Disposition - Meinungen

Bauernflöte 2' @, Montag, 13. Februar 2012, 12:42 (vor 5326 Tagen)

Vor kurzem bin ich über diesen Dispositions-Entwurf gestolpert, leider weiß ich nicht mehr in welchem Zusammenhang. Mich würden eure Meinungen dazu interessieren.

I Hauptwerk
1. Principal 8'
2. Rohrflöte 8'
3. Oktave 4'
4. Flöte 4'
5. Quinte 2 2/3'
6. Superoktave 2'
7. Terz 1 3/5'
8. Mixtur IV 1 1/3'

II Schwellwerk
9. Holzflöte 8'
10. Salicional 8'
11. Vox coelestis 8'
12. Fugara 4'
13. Doublette 2' oder Violine 2'
14. Larigot 1 1/3'
15. Hautbois 8'
Tremulant

III Solo
16. Bordun 8'
17. Trompete 8'

Pedal
18. Subbass 16'
19. Violonbass 8'

II-I, Sub II-I, Sub II-II, Sub I-I, III-I, III-II, I-Ped, II-Ped, III-Ped

Disposition - Meinungen

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Montag, 13. Februar 2012, 13:07 (vor 5326 Tagen) @ Bauernflöte 2'

Ich bin nicht erstaunt.


Das scheint mir einfach die kleinere Variante eines heute weithin beliebten Konzepts (z. B. Duisburg - Salvatorkirche). Wird oft von Klais und Kuhn gebaut, wenn ich mich recht erinnere.

Disposition - Meinungen

Friedrich @, Montag, 13. Februar 2012, 13:45 (vor 5326 Tagen) @ Bauernflöte 2'
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 14. Februar 2012, 13:08

Vor kurzem bin ich über diesen Dispositions-Entwurf gestolpert, leider weiß ich nicht mehr in welchem Zusammenhang. Mich würden eure Meinungen dazu interessieren.

Bei 19 Registern kommt musikalisch – der Lektüre nach – kaum mehr heraus als ein Hauptwerk plus X. Das hat acht schöne Register, die auch etwas hermachen könnten. Das Schwellwerk kommt mir zu streicherbetont vor; ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Larigot und Hautbois es zum echten Nebenwerk machen. Eher ist es die schwellbare Streicherabteilung zum Hauptwerk.

Die Frage wäre: Wo steht das Auxiliaire? In der Kiste oder frei? Ist es Teil der Hauptwerkslade, stehen gar Hauptwerk, »Solo« und Pedal auf einer gemeinsamen großen Lade? Gut möglich, denn hier scheint es Platznot zu geben – sonst würde ich eine 16'-Pedalzunge erwarten.

Oder ist es akustische Raumnot, und der Raum vertrüge kein solches Register? Dann würde ich vermuten, dass auch die Trompete hinter Jalousien steht. Das wiederum macht sie als Koppelregister zum Pedal weniger brauchbar.

Die vielen Suboktavkoppeln finde ich eigenartig, besonders die Suboktavkoppel im Hauptwerk. Das kann ich nur als Notmaßnahme verstehen – also wäre der Raum doch größer und vertrüge oder brauchte gar einen Mixturklang mit 5 1/3' + 3 1/5' + 2 2/3' + 1 3/5'? Und dann keine große Pedalzunge? Noch eher zu verstehen wäre eine Suboktavkoppel des Auxiliaire zum Hauptwerk, dann gäb’s einen Bordun 16' zumindest bis c runter. Diese Koppel aber fehlt.

Sollte ich die Disposition abwandeln, täte ich es so:
– Hauptwerk bekommt noch einen Bordun 16', der 2', Quinte und Terz werden ein zerlegter Cornet, aber nicht zu weit (vielleicht in Richtung Gemshorn: konisch, 2/9-Labium, nicht zu hohe Aufschnitte), die Mixtur setzt auf 2' an
– die Trompete wandert ins SW, der Hautbois entfällt, die Fugara wird ein hoch aufgeschnittenes Prinzipal, der 2' ein brillantes, dann kann der Larigot entfallen;
– das Auxiliaire entfällt;
– das Pedal bekommt, je nach Raum, eine Posaune oder ein Fagott 16';
– die Koppeln bleiben auf Normalkoppeln beschränkt, eine Koppel SW-HW 16' wäre ein schöner Luxus.

Gruß,
Friedrich

Disposition - Meinungen

Klingelzug, Dienstag, 14. Februar 2012, 12:35 (vor 5325 Tagen) @ Bauernflöte 2'

Ich würde zunächst hinterfragen, um was für eine Kirche es sich handelt - groß mittel klein, Stadt, Metropole, Dorf und natürlich die Nutzung der Kirche und dementsprechen (hoffentlich) der Orgel.
Das Ganze beziehe ich dann in die Betrachtung der Disposition mit ein und komme zu folgendem:
Im Hauptwerk fehlt mir noch ein gedeckter 8 oder 16', die Rohrflöte kann diese Aufgabe oft nicht wirklich leisten. Ansonsten finde ich es erstmal für sich allein nicht schlecht.
Im Schwellwerk fällt auf, daß alles recht kraftlos wirkt. Wenn man aus der Holzflöte vllt. eine Holhflöte mit breiter Labierung macht, könnte dort etwas Kraft entstehen, das war es leider auch schon. Die Vox coel. ist sicher als Schwebung gedacht, da würde ich noch über eine Verlegung ins HW nachdenken. Die Fugara 4' als einziger 4' im SW scheint mir etwas dürftig, wobei die restlichen SW-Register wieder ok sind.
Die Trompete aus III würde ich zu einer 16'-Zunge machen und in das Pedal versetzen, auf den Bordun und damit das ganze III gänzlich verzichten.
So wie hier geschrieben, scheint es sich um ein Instrument für eine nicht übermäßig große Kirche zu handeln, was aber ein Instrument eines Domes imitieren will, zumindest deuten für mich da auch die vielen Koppeln (insbesondere die 3 Oktavkoppeln) und die drei Manuale hin. Das Ganze geht aber nur elektrisch.
Würde man den Ganzen Spaß nur mit zwei Manualen und Pedal bauen, wäre eine mechanische Traktur und Registratur sinnvoll möglich und gegenüber der elektrischen Traktur wesentlich zukunftssicherer. Gleichzeitig würde man damit einiges an heute nunmal recht knappem Geld sparen und könnte das bspw. in einen zweiten etwas kräftigeren 4' im SW investieren.
Und mal ehrlich, für 19 Register braucht man auch keinen Setzer, wer die nicht überblickt, sollte sich auch nicht mehr auf eine Orgelbank zum Spielen setzen...
Mit etwas Nacharbeit kann da durchaus was sehr Brauchbares draus werden.
Ach so, Kirchengröße: Wenn es eine Sparversion für ein großes Kirchengebäude werden und die Hauptorgel sein soll, dann Hände weg. Das wird auch mit Koppeln und Okatavkoppeln nichts, da fehlt einfach die Basis

Klingelnde Grüße

Disposition - Meinungen

jrbecker @, Dienstag, 14. Februar 2012, 13:35 (vor 5325 Tagen) @ Klingelzug
bearbeitet von jrbecker, Dienstag, 14. Februar 2012, 13:38

...
Im Hauptwerk fehlt mir noch ein gedeckter 8 oder 16',

Wenn dann würde mir da allenfalls ein 16' fehlen, denn:

die Rohrflöte kann diese Aufgabe oft nicht wirklich leisten.

... was von der Intonation abhängig sein sollte. Meine Rohrflöte schafft das ganz gut.

Ansonsten finde ich es erstmal für sich allein nicht schlecht.

Unklar ist mir die Funktion von Quinte und Terz. Quinte scheint mir hier prinzipalisch gedacht zu sein, die Terz auch? (Weit macht sie eigentlich keinen Sinn, weil ihr ja der Unterbau fehlte, aber man weiß ja nie...) Wenn aber schon Quinte und Terz als Einzelregister vorhanden sind, genieße ich es immer, wenn dieses Manual dann auch einen Tremulanten erhält.

Im Schwellwerk fällt auf, daß alles recht kraftlos wirkt. Wenn man aus der Holzflöte vllt. eine Holhflöte mit breiter Labierung macht, könnte dort etwas Kraft entstehen, das war es leider auch schon. Die Vox coel. ist sicher als Schwebung gedacht, da würde ich noch über eine Verlegung ins HW nachdenken.

Warum denn das? Die Vox coelestis ist doch bestimmt als Schwebung auf das Salicional gedacht. Im HW gibt es keinen Streicher und selbst mit dem von dir gewünschten Gedackten 8' ist da immer noch kein Bezugsregister für die Vcoel. - Oder?

Die Fugara 4' als einziger 4' im SW scheint mir etwas dürftig, wobei die restlichen SW-Register wieder ok sind.
Die Trompete aus III würde ich zu einer 16'-Zunge machen und in das Pedal versetzen, auf den Bordun und damit das ganze III gänzlich verzichten.
So wie hier geschrieben, scheint es sich um ein Instrument für eine nicht übermäßig große Kirche zu handeln, was aber ein Instrument eines Domes imitieren will, zumindest deuten für mich da auch die vielen Koppeln (insbesondere die 3 Oktavkoppeln) und die drei Manuale hin. Das Ganze geht aber nur elektrisch.


Nein, denn
1. genügt es, wenn die Koppeln elektrisch sind und
2. hat z. B. Woehl schon sehr ausgiebige mechanische "Querkoppeln" gebaut. Die FRage ist nur, wie gut das dann noch spielbar ist (ich habe eine solche groß angelegte Anlage noch nicht selbst gespielt). Wir hatten das aber schonmal als Diskussion im Forum.

Würde man den Ganzen Spaß nur mit zwei Manualen und Pedal bauen, wäre eine mechanische Traktur und Registratur sinnvoll möglich und gegenüber der elektrischen Traktur wesentlich zukunftssicherer. Gleichzeitig würde man damit einiges an heute nunmal recht knappem Geld sparen und könnte das bspw. in einen zweiten etwas kräftigeren 4' im SW investieren.

Man muss sich halt entscheiden, was einem lieber ist. Ich würde es mir - könnte ich es bezahlen - ganz anders wünschen: Ich würde das 3. Manual als Koppelmanual auslegen. Wenn dann dort noch zwei, drei Register draufsitzen, erweitert das natürlich die Möglichkeiten enorm.

Ich würde dazu bei dieser Manualverteilung und Disposition wahrscheinlich das SW an III legen, das HW an II und das Koppelmanual mit den beiden zusätzlichen Registern auf I. Ich würde wahrscheinlich - gesetz den Fall Quinte und Terz im HW seien eng - zu Bourdon und Trompete noch ein Cornet IV 4' ab g° wünschen. Und ich würde auf die Koppel I/Ped verzichten und die beiden 8'-Register als Transmissionen ins Pedal verfügbar machen. Ich schrieb ja: Wenn ich Geld hätte...

Und mal ehrlich, für 19 Register braucht man auch keinen Setzer, wer die nicht überblickt, sollte sich auch nicht mehr auf eine Orgelbank zum Spielen setzen...

Dies Argumentation kannst du gerade in der Pfeife rauchen. Die Anlage eines Setzers hat nichts damit zu tun, ob jemand seinen Spieltisch überblickt. Da könnte ich genauso argumentieren: Konfirmanden kommen jeden Sonntag, da können wir doch auf den Ventus ganz verzichten. Zudem sparen dadurch noch Stromkosten.

Gruß
Jörg

Disposition - Meinungen

orgelquaeler, Südwestdeutschland, Mittwoch, 15. Februar 2012, 08:23 (vor 5324 Tagen) @ jrbecker

Dies Argumentation kannst du gerade in der Pfeife rauchen. Die Anlage eines Setzers hat nichts damit zu tun, ob jemand seinen Spieltisch überblickt. Da könnte ich genauso argumentieren: Konfirmanden kommen jeden Sonntag, da können wir doch auf den Ventus ganz verzichten. Zudem sparen dadurch noch Stromkosten.

Gruß
Jörg

Moin!

Ich als Dorforgler unterstütze dich. Die OSVs argumentieren auch oft so. Man lerne das ökonomische Registrieren...
Dank fehlender Setzer o. Ä. bin ich auf bestimmte Registrierungen beim Vorspiel und Begleitung eingeschränkt ;-(

Lieber ist mir das offene Wort: "Da haben wir kein Geld dafür."

Dito bei kleinen, kurzen Notenpulten. Die brauche auch keiner größer, da alle aus dem Gesangbuch spielen...


Grüße

OQ

Disposition - Meinungen

jrbecker @, Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:41 (vor 5324 Tagen) @ orgelquaeler

...
Dank fehlender Setzer o. Ä. bin ich auf bestimmte Registrierungen beim Vorspiel und Begleitung eingeschränkt ;-(


Hallo OQ,

na, lass das mal nicht Wolfgang lesen!!! - Da war doch was: Alle Vorspiele einheitlich nur mit Gedackt 8'+Rohrflöte 4', das wurde doch angeblich irgendwo gelehrt...

LG
Jörg

Disposition - Meinungen

orgelquaeler, Südwestdeutschland, Mittwoch, 15. Februar 2012, 14:42 (vor 5324 Tagen) @ jrbecker

Hallo!
Was ich so alles zwischen die Zeilen schreibe...

Hmja, manchmal verwende ich auch 8´+ 2´ Gewagt, oder ;-)

Ich registriere frei nach Gusto, muss aber wegen fehlender Spielhilfen Kompromisse eingehen. So ist die Einschränkung zu verstehen. Vom Plenum ins pp, das geht bei meiner Orgel halt nicht.

Grindende Grüße

OQ

Spielhilfen

Dorforganist @, Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:35 (vor 5324 Tagen) @ orgelquaeler

Die Diskussion über zu viele / zu wenige Spielhilfen wird wohl ein Dauerbrenner sein - insbesondere wenn sie nicht funktionieren. Elektr(on)ische haben da manchmal so ihre Tücken, pneumatische erst recht...

Für kleinere mechanische Orgeln aber kann ich nur wärmstens den preiswerten Pleno-Tritt empfehlen, den Sandtner (ab und zu) baut. Er zieht mit einem einzigen Tritt das gesamte Prinzipal-Plenum mit Zungen und Mixturen und dazu die 8'-Flöte. Beim Abstellen bleibt die Flöte stehen, und da alle sonstigen Register von der Plenum-Schaltung unberührt bleiben, kann man z.B. eine flötige 8'+2'-Registrierung so vorbereiten, daß sie nach dem "Pleno ab" unmittelbar zur Verfügung steht.

Zungen- und Mixtur-Züge, die um 90 Grad gedreht sind, werden von der Pleno-Schaltung nicht erfaßt, so daß man auch ein mixturloses Zungen-Plenum registrieren oder verstimmte Zungen beim Plenum außen vor lassen kann - oder auch umgekehrt eine Zunge nach dem "Pleno ab" als Solostimme zur sofortigen Verwendung im Triospiel stehen bleiben kann.

Wenn sowohl Zungen als Mixturen "abgedreht" werden, kann man mit dem Pleno-Tritt eine ordentliche Prinzipalregistrierung zur Gemeindebegleitung oder ein "Mini-Plenum" zum schnellen piano/forte-Wechsel bei der Chorbegleitung vorbereiten.

Und da dies alles mechanisch an den Registerzugstangen ansetzt, gab es auch noch nie Ausfälle...

Spielhilfen

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:41 (vor 5324 Tagen) @ Dorforganist

Ich habe anläßlich eines Besuches an Dorforganistens Orgel dieses mir bislang unbekannte System gesehen und fand es genial.

Spielhilfen

Orlos, Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:56 (vor 5324 Tagen) @ Hausorgler

Ja, das klingt sehr überzeugend.
Nicht zu unterschätzen ist auch eine sinnvolle Planung, wo welche Registerzüge liegen. Ich habe hier eine recht große mechanische Orgel, bei der die Register in einer Reihe nach Fußtonlagen übereinander liegen, was im liturgischen Spiel unglücklich ist: Um ein (Vor-)Pleno zu ziehen, muss man einzelne Register (Principal, Oktave, Superoktave, Mixtur) herauspicken. Aus diesen (schlechten) Erfahrungen habe ich bei der Planung einer anderen Orgel Registergruppen nebeneinander legen lassen. Mit einem (!) senkrechten Griff hat man Principal 8', Oktave 4' und Mixtur gezogen, mit einem waagerechten Griff bekommt man beide 8' bzw. beide 4'. Nach nunmehr 18 Jahren Dienst an diesem Instrument hat sich die Anlage als sinnvoll erwiesen, auch wenn sich der neu kommende Vertretungsorganist erst orientieren muss. Auf diese Weise kann man auch schöne obligate Vorspiele machen und trotzdem schnell zum Gemeindegesang aufregistrieren. Mit der Zeit entwickelt man Handgriffe, die "blind" gehen: Gleichzeitig linke Hand HW lauter, rechte Hand Pedal lauter, linker Fuß Pedalkoppel einschalten. Das ist dann ein einziger Vorgang. Bei der anfangs erwähnten Orgel muss ich mindestens dreimal die Hände vor- und zurückbewegen und außerdem hinschauen, damit man nicht aus Versehen statt der Oktave die Gambe zieht.
Allerdings kann ein gewisser Purismus auch nerven. In Mainz gibt es eine recht neue dreimanualige Orgel mit über 40 Registern, die außer den Normalkoppeln keinerlei Spielhilfen aufweist. Die Orgel ist nicht streng barock konzipiert, sondern auch mit Schwellwerk und etlichen romantischen Klangfarben ausgestattet, deren vielseitige Nutzung aber echt anstrengend ist. Das konzertante Spiel ist nur mit zwei Registranten möglich und entsprechend selten. Das Instrument fristet (deshalb?) ein gewisses Schattendasein.

Spielhilfen

Dorforganist @, Mittwoch, 15. Februar 2012, 22:14 (vor 5324 Tagen) @ Orlos

Ja, die Anordnung der Registerzüge ist alleine für sich schon eine Spielhilfe - oder eben auch nicht (bin schon oft kopfschüttelnd vor Orgeln neuerer Bauart gesessen und habe mir die Register zusammengesucht). Sandtner hat das bei unserer Orgel sehr übersichtlich gelöst: einfach drei senkrechte Reihen nebeneinander, links Pedal und Hauptwerk, rechts Rückpositiv:

[image]

Von der Mitte jeder Reihe aufwärts die Flöten und Aliquoten, von der Mitte abwärts die Plenumsregister bis zur Mixtur und den Zungen, und auf Manualhöhe die Koppeln und Tremulanten:

Pedal:
1. Subbaß + 16’
2. Octavbaß +- 8’
3. Gedacktbaß 8’
4. Choralbaß +- 4’
5. Basson (+-) 16’
6. Trompete (+-) 8’

7. II/P
8. I/P

Hauptwerk:
9. Amorosa 8’
10. Terz 1 3/5’
11. Feldpfeife 2’
12. Nasard 2 2/3’
13. Traversflöte 4’
14. Copel + 8’
15. Principal +- 8’
16. Octave +- 4’
17. Mixtur (+-) 1 1/3’
18. Trompete (+-) 8’

19. Tremulant
20. I/II

Rückpositiv:
21. Larigot 1 1/3’
22. Waldflöte 2’
23. Sesquialter 2 2/3’
24. Spitzflöte 4’
25. Quintade 8’
26. Rohrflöte + 8’
27. Principal +- 4’
28. Octave +- 2’
29. Scharff (+-) 1’
30. Dulcian (+-) 8’

31. Tremulant

Fußtritte:
I/II
II/P
I/P

Kollektivtritte:
Pleno an = +
Pleno ab = -

() = bei 90°-Drehung nicht im Pleno

Der Monitor ist allerdings eine spätere Zutat, er gehört zu einem System aus drei kleinen Kameras, die normalerweise in LKWs und Busse als Rückfahrkameras eingebaut werden - im Bild als kleine schwarze Punkte rechts neben dem Rückpositiv zu sehen:

[image]

Damit wird der Engel ausgetrickst, der sich im Blickfeld der Spiegel immer ziemlich breit gemacht hat, zudem kann man den Eingangsbereich überwachen und hat einen Blick zur Seite auf die Dirigentin...

Spielhilfen

Orlos, Mittwoch, 15. Februar 2012, 22:19 (vor 5324 Tagen) @ Dorforganist

Na also, es gibt doch Orgelbauer, die mitdenken! Bravo.

Disposition - Meinungen

elsenp, Mittwoch, 15. Februar 2012, 17:23 (vor 5324 Tagen) @ orgelquaeler

Dies Argumentation kannst du gerade in der Pfeife rauchen. Die Anlage eines Setzers hat nichts damit zu tun, ob jemand seinen Spieltisch überblickt. Da könnte ich genauso argumentieren: Konfirmanden kommen jeden Sonntag, da können wir doch auf den Ventus ganz verzichten. Zudem sparen dadurch noch Stromkosten.

Gruß
Jörg


Moin!

Ich als Dorforgler unterstütze dich. Die OSVs argumentieren auch oft so. Man lerne das ökonomische Registrieren...
Dank fehlender Setzer o. Ä. bin ich auf bestimmte Registrierungen beim Vorspiel und Begleitung eingeschränkt ;-(

Lieber ist mir das offene Wort: "Da haben wir kein Geld dafür."

Dito bei kleinen, kurzen Notenpulten. Die brauche auch keiner größer, da alle aus dem Gesangbuch spielen...


Grüße

OQ

Lieber OQ,

bei 19 Registern würde ich immer noch die rein mechanische Variante (eventuell mit zusätzlichen Gruppenschaltern als Tritte) bevorzugen.
Ich ärgere mich z.Zt. mit 2 elektrischen Registraturen herum, wobei an der einen Orgel mehr und mehr elektro-pneumatische Schleifenzüge ausfallen (die Gummitücher in den Apparaten zerfallen zu Staub) und repariert werden müssen, und die Schaltelemente für die Freien Kombinationen im Spieltisch zu einem Glücksspiel werden. Am letzte Sonntag auf FK 2 ein Zungenplenum für die Halleluja-Intontation eingestellt, was passiert nach dem Einschalten: Nichts! Nach 3 mal aus- und wieder einschalten geht es dann. Klasse, wenn der Pfarrer und die Gemeinde dann entnervt zur Empore schauen.
Die andere Orgel: Vor ein paar Wochen ließ sich ein Zungenregister nicht mehr einschalten (zum Glück war es nicht andersherum!). Grund: Am Schleifenzugmotor hatte sich die Justierschraube gelöst. Wurde bei der Jahresstimmung dann repariert. Jetzt läßt sich der Sesquialter nicht mehr einschalten: Grund: Fehler in der Elektronik. Fehlerbehebung konnte aber noch nicht erfolgen (und wird vermutlich auch teuer!).

Was empfiehlt der Orgelbauer: Elekro-pneumatische Apparate bwz. Schleifenzugmotoren raus und dafür Magnete einbauen. Mit neuer Steuerungstechnik (die in der einen Orgel gerade erst vor ca. 15 Jahren komplett erneuert wurde) und in dem anderen Fall auch mit einem komplett neuen Spieltisch (beide Orgeln sind 3-manualig).
Kostenfaktor: Dafür könnte ich eine der Orgeln mechanisch neu bauen lassen.

Dagegen tun die beiden rein mechanischen Orgel, die ich bediene, seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst. Und wenn die Manubrien so geschickt angeordnet sind wie an diesen Orgeln, kann ich jede beliebige Um-Registrierung innerhalb kürzester Zeit durchführen, so dass zwischen Vorspiel und Gemeindebegleitung keine unnatürliche Pause entsteht. Und ich weiß, dass das Register, das ich ziehe, auch spielt, und das, das ich nicht ziehe auch stumm bleibt. Bei meinen beiden anderen ist das inzwischen ein kleines "Register-Roulette" geworden.

Gruß
Peter

Disposition - Meinungen

jori @, Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:05 (vor 5324 Tagen) @ elsenp

Dies Argumentation kannst du gerade in der Pfeife rauchen. Die Anlage eines Setzers hat nichts damit zu tun, ob jemand seinen Spieltisch überblickt. Da könnte ich genauso argumentieren: Konfirmanden kommen jeden Sonntag, da können wir doch auf den Ventus ganz verzichten. Zudem sparen dadurch noch Stromkosten.

Gruß
Jörg


Moin!

Ich als Dorforgler unterstütze dich. Die OSVs argumentieren auch oft so. Man lerne das ökonomische Registrieren...
Dank fehlender Setzer o. Ä. bin ich auf bestimmte Registrierungen beim Vorspiel und Begleitung eingeschränkt ;-(

Lieber ist mir das offene Wort: "Da haben wir kein Geld dafür."

Dito bei kleinen, kurzen Notenpulten. Die brauche auch keiner größer, da alle aus dem Gesangbuch spielen...


Grüße

OQ

Lieber OQ,

bei 19 Registern würde ich immer noch die rein mechanische Variante (eventuell mit zusätzlichen Gruppenschaltern als Tritte) bevorzugen.
Ich ärgere mich z.Zt. mit 2 elektrischen Registraturen herum, wobei an der einen Orgel mehr und mehr elektro-pneumatische Schleifenzüge ausfallen (die Gummitücher in den Apparaten zerfallen zu Staub) und repariert werden müssen, und die Schaltelemente für die Freien Kombinationen im Spieltisch zu einem Glücksspiel werden. Am letzte Sonntag auf FK 2 ein Zungenplenum für die Halleluja-Intontation eingestellt, was passiert nach dem Einschalten: Nichts! Nach 3 mal aus- und wieder einschalten geht es dann. Klasse, wenn der Pfarrer und die Gemeinde dann entnervt zur Empore schauen.
Die andere Orgel: Vor ein paar Wochen ließ sich ein Zungenregister nicht mehr einschalten (zum Glück war es nicht andersherum!). Grund: Am Schleifenzugmotor hatte sich die Justierschraube gelöst. Wurde bei der Jahresstimmung dann repariert. Jetzt läßt sich der Sesquialter nicht mehr einschalten: Grund: Fehler in der Elektronik. Fehlerbehebung konnte aber noch nicht erfolgen (und wird vermutlich auch teuer!).

Was empfiehlt der Orgelbauer: Elekro-pneumatische Apparate bwz. Schleifenzugmotoren raus und dafür Magnete einbauen. Mit neuer Steuerungstechnik (die in der einen Orgel gerade erst vor ca. 15 Jahren komplett erneuert wurde) und in dem anderen Fall auch mit einem komplett neuen Spieltisch (beide Orgeln sind 3-manualig).
Kostenfaktor: Dafür könnte ich eine der Orgeln mechanisch neu bauen lassen.

Dagegen tun die beiden rein mechanischen Orgel, die ich bediene, seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst. Und wenn die Manubrien so geschickt angeordnet sind wie an diesen Orgeln, kann ich jede beliebige Um-Registrierung innerhalb kürzester Zeit durchführen, so dass zwischen Vorspiel und Gemeindebegleitung keine unnatürliche Pause entsteht. Und ich weiß, dass das Register, das ich ziehe, auch spielt, und das, das ich nicht ziehe auch stumm bleibt. Bei meinen beiden anderen ist das inzwischen ein kleines "Register-Roulette" geworden.

Gruß
Peter

Hallo,

ärgerlich, deine beschriebenen Fälle.
Ich habe eine 23-Reg. 1986er Eule unter den Fingern. Spieltraktur mechanisch, Registratur pneumatisch mit 2 Vorbereitungen und wahlweiser Schaltung Hand/Fuß und noch einigen Feuersteinen.
Probleme mit der Registratur gab es noch nie! Die sehr gut regulierte Spieltraktur samt Koppeln bereiteten noch nie Ärger. Lediglich einige Holzpfeifen sind durch die angespannte Witterung etwas verstimmt. Die werde ich am Samstag mal korrigieren. Wenn die rel. Luftfeuchte wieder ansteigt, dann wird halt gegen gesteuert.

Gruß
Jori

Disposition - Meinungen

Klingelzug, Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:36 (vor 5324 Tagen) @ jrbecker

Du Glücklicher, daß es bei Dir Konfirmanten gibt und daß die auch noch in den Gottesdienst kommen.
Dort, wo ich unterwegs bin, ist das eine aussterbende Gattung, wenn man sich auf die verlassen würde, müßte die Gemeinde, die ohnehin selten genug aus mehr als 20 Personen besteht, sehr oft ohne Begleitung singen...
Und keine Angst, die Finanznot der Kirchen wird sich nach und nach auch bis in den Breisgau erstrecken und dann wird man auch dort überlegen, ob bei 19 Registern wirklich ein Setzer sein muß.
Was machst Du übrigens, wenn Du mal an einer historischen Orgel (damit meine ich vor 1850) spielen mußt oder willst?
Klingelnde Grüße

Disposition - Meinungen

jrbecker @, Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:38 (vor 5324 Tagen) @ Klingelzug

Du Glücklicher, daß es bei Dir Konfirmanten gibt und daß die auch noch in den Gottesdienst kommen.


Ja, ich weiß geerade nicht, wie viele es dieses Jahr sind, aber letztes Jahr mussten wir den Konfi-Gottesdienst auf zwei Gruppen aufteilen, weil es weit über 20 waren und nicht alle Familien, die an so einem Tag seit 14 Jahren zum ersten Mal wieder in der Kirche sind, in unserem 450-Plätze-Schuppen Platz gehabt hätten.

Dort, wo ich unterwegs bin, ist das eine aussterbende Gattung, wenn man sich auf die verlassen würde, müßte die Gemeinde, die ohnehin selten genug aus mehr als 20 Personen besteht, sehr oft ohne Begleitung singen...
Und keine Angst, die Finanznot der Kirchen wird sich nach und nach auch bis in den Breisgau erstrecken und dann wird man auch dort überlegen, ob bei 19 Registern wirklich ein Setzer sein muß.

Was hat das mit dem Breisgau zu tun? Und ja: Finanzelle Gründe können natürlich jederzeit gegen einen Setzer sprechen. Wie auch gegen ein Koppelmanual und Pedaltransmssionen. Und gegen einen gedeckten 8' und 16' und gegen einen zweiten 4' im Schwellwerk. Finanzielle Gegebenheiten waren hier jedoch nicht mitgeteilt.

Was machst Du übrigens, wenn Du mal an einer historischen Orgel (damit meine ich vor 1850) spielen mußt oder willst?

Ich setze mich auf die Orgelbank, benutze den Klingelzug - ach nee, geht ja nich wegen fehlender Konfirmanden... Also nochmal neu: Ich sezte mich auf die Orgelbank, lege den Schalter um, ziehe die zur Erzielung des gewünschten klanglichen Ergebnisses notwendigen Register und betätige die Tasten in sinnvoller Reihenfolge, wobei ich versuche die Reihenfolge der Tastendrücke akribisch mit dem vor mir liegenden Notentext (oder auch wahlweise der a dhoc ersonnenen virtuellen Notenvorlage) in Einklang zu bringen.

So ungefähr wenigstens. Machst du das anders? - Mir leuchtet gerade nicht ein, was das mit dem gewünschten Einbau eines Setzer bei der Planung einer neuen Orgel zu tun hat... (es war bei der Dispo von einem "Entwurf" die Rede).

Lasse mich aber gerne aufklären!

LG
Jörg

Disposition - Meinungen

orgelquaeler, Südwestdeutschland, Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:39 (vor 5324 Tagen) @ Klingelzug

Hach, welch hartes Urteil...

Konfirmaten gibt es nicht, da katholisch...aber die alten Herren auf der Empore könnten auch treten statt schlafen ;-)
Die Setzerfrage wurde, meine ich mich zu erinnern auch schon mal im alten Forum diskutiert und bezog sich auf Neubauten. Wie auch ich. Wenigstens eine freie Kombination.
Zumindest in FR wurde eine große Orgel einer schweizer Firma, die keine Setzer usw. baut, jüngst mit einem solchen versehen. Geld scheint da zu sein, wenn auch leider nicht in jeder Pfarrei.
Wenn ich an einer alten Orgel sitze, dann spiele und improvisiere ich entsprechend dem Instrument. Und bei Orgeln aus dem 19. Jhd. findet man oft festen Kombis, die nicht unbedingt zu verteufeln sind (Vorspiel p, erste Strophe mf, zweite f usw. ;-)


Nasskalte Grüße aus FR

OQ

Disposition - Meinungen

3rd_astronaut, Mittwoch, 15. Februar 2012, 19:55 (vor 5324 Tagen) @ orgelquaeler

Die Setzerfrage wurde, meine ich mich zu erinnern auch schon mal im alten Forum diskutiert und bezog sich auf Neubauten. Wie auch ich. Wenigstens eine freie Kombination.

Ja, auch ich entsinne mich daran (schade übrigens, dass die alte Datenbasis hier nicht eingespielt werden konnte). Dort hatte ich erfahren, dass eine elektrische Registriertraktur in der Anschaffung günstiger ist als eine mechanische.

Ich habe sicherlich dramatisch weniger Erfahrung als viele hier, aber die Fehlerrate würde ich bei mech./elektr. Registraturen ähnlich hoch ansetzen. Die mechanische Anlage hat halt den Vorteil, dass man mit einfachen Hausmitteln wie Gaffatape und Kabelbinder zumindest eine provisorische Reparatur hinkriegt.

Für mich überwiegen klar die Vorteile der Elektrik: ergonomische Wippenschalter möglich, Setzer einfach implementierbar. Eine durchdachte Anordnung der mechan. Züge kann sicher einiges retten, aber wenn ich da auch bei Neubauten die Anordnungen ansehe -- oje... Da muss man oft vorher herumprobieren, weil die Zuordnung völlig undurchsichtig ist.

Disposition - Meinungen

jrbecker @, Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:14 (vor 5324 Tagen) @ jrbecker

Ich vergaß in diesem Absatz noch eine wichtige Info:


Ich würde dazu bei dieser Manualverteilung und Disposition wahrscheinlich das SW an III legen, das HW an II und das Koppelmanual mit den beiden zusätzlichen Registern auf I - allerdings nicht als fest verbundenes Manual, sondern mit "schaltbaren" Koppeln II/I und III/I. So kann man auf dem I. Manual auch jederzeit das HW oder das SW alleine spielen und muss nicht immer auf II oder III, wenn man nur eines der Werke braucht. Ich würde wahrscheinlich - gesetz den Fall Quinte und Terz im HW seien eng - zu Bourdon und Trompete noch ein Cornet IV 4' ab g° wünschen. Und ich würde auf die Koppel I/Ped verzichten und die beiden 8'-Register als Transmissionen ins Pedal verfügbar machen. Ich schrieb ja: Wenn ich Geld hätte...

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