schade. Hauptsache man hat ein Tanzparkett im Tempel.

Wirklich schade, wenn das nichts mehr wird. Das heißt, die bestehende Orgel besteht auch weiterhin unten vorne? Das wäre ja noch was, oder ist das Instrument insgesamt in Ungnade gefallen und schon abgebaut worden?

Die Orgel der Christuskirche ist ein großer Lichtblick, dürfte etwas mehr Aufmerksamkeit genießen. Die Translozierung der Krämer-Orgel aus Ladenburg dorthin ist ein guter Anfang, Restaurierung steht noch aus wie ich gehört habe.
St. Bonifatius ist ganz nett, die Zutaten aus den 90er Jahren etwas überambitioniert. Sollte wohl alles mal wieder renoviert und intoniert werden.
Stift Neuburg mit der Pater-Albert-/Klais-Orgel hat gewissen historisch-organologischen Reiz. Ziegelhausen zwei schöne, neuere, kleine Instrumente aufzuweisen.
Die Ahrend-Orgel in Neuenheim ist schön geworden. Kann sich sehen lassen. Die Orgel der Johanneskirche fällt dagegen noch etwas ab.

Beim Schreiben denke ich, eigentlich taugt das schon zur Orgelstadt. Irgendwie fehlt jedoch ein "Motor", der das ganze in die Öffentlichkeit bringt, Aktivitäten iniziiert und in die Öffentlichkeit bringt. Eigentlich ist in HD die klassische Kultur ja ganz gut präsent, die Orgeln müssten nur da etwas miteingebunden werden.

Aus der Ferne würde ich auch sagen, dass das doch schon recht anständig ist, und den Begriff "Orgelstadt" verdient. Der ist ja sehr elastisch, aber es sind ja viele brauchbare Instrumente, und ein paar sogar von höchster Qualität.
Gut, dass "Orgelstadt" kein echtes Label ist. Mich ärgert diesbezüglich ECHO (European Cities of Historic Organs). Denn da sind viele Orte nicht drin, die man als Außenstehender dort erwarten würde, und nicht alle, die drin sind, haben starke bzw. zahlreiche Argumente. Das ist schon auch so ein Zertifizierungs-Zirkel. Mein Eindruck jedenfalls.

Hm, manchmal soll man ja noch mal nachschauen vor dem Posten: Und ja, die Liste der ECHO-Orte ist länger geworden. Liest man aber die Mitglieder-Ordnung, wird klar, warum einige Orte (z. B. Stralsund) fehlen. So braucht es jährlich 4.000 Euro Mitgliedsbeitrag, einen städtischen Beauftragten und einen künstlerischen Leiter. Das erinnert mich doch ein wenig an die Zertifizierungs-Systeme von Coaches und Heilpraktikern. Diese Kritik soll bewusst weder bei diesen noch bei jenen die Inhalte an sich bewerten, es geht nur um die zu erkaufende Exklusivität. Was ja in sich auch ein Widerspruch ist, der aber durch Geldfluss aufgelöst werden kann.

EDIT: Christoph hat während meines Schreibens schon Antworten gegeben!


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