St. Sernin, Toulouse

Friedrich @, Montag, 13. Februar 2012, 23:09 (vor 5324 Tagen) @ hardy
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 14. Februar 2012, 11:25

Ich kenne sie vorher und nachher nur durch Aufnahmen und Artikel. Die Restaurierung war wohl überfällig, denn die Orgel war stark abgenutzt in der gesamten Mechanik und durch einen größeren Umbau zum Schlechten verändert; ich glaube, durch einen der Pugets. Wer Daniel Roths Aufnahme von Widors Siebter kennt, weiß, was ich meine. Da quietscht, ächzt und klappert es überall, ebenso in Frédéric Blancs wunderbarer Improvisationsplatte.

Aber die technischen Defizite wurden eben auch wettgemacht durch einen sagenhaften Klang, herb und mächtig und extrem charakterisch. Das Rumpeln der Contrebombarde ist unvergesslich, ebenso die Energie der Chamaden und die herrlichen Grundstimmenfarben – aber auch die Grundheiserkeit durch die starken Verstimmungen zwischen den Werken. In den Aufnahmen nach der Restaurierung klingt die Orgel deutlich vornehmer, weicher und glatter – weniger nach Bestie. Ich habe gehört, dass manche das den Restaurateuren übelgenommen haben sollen. Dabei lässt es sich leicht erklären als Ergebnis von Reinigung, Regulierung und Wiederherstellung einer soliden Windzufuhr.

Die Orgel klingt schön, aber sie hat ihre charakteristische Rohheit verloren, für die viele sie liebten – auch wenn dieser Klang wahrscheinlich aus dem Puget-Umbau und jahrzehntelanger Vernachlässigung herrührte.

Ob es technische Einzelheiten gab, die den Restaurateuren vorgeworfen werden, weiß ich nicht.

Gruß,
Friedrich


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