Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 17. November 2024, 12:22 (vor 663 Tagen) @ 3rd_astronaut

PS Warum es schon wieder ein neues Gesangbuch brauchen soll, ist mir auch nicht klar. Es gäbe viel zu tun, damit anzufangen(!), das vorliegende abseits der 10 immer wieder gesungenen Hits überhaupt erst kennenzulernen - und eine Ergänzung könnte elektronisch zum Ausdrucken erfolgen. Aber dann könnte man nicht so viel Geld ausgeben. Wenn man da mal an das EK(!)G zurückdenkt...


warum "schon wieder"? es ist (zumindest cum grano salis) der normale zyklus, der auch evangelischer- wie katholischerseits ähnlich ist. die elektronische ergänzung ist ja eh geplant.

Wenn man langjährig, das ganze Kirchenjahr (incl. der besonders schwierigen Passionszeit) häufig Gottesdienste gestaltet und sich wirklich Gedanken macht über die Texte und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen möchte, dann muss man sagen: Das EG reicht nicht. Der Passionsteil war schon zu Beginn sehr schwierig, aber das liegt auch natürlich daran, dass das ganze Thema theologisch in diewsen Jahrzehnten nicht so in Mode war.
In unserer Gemeinde verwenden wir noch zusätzlich weitere Inhalte, auch aufgrund der vielen beteiligten Liturgen. Unser Propst, der bei uns auch einen Predigtauftrag hat, hat katholischen Hintergrund und wieder andere Vorlieben als die schon vorhandenen drei Pfarrpersonen (der aktuelle gendergerechte Begriff bei uns). Wichtig: Er HAT Geschmack und singt selbst auch sehr gut.

Ich möchte auch überhaupt nicht an das EKG zurückdenken. Das war diesbezüglich noch weniger brauchbar. Sicher, es hielt besser Kontakt zu den cantus firmi der uns lieb gewordenen Choralbearbeitungen, klein und groß. Aber die Choräle sang man deswegen trotzdem nicht, weil man die zugehörige Bearbeitung von Scheidemann oder Reger liebt und spielt.

Die Corona-Zeit machte vorübergehend Choräle bzw. ihre Texte aus der Zeit der Pest-Epidemien auf einmal anschlussfähig, oder die Bitte der Bewahrung "vor Seuchen und Gefahr".

Aktuell stellen wir fest, dass es (m. E.) zu wenig tiefgängige Friedenslieder gibt. Wir singen seit zwei Jahren fast immer eines am Ende des GD oder zumindest eine Strophe, und wenn man da etwas Abwechslung möchte, ist das Angebot nicht so sehr groß.

Also: Ich brauche dringend ein neues und größeres (haha!) Gesangbuch! (EDIT: ...und ich bemühe mich sehr, auch alte Choräle zu benutzen. Aber es muss textlich noch vermittelbar sein.)

Aber ich sage auch, dass ich eine große Enttäuschung über das neue Buch, an dem ich nicht mitarbeite und keinen Einblick in den aktuellen Stand habe, durchaus für möglich halte.


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