Walze; war: Noch ein neuer Spieltisch - Allerheiligen Nürnberg

MCVL @, Sonntag, 26. Januar 2025, 22:13 (vor 591 Tagen) @ Contrebasson 32'

Zur Walze möchte ich auf die wertvolle Dissertation von Balazs Szabó hinweisen, in der er sich mit den Aufführungspraktiken u.a. Reger'scher Orgelwerke auseinandersetzt. Auf die Walze und ihren Einsatz geht er auch ausführlich ein. Er greift dabei Zitate bedeutender Interpreten und Verfasser von Orgelschulen auf. Demnach soll die Crescendowalze vor allem als Folge von bestimmten logisch aufeinander aufbauenenden Registrierungen aufgefasst werden, die durch die Walze gezielt (!) und schnell angesteuert werden können und sollen (etwa vergleichbar wie eben heutige Setzersequenzen).


Vielen Dank für den Verweis auf die Dissertation. Das klingt für mich sehr nachvollziehbar. Nathan Laube erwähnte einmal mit Bezug auf die Vorbereitung eines Konzerts im Berliner Dom, dass als weitere Klangebene außerdem noch die Koppeln (und deren Wirkungsweise) zu bedenken seien.

Trotzdem findet man wohl auch Walzen an Orgeln, auf denen kein Reger (oder ähnliche Literatur) gespielt wurde bzw. gespielt werden sollte - und die Walze demnach einem anderen Zweck diente bzw. anders genutzt wurde. Die von Szabo beschriebene Nutzung der Walze setzt außerdem viel Übung bzw. eine gewisse Könnerschaft (ganz abgesehen von den passenden Instrumenten) voraus. Entsprechend stellt sich mir die Frage: welche musikalische Praxis wird darüber hinaus intendiert, wenn man den Einbau einer Walze bzw. eines Crescendotritts vorsah/vorsieht - und nicht (nur) von der Straube-Schule her denkt?

Das ist so ein Fall, wo einem genaue Anzeigevorrichtungen für die Registerschweller von Nutzen sein können, wie sie beispielsweise Weigle gebaut hat, egal ob in der Version mit den großen Uhrtafeln bei mechanischen Kegelladen oder bei den pneumatischen Instrunenten mittels matrixartiger Übersichtsgraphik und Anzeigestiften. Dort geht genau hervor, welche Register bzw. Koppeln auf welcher Stufe einsetzen, nicht wie bei den üblichen Anzeigeuhren anderer Orgelbauer.
Einen ähnlichen Zweck sollten wohl auch Registeranzeiger erfüllen, wie sich einer an der Reiser-Orgel in Oberdettingen erhalten hat, wo über den Register- und Koppelwippen Porzellanplättchen mit den entsprechenden Bezeichnungen in kleinen Fenstern angezeigt werden. In Oberdettingen wirken alle Handregister und sämtliche Spielhilfen auf den Anzeiger.


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